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November 2011

Auf dieser Seite finden Sie nach einer Auflistung der besprochenen Titel sämtliche Rezensionen. Nach der letzten Buchbesprechung haben Sie die Möglichkeit, die hier vorgestellten Bücher per E-Mail zu bestellen.

Sachbücher:
Holtkamp, J.: Kinder, Computer & Co.
Schäfer, U.: Der Angriff
Kufi, F.: Nur eine Tochter
Lachauer, U.: Magdalenas Blau
Lolosoli, R.: Mama Mutig
Ai, W.: [spricht] Ai Weiwei spricht
Loriot: Bitte sagen sie jetzt nichts
Spielstücke für die Advents- und Weihnachtszeit
Löwenstein, F.: Food Crash
Isaacson, W.: Steve Jobs

Schöne Literatur:
Adiga, A.: Letzter Mann im Turm
Árni Thórarinsson: Ein Herz so kalt
Camilleri, A.: Das süße Antlitz des Todes
Eco, U.: Der Friedhof in Prag
Feyl, R.: Lichter setzen über grellem Grund
Fielding, J.: Herzstoß
Fried, A.: Eine windige Affäre
Haran, E.: Im Hauch des Abendwindes
Heldt, D.: Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt
Holt, A.: Kammerflimmern
Jergovic, M.: Wolga, Wolga
Jón Kalman Stefánsson: Der Schmerz der Engel
Kearsley, S.: Licht über den Klippen
Kristín Marja Baldursdóttir: Sterneneis
Lendle, J.: Alles Land
Moor, M.: Die niederländische Jungfrau
Nesser, H.: Die Einsamen
Rademacher, C.: Der Trümmermörder
Reichs, K.: Fahr zur Höllle
Riesco, N.: Der Turm der Könige
Rovira, À.: Einsteins Versprechen
Schmitt, E.: Die Träumerin von Ostende
Shreve, A.: Das erste Jahr ihrer Ehe
Tokarczuk, O.: Der Gesang der Fledermäuse
Vargas Llosa, M.: Der Traum des Kelten
Williams, A.: Cut

Kinder- und Jugendliteratur:
Freund, W.: Törtel und Nummer 3
Gleitzman, M.: Dann
Landy, D.: Rebellion der Restanten
Poznanski, U.: Saeculum


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570700

Holtkamp, Jürgen:
Kinder, Computer & Co. / Jürgen Holtkamp. - Kevelaer : Butzon & Bercker, 2011. - 79 S. ; 18 cm (Familie ist lebenswert)
ISBN 978-3-7666-1481-0 kt. : 6,95

Elternratgeber zum Umgang von Kindern mit alten und neuen Medien.
(Pä 2.72)

Medien bestimmen unseren Alltag, ob wir das nun wollen oder nicht. Umso wichtiger ist es daher, dass Kinder lernen, damit bewusst und sinnvoll umzugehen. Das bedeutet nicht, dass sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene über den Sinn der Medien immer einig sind. Wie unterschiedlich Erwachsene und Heranwachsende mit Medien umgehen, wo Gefahren lauern und wo Chancen liegen, klärt der Autor dieses Elternbüchleins verständlich, mit Blick auf die wichtigsten Aspekte und dennoch durch Praxisbeispiele dicht am Leben der Familien. Ein empfehlenswertes Büchlein, das die wichtigsten Informationen zur Mediennutzung von jungen Menschen enthält, diese nicht verurteilt, sondern ernst nimmt und im Gegenteil, Eltern ermutigt, sich mit der Mediennutzung ihrer Kinder zu beschäftigen. Dass dazu weiterhin das Buch gehört als ein Medium von vielen, ist tröstlich und wohltuend.
Birgit Ebbert

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570466

Schäfer, Ulrich:
Der Angriff : wie der islamische Terror unseren Wohlstand sprengt / Ulrich Schäfer. - Frankfurt [u.a.] : Campus-Verl., 2011. - 312 S. ; 22 cm
ISBN 978-3-593-39466-4 kt. : 19,99

Religiöse Wirrköpfe oder Strategen des Terrors? Welche Ziele verfolgt Al Kaida?
(So 1.24)

Ulrich Schäfer wirft in seinem Buch den Geheimdiensten, den Politikern und den Medien vor, dass sie die wahren Ziele Al Kaidas nicht zur Kenntnis nehmen, zumindest aber verschleiern. Auch er leugnet nicht, dass religiöse Überzeugungen das Motiv für die Angriffe sind, weist aber darauf hin, dass es eine Reihe von Stellungnahmen der Terrororganisation gibt, aus denen hervor geht, dass sie gezielt die Wirtschaftskraft und damit den Wohlstand des Westens schwächen und langfristig untergraben wollen. Um diese These zu untermauern, analysiert er die ideologischen Grundlagen und den aktuellen Zustand Al Kaidas. Darüber hinaus stellt Schäfer eine Verbindung zwischen der gegenwärtigen Wirtschafts- und Schuldenkrise und dem Vorgehen von Al Kaida her. Auch wenn Schäfer seine Argumentation zuspitzt und die Zusammenhänge manchmal etwas vereinfacht darstellt, ist das Buch ein interessanter Beitrag zur Diskussion über die Bedrohung durch den islamistischen Terror. Ulrich Schäfer ist Ressortleiter Wirtschaft bei der 'Süddeutschen Zeitung'.
Walter Brunhuber

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351755

Kufi, Fausia:
Nur eine Tochter : eine Frau verändert Afghanistan / Fausia Kufi. - Dt. Erstausg., 1. Aufl. - München : Kailash, 2011. - 349, [8] S. : Ill. (farb.), Kt. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-424-63048-0 fest geb. : 19,99

Die beeindruckende Geschichte einer Afghanin, die vom ungewollten, ausgesetzten Mädchen zur einflussreichen Politikerin wurde.
(Bi 2 - Kufi, Fausia <- Ge 3.113)

Fausias Vater zeugte mit sieben Frauen 23 Kinder. Als letztes Kind ihrer Mutter war sie eigentlich ungewollt und wurde, als sie draußen auf der Viehweide geboren wurde, von der entkräfteten Mutter erstmal in der Sonne liegen gelassen. Doch sie überlebt, und auch der weitere Lebensweg Fausias ist von harten Kämpfen geprägt. Nach der Ermordung des Vaters durch die Taliban beginnt für Fausias Familie eine Zeit der Flucht und Ortswechsel, doch es gelingt ihr, regelmäßig die Schule zu besuchen und Medizin zu studieren. Eine Woche nach ihrer Heirat wird ihr Mann verhaftet, und die folgenden Ehejahre werden von ständiger Furcht, erneuten Verhaftungen und gesundheitlichen Problemen geprägt. Fausia muss die Familie mit inzwischen zwei Töchtern über Wasser halten, und findet ihren Weg in die Politik. Sie engagiert sich für den Wandel in Afghanistan, für Bildung und möchte 2014 für das Amt des Präsidenten kandidieren. Man muss ihr viel Glück wünschen, und ihrer beeindruckenden Autobiografie viele Leser.
Martina Häusler

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351870

Lachauer, Ulla:
Magdalenas Blau : das Leben einer blinden Gärtnerin / Ulla Lachauer. - 1. Aufl. - Reinbek bei Hamburg : Rowohlt, 2011. - 351 S. ; 21 cm
ISBN 978-3-498-03936-3 fest geb. : 19,95

Bericht über das Leben einer stark sehbehinderten Frau.
(Bi 2 - Eglin, Magdalena)

Magdalena hat von Geburt an grauen Star. Mit 16 Monaten wird sie an einem Auge operiert, doch die Operation misslingt. In Freiburg besucht die 1933 Geborene zunächst die Regelschule. Doch schon bald spürt sie, dass sie wegen ihrer Behinderung nicht mit den anderen Kindern mithalten kann und zwangsläufig in eine Außenseiterposition gerät. Gefördert von den Eltern und durch ihre liebevolle Beziehung zu ihrem Großvater, der ihr als Malermeister die Farben und das Malen beibringt, übersteht Magdalena die schwierige Nazizeit im Kreise ihrer Familie. Lachauer bringt uns die Welt einer heute fast 80-jährigen Frau nahe, die durch die Liebe ihrer Familie trotz ihres Handicaps und eines Sohnes, der ihre Behinderung geerbt hat, Wege findet, selbstbewusst und kreativ ihr Leben zu gestalten. Auf Wunsch ihrer Protagonistin hat Lachauer die Namen der in diesem Bericht genannten Personen verändert, was jedoch dieser realistischen, einfühlsam beschriebenen Biografie keinen Abbruch tut. Lesenswert.
Adelgundis Hovestadt

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351259

Lolosoli, Rebecca:
Mama Mutig : wie ich das erste Frauendorf Afrikas gründete / Rebecca Lolosoli ; Birgit Virnich. - München : Südwest, 2011. - 232 S. : Ill. (farb.) ; 22 cm
ISBN 978-3-517-08713-9 fest geb. : 17,99
NE: Virnich, Birgit: Mama Mutig

Eine Frau des Sumburu-Volksstammes gründet ein Dorf für Frauen, um sich gegen ihre Rechtlosigkeit im Patriarchat zur Wehr zu setzen.
(Bi 2 - Lolosoli, Rebecca <- Ge 3.22; So 1.324)

Im Patriarchat der Sumburu ist es ungewöhnlich, dass Rebecca Lolosoli von ihrem Vater, dem Chief des Stammes, Aufgaben erhält, die traditionell nur männlichen Mitgliedern vorbehalten sind. Als sie nach ihrer Hochzeit in das Heimatdorf ihres Mannes umziehen muss, stößt sie bei den Schwiegereltern auf Ablehnung, da sie sich regelmäßig mit den Frauen des Dorfes trifft, die - entgegen der Tradition - sich gegenseitig über häusliche Gewalt austauschen, aber auch über die Vergewaltigungen seitens der britischen Soldaten, die die Landesgrenzen zu Somalia und Äthiopien bewachen. Lolosoli gründet ein Frauendorf, das sich durch die Herstellung von traditionellem Schmuck und deren Verkauf an Touristen selbst finanzieren kann, was den Neid ihrer Männer hervorruft, die sie bis hin zu Morddrohungen verfolgen. - Die spannende Reportage ist aus der Sicht dieser mutigen Kenianerin geschrieben und bringt uns das Leben afrikanischer Frauen und deren Probleme in traditionellen Stammesgemeinschaften auf eindringliche Weise nahe.
Adelgundis Hovestadt

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350028

Ai, Weiwei:
[spricht] Ai Weiwei spricht : Interviews / mit Hans Ulrich Obrist. - 1. [Aufl.]. - München : Hanser, 2011. - 142 S. : Ill. ; 21 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-446-23846-6 kt. : 12,90
NE: Obrist, Hans Ulrich: Ai Weiwei spricht

Fünf große Interviews mit dem bekanntesten chinesischen Künstler der Gegenwart.
(Ku 2.350 - Ai, Weiwei)

Mehrfach hatte der Schweizer Kurator und Kunstjournalist Obrist die Gelegenheit, den chinesischen Künstler Ai Weiwei zu ausführlichen Gesprächen einzuladen. Populär war Ai Weiwei durch seine Teilnahme bei der Documenta XII sowie durch die Mitarbeit am Pekinger Olympiastadion "Vogelnest" geworden; kurz nach der Eröffnung der umstrittenen Pekinger Ausstellung zur Aufklärung ist der Künstler in China inhaftiert worden. Die Gespräche geben die Möglichkeit, sich über die persönlichen Anlässe von Ai Weiweis Arbeiten zu informieren: die Kindheit und Jugend während der chinesischen Kulturrevolution, das Übermaß an Freiheit in den USA (vor allem der Zugang zu den Medien), die Rückkehr nach China und die manische Arbeit an seinem Blog - der Leser gewinnt ein lebendiges Porträt des Künstlers und seiner früheren und aktuellen Lebensumstände. Besonders interessant ist Ai Weiweis Affinität zum Internet (seine Blogs haben mehr als 4 Millionen Besucher) vor dem Hintergrund seines Lebens in einem totalitären Staat. Sehr zu empfehlen für Bestände mit zeitgenössischem künstlerischem Profil.
Dominique Moldehn

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570575

Loriot:
Bitte sagen sie jetzt nichts : Gespräche / Loriot. - 1. [Aufl.]. - Zürich : Diogenes, 2011. - 255 S. ; 19 cm
ISBN 978-3-257-06787-3 fest geb. : 21,90

Das Leben und die Ansichten des schier "unsterblichen" Humoristen in ebenso humorvollen wie erhellenden Interviews.
(Mu 2.0 - Loriot)

Wer nun glaubt, schon alles von ihm zu kennen, seine legendären Sketche, seine originellen Karikaturen, seine TV-Spots, klassischen Operninszenierungen sowie die beiden kultigen Kinofilme, der irrt - ein wenig. Sein Hausverlag hat jetzt noch eine köstliche Perle serviert, ein Juwel an feinsinnigen Bemerkungen, ad-hoc (neudeutsch: stand-by) Apercus, aber auch ernsthaft-freimütigen Geständnissen und Bekenntnissen, oft mit einem Augenzwinkern, wie üblich unter echten Aristokraten. Was hier vorliegt, d.h. gesammelt und neu aufgelegt worden ist: ein nahezu vollständiges Bündel von journalistischen Interviews, in diesem Falle mit ihm höchstselbst - wie selbstverständlich tituliert nach einer der meistzitierten Zeilen aus einem Sketch mit der ebenso unsterblichen Spiel-Partnerin "Bitte sagen Sie jetzt nichts..." - will sagen: UND OB ! - allen Unken- und Nachrufen zum Trotz! Loriot ist sich nie zu schade, Fehler oder Ängste in seinem bewegten und bewegenden Lebenslauf zuzugeben, aber auch anzumahnen, als nobler Kulturkritiker einer Zeit, die auch ihm fremder geworden erscheint, nicht nur was den ("deutschen"?) Humor anbelangt. Wir erfahren sehr viel über den einfachen Menschen Victor-von-Bülow, der als Träumer, Möchtegern-Musiker, Soldat, Holzfäller, Zeichner und Fernseh-Unterhalter einen, seinen Weg gefunden und damit unzähligen Mitmenschen auf liebenswürdige Art beim Amüsieren (nach)geholfen hat. - Wer diese Interviews liest, trifft nicht nur auf weitere Bonmots, ernsthaft oder spöttisch, sondern wird betroffen von einem schlagfertigen Genie der menschlich vornehmen Heiterkeit. - Unbedingt empfehlenswert, da zeitlos erheiternd!
Harald Grimm

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348851

Spielstücke für die Advents- und Weihnachtszeit
: mit Kindern von 3 - 8. - 1. Aufl. - München : Don Bosco, 2011. - 112 S. : Ill. und Notenbeisp. ; 20 cm
ISBN 978-3-7698-1882-6 kt. : 14,95

14 Spielszenen, Kasperlstücke, Krippenspiele, Klanggeschichten, Märchen- und Legendenspiele für Kinder ab etwa 5 Jahren.
(Mu 2.12 <- Pä 2.73)

Zum Themenkreis Winter, Advent und Weihnachten wurden Stücke verschiedener Autorinnen und Autoren in diesem Buch zusammengetragen. Unter dem Oberbegriff "Kleine Spielszenen" finden sich Titel wie etwa "Der verschwundene 24. Dezember" oder "Die vertauschten Geschenke". "Jesus ist geboren" oder "Geht ein Leuchten durch die Zeit" wurde als Krippenspiel konzipiert. "Drei Könige suchen das Christkind" oder "Wir stellen heut die Krippe auf" sind Klanggeschichten und "Hilfe für Benno Bär" oder "Das Getreidewunder" können den Märchen- und Legendenspielen zugerechnet werden. Besonders bei den "Kasperlstücken" fällt auf, dass der christliche Inhalt des Weihnachtsfestes keine große Rolle spielt. Jedes Mini-Projekt beginnt mit einem Infokasten, der Wissenswertes über das Thema, den Inhalt, die Haupt- und Nebenfiguren, den Bedarf an Requisiten, der Gestaltung des Bühnenbildes, den Schwierigkeitsgrad, die Altersangabe der Zielgruppe sowie Tipps zu Vorbereitung und Ablauf enthält. Sämtliche Texte sind kurz und knapp gehalten. So können sie gewinnbringend in eine Advents- oder Weihnachtsfeier eingebaut werden. Ansprechende Schwarzweiß-Illustrationen laden auch Kinder ein, dieses Buch zu betrachten und sich an der Auswahl zu beteiligen.
Martina Mattes

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352916

Löwenstein, Felix zu:
Food Crash : wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr / Felix zu Löwenstein. - 1. [Aufl.]. - München : Pattloch, 2011. - 319 S. : Ill., graph. Darst. ; 22 cm
ISBN 978-3-629-02300-1 fest geb. : 19,99

Ursachen des Hungers und Plädoyer für eine "ökologische Intensivierung" der Nahrungsmittelproduktion.
(Na 9.32 <- So 4.12)

Wenn derzeit schon mehr als zehn Prozent der Menschheit dauerhaft unterernährt sind, wie soll dann eine immer noch wachsende Weltbevölkerung satt werden können? Der Biolandwirt und engagierte Streiter für den ökologischen Anbau Felix zu Löwenstein nimmt zu dieser Frage eine radikale Position (s. Untertitel des Buches) ein: Die konventionelle Landwirtschaft mit Agrochemie und Gentechnik führt seiner Meinung nach in eine Sackgasse, gerade für die unterentwickelten Länder. Diese Position wird faktenreich begründet, indem die Ursachen des Hungers und die fatalen ökologischen Folgen der Intensivlandwirtschaft analysiert werden. Zu Recht geißelt der Autor den Anteil des Westens an der Misere durch zu hohen Fleischkonsum, Agrarsubventionen, Wegwerfmentalität, Bioenergie u.a.m. Lebendig beschreibt er hoffnungsvolle Projekte ökologischer Bewirtschaftung in Haiti und Äthiopien, die den dortigen Kleinbauern wieder eine Perspektive eröffnen. Ob mit reiner Biolandwirtschaft tatsächlich die Welt ernährt werden kann, muss offenbleiben. Trotzdem gibt das informative, flüssig geschriebene Buch wichtige Anregungen für eine notwendige Umsteuerung. Zudem behandelt es eine für die menschliche Zukunft existenzielle Frage und sollte deshalb in keiner Bücherei fehlen.
Johann Book

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355041

Isaacson, Walter:
Steve Jobs : die autorisierte Biografie des Apple-Gründers / Walter Isaacson. - 1. Aufl. - München : C. Bertelsmann, 2011. - 701, [16] S. : Ill. ; 23 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-570-10124-7 fest geb. : 24,99

"Dem Universum eine Delle verpassen": Biografie einer der Gründerfiguren des PC- und Internetzeitalters.
(Te 9.10 - Jobs, Steve)

"iGod" haben sie Steve Jobs in den Nachrufen genannt. Die Apple-Fans hatten dabei sein Talent vor Augen, Produkte für Bedürfnisse zu entwickeln, die den Käufern noch gar nicht bewusst waren - wie etwa den iPod, eine kleine Musikbox für die Hosentasche, die heute völlig selbstverständlich ist. Weit davon entfernt, Jobs zu idealisieren, porträtiert Walter Isaacson den Mann, der mit seinen Entwicklungen "dem Universum eine Delle verpasste" (Jobs über Jobs), als facettenreiche Persönlichkeit. Er zeigt ihn als Genie, als buddhistisch inspirierten Künstler, als von seiner Leidenschaft für Design und Qualität getriebenen Perfektionisten. Aber Jobs war eben auch ein Kontrollfreak, im Umgang oft sehr schwierig, unberechenbar, streitsüchtig und gemein. Er hatte keine Skrupel, seine Mitarbeiter und Geschäftspartner öffentlich herunterzuputzen. Isaacson zeigt, dass beide Seiten wesentlich zum Erfolg von Apple beitrugen. - Bei der Lektüre ist man schnell fasziniert von Jobs Persönlichkeit und leicht abgestoßen durch seine schwierige Art. Um Jobs ausgewogen zu porträtieren, hat Isaacson ein Konzert aus vielen Einzelstimmen komponiert: Jobs selbst kommt zu Wort, seine Frau, Freunde, Weggefährten und Gegner. Zum Glück erliegt er nicht der Versuchung, Küchenpsychologie zu betreiben, ist aber vielleicht etwas zu tief in Apple-Interna eingestiegen. Auch bei der Auswahl seines Biografen hat Jobs sich offensichtlich von seinem Bewusstsein für Qualität leiten lassen. Isaacson erzählt auf schnörkellose und sehr ansprechende Weise; nur die Übersetzung holpert an einigen Stellen. "iGod" - das war Jobs sicher nicht. Aber "er war ein Meister darin, Ideen, Kunst und Technologie auf eine Art und Weise zusammenzufügen, mit der man die Zukunft erfand", so Isaacsons Fazit. Die Lektüre bereichert alle, die diese für das Computer- und Internetzeitalter prägende Persönlichkeit kennenlernen möchten.
Christoph Holzapfel

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351514

Adiga, Aravind:
Letzter Mann im Turm : Roman / Aravind Adiga. - München : Beck, 2011. - 513 S. : Kt. ; 23 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-406-62156-7 fest geb. : 19,95

Eine Gruppe mittelständischer Menschen soll ihre Wohnungen in einem Wohnturm Mumbais an einen Immobilienhai verkaufen.
(SL)

Anders als in seinem großen Erfolg "Der weiße Tiger" zeichnet Adiga hier kein satirisches, sondern mit Wärme und Humor ein detailliertes Bild der Stadt Mumbai und seiner Menschen. Ohne die Slums mit ihrem Elend auszulassen, liegt sein Schwerpunkt in diesem Roman auf der Mittelschicht. Eine Hausgemeinschaft aus Hindus, Christen und Moslems bewohnt seit Langem ein altes Haus und lebt friedlich miteinander. Als der Immobilienspekulant Dharmen Shah, der das Haus abreißen und Luxus-Appartments bauen will, den Bewohnern eine große Summe für ihre Wohnungen anbietet, zerfällt die Gemeinschaft allmählich. Denn die Zustimmung aller ist notwendig, doch der verwitwete Lehrer Masterji weigert sich. Der Druck auf ihn wird immer größer, bis die Hausgemeinschaft selbst aktiv wird. Und da zeigt sich, wie rasch anständige Bürger den Anstand verlieren können, wenn es ums Geld geht. - Großartige detailreiche Schilderung des Molochs Mumbai, wo sich alles um Geld dreht, Korruption an der Tagesordnung ist und der Einzelne nichts zählt. Die breit erzählte Geschichte erfordert Geduld und Interesse am aufstrebenden Wirtschaftsland Indien. (Übers.: Susann Urban u. Ilija Trojanow)
Ileana Beckmann

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349628

Árni Thórarinsson:
Ein Herz so kalt : Kriminalroman / Árni Thórarinsson. - 1. [Aufl.]. - München : Droemer, 2011. - 410 S. ; 22 cm – Aus dem Isländ. übers.
ISBN 978-3-426-19863-6 fest geb. : 19,99

Der Reporter einer isländischen Tageszeitung versucht, das Rätsel um den Tod zweier Frauen aufzuklären.
(SL)

Einar ist Reporter des Abendblattes in der nordisländischen Provinzstadt Akureyri, einer Gemeinde mit gerade mal 20.000 Einwohnern. Allzu viel passiert da nicht, wenn man von dem alljährlichen Handelsfeiertag absieht, zu dem viele Feiersüchtige aus allen Teilen des Landes einfallen. In diesem Jahr ist auch die Clique einer Filmgesellschaft im Ort, die sich wegen eines Drehortes für einen Erotikthriller umsieht. Einar macht sich Sorgen um seine 16-jährige Tochter, die von dem Milieu fasziniert ist und mit ihrem Freund das ungewohnte Nachtleben auskostet. Als Einar den telefonischen Hinweis von einer offensichtlich betrunkenen Frau namens Viktoria über eine Leiche in einem leerstehenhenden Haus erhält, ist natürlich sein Reporterinteresse geweckt. Gefunden wird ein totes, schwangeres Mädchen, das offensichtlich übelst missbraucht und ermordet wurde. Die geheimnisvolle Anruferin gibt Einar weitere Hinweise, u.a. auf eine Entzugsklinik in Reykjavik, in der sich weitere Details über die Tote finden würden. Einar recherchiert incognito in der Klinik und muss feststellen, dass Viktoria kurz vor seinem Eintreffen in eben jener Klinik ermordet wurde... - Der Autor nutzt das Krimigenre um deutliche Sozialkritik zu üben. Wie schon in seinem früheren Krimi "Todesgott" (BP/mp 09/96) mit dem Antihelden Einar geht es auch hier um Geschäftemacherei, ausgeprägten Egoismus, Drogen und ausufernden Sex. Die Kriminalgeschichte ist eher Hintergrundgeschehen; einen breiten Raum nimmt neben der Sozialkritik die Beziehung des Vaters Einar zu seiner Tochter ein. Insgesamt ein gefälliger Roman, der das Interesse deutschsprachiger Leser wohl wegen der hierzulande eher unbekannten Lebensumstände in dem kleinen Land Island mit gerade mal 320.000 Einwohnern wecken könnte. (Übers.: Tina Flecken)
Erwin Wieser

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351883

Camilleri, Andrea:
Das süße Antlitz des Todes : ein Fall für Commissario Montalbano und Grazia Negro / Andrea Camilleri & Carlo Lucarelli. - 1. Aufl. - Reinbek bei Hamburg : Kindler, 2011. - 109 S. : Ill. ; 21 cm – Aus dem Ital. übers.
ISBN 978-3-463-40611-4 fest geb. : 16,95
NE: Lucarelli, Carlo: Das süße Antlitz des Todes

Vergnügliche kleine Kriminalgeschichte in ungewöhnlicher Form.
(SL)

Kommissarin Gracia Nero aus Bologna wendet sich inoffiziell an ihren Kollegen Salvo Montalbano in Vigàta, um Nachforschungen zu einem merkwürdigen Mordfall anzustellen, in dem ihr selbst die Hände gebunden sind. In Montalbano ist schnell die Neugierde geweckt, offensichtlich wird hier von höherer Stelle Druck ausgeübt, um Einzelheiten zu vertuschen. Gemeinsam gehen Gracia und Salvo der Sache nach, in aller Heimlichkeit natürlich. - Dieser gekonnt inszenierte Roman ist sehr ungewöhnlich in seiner Form. Auf die Idee gebracht von ihrem Verleger, haben die beiden renommierten Krimi-Autoren gemeinsam bzw. abwechselnd eine Geschichte ersonnen, in der - vergleichbar einem Schachspiel - jeweils einer die Vorlage gab und der andere darauf reagierte. Ergebnis dieses Experimentes ist eine amüsante Kriminalgeschichte, die in beinah spielerischem Hin und Her nur aus Briefen der beiden Protagonisten und verschiedensten Polizeidokumenten besteht. Anleihen aus der Spionageszene, wie etwa Verstecke in hohlen Absätzen und in Gebäckstücken geschmuggelte Nachrichten, und andere spritzig-witzige Details machen diesen kleinen Roman zu einem Lesevergnügen. Überall empfehlenswert. (Übers.: Moshe Kahn)
Ulrike Braeckevelt

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349826

Eco, Umberto:
Der Friedhof in Prag : Roman / Umberto Eco. - 1. [Aufl.]. - München : Hanser, 2011. - 519 S. : Ill. ; 22 cm – Aus dem Ital. übers.
ISBN 978-3-446-23736-0 fest geb. : 26,00

Streckenweise anstrengend zu lesender historischer Roman, dessen "Antiheld" ein zynisches Tableau der verschiedensten antisemitischen Verschwörungstheorien vorstellt.
(SL)

Im Zentrum des wegen seiner komplizierten Erzählstruktur und verwirrenden Faktenfülle streckenweise anstrengend zu lesenden Romans stehen die fiktiven Tagbuchaufzeichnungen eines gewissen Simonini aus dem Jahre 1897. Dieser ist ein Fälscher, Spion und Doppelagent in den Diensten verschiedenster Geheimdienste, der vor Verleumdung, Betrug, ja Mord nicht zurückschreckt. Indem sich der 67-Jährige über sein Leben Klarheit zu verschaffen versucht, entfaltet sich vor dem Leser eine erschreckende Geschichte des Obskurantismus und ein Tableau der verschiedensten Verschwörungstheorien, die im 19. Jh. in Europa im Umlauf waren. Zielscheibe seines Hasses sind Jesuiten, Freimaurer, aber v.a. die Juden. Alle bekannten Vorurteile, die in der abendländischen Geschichte über sie verbreitet wurden und ihren Kulminationspunkt in der Rassenideologie der Nazis fanden, werden von ihm bis ins Detail aufgetischt bzw. durch gefälschte Dokumente erst ins Leben gerufen. Perfider Höhepunkte seiner infamen Fälschertätigkeit ist die im Auftrag des russischen Geheimdienstes erfolgte Erstellung der berüchtigten "Protokolle der Weisen von Zion", eines im 20. Jh. weitverbreiteten antisemitischen Pamphlets, das eine jüdische Weltverschwörung belegen sollte. - Ecos erklärte Absicht war es, den Erzähler als eine zynische und menschenverachtende Figur erscheinen zu lassen und ihn und seine Schmähungen der Missbilligung des Lesers preiszugeben. Wenn dieser Roman sowohl vom Osservatore Romano (Lucetta Scaraffia) wie auch von der jüdischen Dozentin Anna Foa kritisch besprochen wurde, dann wohl deshalb, weil man zweifelt, ob diese erklärte Absicht durch den Roman wirklich erreicht wird. Möglicherweise wird mancher Leser zumindest die Cleverness des Protagonisten bewundern und - schlimmer - sich in manchem Vorurteil sogar bestätigt sehen. Darum nur für kritische Leser/innen. (Übers.: Burkhart Kroeber)
Helmer Passon

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350656

Feyl, Renate:
Lichter setzen über grellem Grund : Roman / Renate Feyl. - 1. Aufl. - Köln : Kiepenheuer & Witsch, 2011. - 461 S. ; 21 cm
ISBN 978-3-462-04335-8 fest geb. : 19,99

Roman über die im 18. Jahrhundert berühmt gewordene französische Porträtmalerin Elisabeth Vigée-Lebrun.
(SL)

Elisabeth Vigée, deren Vater Pastellmaler war, beginnt nach seinem Tod als 12-jährige in dessen Atelier zu malen. Als der Seemaler Vernet bei einem Besuch bei ihrer Familie Elisabeths Bilder entdeckt, sorgt er dafür, dass sie eine fundierte Malerei-Ausbildung erhält. Vigée macht eine steile Karriere als Porträtmalerin, die sie bis an den französischen Hof bringt, wo sie u. a. die Königin Marie Antoinette mehrmals porträtiert. Doch gerade diese Porträts werden ihr während der beginnenden Französischen Revolution zum Verhängnis. Die inzwischen mit dem Kunsthändler Lebrun Verheiratete flüchtet mit ihrer Tochter nach Italien und Russland, wo sie mit offenen Armen empfangen und weit über Frankreichs Grenzen hinaus berühmt wird. - Feyl zeichnet Vigée-Lebrun als eine einfühlsame, emanzipierte und mutige Frau. Ein historischer Roman mit einer spannenden Handlung und realistisch gezeichneten Figuren. Der zeitgeschichtliche Hintergrund dient der Autorin nicht nur als oberflächliche Staffage, sondern als ernst zu nehmender Teil der Handlung. Beste Empfehlung.
Adelgundis Hovestadt

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349743

Fielding, Joy:
Herzstoß : Psychothriller / Joy Fielding. - 1. Aufl. - München : Goldmann, 2011. - 378 S. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-442-31206-1 fest geb. : 19,99

Marcy Taggarts Tochter verschwindet unter rätselhaften Umständen. Ihre Suche führt sie nach Irland.
(SL)

Marcy und Peters Tochter Devon hat sich das Leben genommen, doch ihre Leiche wurde nie gefunden. Marcy glaubt, das Devon ihren Tod nur vortäuschte und untertauchte. Genau wie Marcys Mutter, die sich auch umbrachte, war Devon manisch-depressiv. Zur Silberhochzeit wollten Peter und Marcy nach Irland reisen. Nach Devons Tod zerbrach jedoch die Ehe. Marcy fährt daher alleine nach Irland und glaubt dort, ihre Tochter gesehen zu haben. Bei ihren Nachforschungen gerät sie immer wieder in große Schwierigkeiten und gefährliche Situationen. Wem kann sie überhaupt noch trauen? Dem jungen, gut aussehenden Liam, der ihr immer wieder hilfreich zur Seite steht, oder dem älteren Vic, der immer wieder auftaucht, um danach wieder zu verschwinden? Am Ende muss sich Marcy der Wahrheit stellen. Ein spannender Psychothriller, (Übers.: Kristian Lutze)
Pia Jäger

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349856

Fried, Amelie:
Eine windige Affäre : Roman / Amelie Fried. - München : Heyne, 2011. - 383 S. ; 21 cm
ISBN 978-3-453-26588-2 fest geb. : 19,99

Schwungvoller Frauenroman um die Tücken der Kinderbetreuung, die Aufrechterhaltung einer Ehe und die Bewährung im Job.
(SL)

Katja Moser ist Bauingenieurin, Ehefrau und Mutter zweier Kinder und versucht, den Ansprüchen, die daraus entstehen, gerecht zu werden. Ihr Chef schickt sie nach Litauen, wo sie den Aufbau eines Windkraftprojektes planen, leiten und durchführen soll. Mithilfe eines Au-pair-Mädchens versucht Katja, während ihrer langen Abwesenheit den häuslichen Status aufrecht zu erhalten. Doch Olga aus der Ukraine erweist sich als untragbar. Die in größter Verzweiflung zu Hilfe gebetene Mutter von Katja bringt mit ihren unkonventionellen Ansichten und Maßnahmen erst recht das Chaos ins Haus. Und die zunächst perfekt erscheinende Sofia entpuppt sich in ihrer Perfektion als Gefahr für die Ehe der Mosers. Daneben muss sich Katja in Litauen gegen korrupte Politiker, ehrenlose Journalisten und Angriffe auf ihr Leben auseinandersetzen. Wie gut, dass ihr stets ihr litauischer Assistent Jonas zur Seite steht - gemeinsam meistern sie die unkalkulierbare Situation. - Mit Elan und Humor geschrieben aber auch mit interessanten Informationen über die Situation in Litauen, liest sich dieser neue Roman der bekannten Autorin und Fernsehmoderatorin schwungvoll weg und kann als leichte Lektüre jeder Bücherei uneingeschränkt empfohlen werden.
Gabriele Güterbock-Rottkord

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344189

Haran, Elizabeth:
Im Hauch des Abendwindes : Roman / Elizabeth Haran. - 1. [Aufl.]. - Köln : Lübbe Ehrenwirth, 2011. - 475 S. : 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-431-03834-7 fest geb. : 16,99

Im australischen Outback erfährt die junge Ruby, worauf es wirklich ankommt im Leben und erobert sich ihren Platz.
(SL)

Die junge Ruby hat eine regelrechte Pechsträhne: sie verliert ihren Job im angesagtesten Friseursalon in Sydney, erwischt ihren Verlobten mit einer anderen, und das Erbe ihres Vaters entpuppt sich statt des erhofften Geldbetrags als Anteil an einem Rennpferd. Etwas entnervt macht sie sich mit ihrem letzten Geld auf in die Einsamkeit und Einöde von Südaustralien, wo der andere Teilhaber das Pferd trainiert. Sie möchte ihren Anteil gern verkaufen, um sich den heiß ersehnten eigenen Friseursalon einzurichten. Hier im australischen Outback erlebt sie manche Überraschung und entdeckt ihr Herz für das Leben in der Wildnis -und für den Mitbesitzer des Pferdes. - Unterhaltsam erzählter, groß angelegter Roman, in dem die Autorin nach bewährtem Muster ihre Heldin alle kleinen und großen Schwierigkeiten des Lebens mit Bravour meistern lässt. Leichte Unterhaltung, die überall ihre Leser/innen finden wird. (Übers.: Sylvia Strasser)
Ulrike Braeckevelt

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344178

Heldt, Dora:
Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt : Roman / Dora Heldt. - Orig.-Ausg. - München : Dt. Taschenbuch-Verl., 2011. - 318 S. : Ill. (farb.) ; 21 cm (dtv ; 24857 : dtv-premium)
ISBN 978-3-423-24857-0 kt. : 14,90

Unterhaltsame kleine Geschichte über Frauenleben in den Wechseljahren.
(SL)

Doris, brave Familienmutter und Ehefrau, wird fünfzig und hat mit diesem Geburtstag ein heftiges Problem. Sie empfindet das Datum als schmerzlichen Einschnitt im Leben. Deshalb will sie auch partout keine Geburtstagsfeier, sondern fährt stattdessen mit ihren Schulfreundinnen Anke und Katja für ein Wochenende in ein schickes Wellness-Hotel an der Ostsee. In der Sauna fallen dann nicht nur die Hüllen, sondern auch die Masken, die Damen offenbaren sich gegenseitig ihren Lebens- und Liebeskummer. Und letztlich kommt alles doch etwas anders als geplant... - Die Bestsellerautorin Dora Heldt hat auch diesen Roman wieder genau auf die Unterhaltungsbedürfnisse und die Erwartungen ihrer überwiegend weiblichen Leserschaft zugeschnitten. Manche Leserin wird sich in den drei Protagonistinnen wiederfinden und wie bei einem seichten Fernsehfilm geht am Schluss alles gut aus! Bei Nachfrage.
Marion Sedelmayer

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350174

Holt, Anne:
Kammerflimmern : Thriller / Anne & Even Holt. - München : Piper, 2011 – Aus dem Norweg. übers.
ISBN 978-3-492-05397-6 fest geb. : 19,99
NE: Holt Even: Kammerflimmern

In einem Krankenhaus bei Oslo sterben Herzpatienten trotz erfolgreicher Operation. Ist es fehlerhafte Medizintechnik oder hat jemand nachgeholfen?
(SL)

Sara Zuckerman ist eine norwegische Herzchirurgin, die als Professorin an einem Universitätskrankenhaus bei Oslo arbeitet. Dort gehört es zum Alltag, Herzpatienten kleine Defibrillatoren einzupflanzen. Diese Geräte sollen bei Kammerflimmern des Herzens genau berechnete Elektrostöße auslösen, um so bei Bedarf das Herz zu stabilisieren. Trotz einer erfolgreich verlaufenen Operation durch Zuckerman stirbt ein Mann am nächsten Tag bei einem Spaziergang in der Nähe des Krankenhauses. Sara und ihr Kollege, Assistenzarzt Ola Farmen, stehen vor einem Rätsel. Warum hat das ansonsten zuverlässige Gerät ihrem Patienten nicht geholfen? Wenige Tage später stirbt ein weiterer Patient, der kurz zuvor den Defibrillator in einer Operation erhalten hat. Ist die Technik defekt? Steckt jemand dahinter, der gezielt mordet oder dem Renommee von Zuckerman schaden will? Die den Leichen entfernten Geräte scheinen ganz normal funktioniert zu haben. - Die bekannte Thriller-Autorin Anne Holt hat sich für diesen spannenden Roman mit ihrem Bruder zusammengetan, der im Hauptberuf als Herzspezialist arbeitet. Dabei ist ein Medizin-Thriller entstanden, der zusätzlich die Finanzkrise als Thema abhandelt. Der gelungene Thriller verknüpft die scheinbar zusammenhanglosen Fäden des Beginns und sorgt für eine doppelte Überraschung am Ende. (Übers.: Gabriele Haefs)
Helmut Lenz

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353103

Jergovic, Miljenko:
Wolga, Wolga : Roman / Miljenko Jergovic. - Dt. Erstausg., 1. Aufl. - Frankfurt am Main : Schöffling, 2011. - 328 S. ; 21 cm – Aus dem Kroat. übers.
ISBN 978-3-89561-394-4 fest geb. : 21,95

Eine literarische Autofahrt durch das aufgewühlte Post-Jugoslawien.
(SL)

Miljenko Jergovi? schickt in seinem neuen Roman wieder einen einsamen Helden auf eine lange Autofahrt durch das ehemalige Jugoslawien. D?elal Pljevljak arbeitet im kommunistischen Jugoslawien als Zivilangestellter bei der Armee. Sein Leben ist alles andere als problemlos. Seine Tochter verschwindet irgendwann und niemand weiß über deren Schicksal Bescheid. Vermutlich wurde sie Opfer eines Verbrechens. Seine Frau begeht Selbstmord. Trost findet er im islamischen Glauben und bei einer Familie, die er auf seinen wöchentlichen Fahrten zum Freitagsgebet kennenlernt. Doch ein tragischer Verkehrsunfall gibt seinem Leben noch einmal eine radikale Wendung. In fast allen Romanen von Jergovi? spielen alte Autos eine zentrale Rolle. Dadurch erhalten die Romane immer einen mitreissenden "Drive", von dem man auch als Leser mitgerissen wird. "Die Dinge", hat der Autor einmal gesagt, "bekommen erst dann Gewicht, wenn sie gut erzählt sind." Und Jergovi? ist ein glänzender Erzähler, vielleicht der derzeit beste in der mittleren Generation von Schriftstellern aus dem ehemaligen Jugoslawien. Um die Ursachen der Kriege im zerfallenden Jugoslawien der 90er Jahre besser zu verstehen und ihre verheerenden Folgen für die Menschen zu registrieren, bieten die Romane von Miljenko Jergovi? sehr viel Anschauungsmaterial. (Übers.: Brigitte Döbert)
Carl Wilhelm Macke

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350164

Jón Kalman Stefánsson:
Der Schmerz der Engel : Roman / Jón Kalman Stefánsson. - München [u.a.] : Piper, 2011. - 342 S. ; 21 cm – Aus dem Isländ. übers.
ISBN 978-3-492-05390-7 fest geb. : 19,99

Zwischen Hoffnung und Aussichtslosigkeit: Landbriefträger Jens und "der Junge" unterwegs in mörderischem Schneesturm irgendwo in Island.
(SL)

Sie könnten gegensätzlicher nicht sein: "Der Junge", der für ein Gedicht die Welt vergisst und der Landbriefträger Jens, der Worte nicht leiden kann. Und doch sind sie gemeinsam unterwegs im unwirtlichen Island - in tobendem Schneesturm einander vielfach das Leben rettend. Jeder vor ihnen, auch die wenigen Menschen, denen sie begegnen, trägt eine schmerzhafte Geschichte mit sich, doch die des "Jungen", der ohne Eigennamen auskommen muss und den man bereits aus dem ersten Teil der geplanten Trilogie (Himmel und Hölle, s. BP/mp 09/619) von Stefansson kennt, bleibt schemenhaft. Der Tod ist der heimliche Protagonist des Romans, neben ihm das feindliche Wetter und die abweisende Natur. Mehrfach sind die Grenzen zwischen Leben und Tod fließend. Selten erscheint die menschliche Existenz so fragil und isoliert, menschliche Bindung so zerbrechlich, Gefühl so kostbar. Ein tiefgründiger, anspruchsvoller, packender, trauriger und doch auch tröstender Roman über das Leben am Ende der Welt, wo selbst die Engel in Form von Schnee weinen. Breit empfohlen. (Übers.: Karl-Ludwig Wetzig)
Birgit Karnbach

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350206

Kearsley, Susanna:
Licht über den Klippen : Roman / Susanna Kearsley. - München [u.a.] : Pendo, 2011. - 463 S. ; 21 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-86612-293-2 fest geb. : 19,99

Der Tod ihre Schwester schmerzt Eva sehr. Sie bringt deren Asche nach Cornwall und begegnet dort Personen aus dem 18. Jh.
(SL)

Zwar war der Tod ihrer Schwester voraussehbar, das Ende schockiert Eva dagegen umso mehr. Sie bringt Katrinas Asche in ein Dörfchen in Cornwall, wo die beiden in ihrer Kindheit glücklich waren. Das alte Herrenhaus dort und die Menschen darin nehmen die traurige junge Frau liebevoll auf. Bald ereignet sich Unerklärliches. Der Weg zu dem Hügel, auf dem Eva Katrinas Asche verstreute, teilt sich bei einem Gewitter. An seinem Ende steht ein hochgewachsener Mann in sehr altertümlicher Kleidung und plötzlich steht Eva daneben. Sie wurde in eine andere Zeit, genauer in das Jahr 1715 versetzt. Dort lernt sie den attraktiven Witwer Daniel kennen. Unwillkürlich wird Eva zu einer Wanderin zwischen den Zeit. Sie kehrt nahtlos in die Gegenwart zurück, kann aber nicht beeinflussen, wie und wo sie in der Vergangenheit auftaucht und verschwindet. Daniel und sein Bruder sind Schmuggler und helfen, den Aufstand der Jakobiten vorzubereiten. Eva kennt natürlich den Verlauf dieses historischen Ereignisses. Wie sie sich entscheidet, ob sie lieber im 18. oder im 21. Jh. bleibt, lässt die Autorin bis zum Schluss offen. - Diese Zeitreisegeschichte ist ein leichter, romantischer Schmöker, der zu Herzen geht. Nachdrückliche Empfehlung. (Übers.: Sonja Hauser)
Martina Mattes

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569420

Kristín Marja Baldursdóttir:
Sterneneis : Roman / Kristín Marja Baldursdóttir. - Frankfurt am Main : Krüger, 2011. - 237 S. ; 20 cm – Aus dem Isländ. übers.
ISBN 978-3-8105-0266-7 fest geb. : 16,95

Ein ungeplantes Wochenende mit einer gestörten 14-Jährigen bringt Psychiaterin Gunnur in eine emotionale Ausnahmesituation.
(SL)

Das Lebensgefühl der Psychiaterin Gunnur, jenseits der 50, ist angeschlagen: ein körperlicher Zusammenbruch im Ausland, ein Einbruch in der Wohnung - und jetzt wird ihr noch die Aufsicht über eine unbekannte 14-jährige aufgenötigt. Hugrun, von der Protagonistin "das Reh" genannt, erweist sich zunehmend als ein emotional zutiefst vernachlässigtes, einsames Mädchen, schwankend zwischen kindlicher Anhänglichkeit und zerstörerischer Aggression. In einer eingeschneiten Hütte auf dem Land, jenseits medialer Ablenkung, stellt das Mädchen viele Fragen und Gunnar taucht wider Willen auch emotional tief in die eigene Kindheit ein. Schmerzlich entdeckt sie, dass auch sie einsam und emotional vernachlässigt war, entdeckt aber auch den Unterschied zwischen den beiden "Einsamkeiten" und ihren Folgen. Nachdem "das Reh" sie fast umgebracht hat, nimmt sie die Therapierung des Mädchens in Angriff. Atmosphärisch und sprachlich sehr dicht geschrieben gelingt es Baldursdottir, die Lebenswelt der älteren und der jungen Generation sehr treffend zu charakterisieren und gegenüberzustellen - mit Gültigkeit nicht nur für Island. Ein sehr lesenswertes Frauenbuch! (Übers.: Ursula Giger)
Birgit Karnbach

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349650

Lendle, Jo:
Alles Land : Roman / Jo Lendle. - 1. Aufl. - München : Dt. Verl.-Anst., 2011. - 376 S. ; 21 cm
ISBN 978-3-421-04525-6 fest geb. : 19,99

Biographischer Roman über den Polarforscher Alfred Wegener.
(SL)

Ursprünglich Astronom, Meteorologe und Polarforscher wurde Alfred Wegener vor allem bekannt durch seine Theorie von der Verschiebung der Kontinente und der Plattentektonik, auch wenn diese erst nach seinem Tod Anerkennung fand. Jo Lendle nimmt seine Leser mit auf eine faszinierende abenteuerliche Reise durch Wegeners Leben. Beginnend mit Kindheit, Jugend und Studium stehen die Polarexpeditionen Wegeners nach Grönland im Mittelpunkt des biographischen Romans. Auf der Expedition von 1930 fand Wegener schließlich in Grönland den Tod. Der Leser spürt durch Lendles Erzähltalent geradezu Kälte und Einsamkeit, Mühsal und Entbehrung, aber ebenso Faszination und Besessenheit von Forschungsgegenstand und Entdeckerdrang. Nicht ausgespart wird dabei, dass Wegener nicht nur der begeisterte und begeisternde Forscher war, sondern auch durchaus seine Schwierigkeiten im Privatleben, etwa zeitlebens mit seinem Vater oder seiner Familie hatte. So entsteht das Porträt eines Forscherpioniers, der durch sein Leben und seine Entdeckungen fasziniert. Allen Büchereien sehr empfohlen.
Wilfried Funke

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350073

Moor, Marente de:
Die niederländische Jungfrau : Roman / Marente de Moor. - Berlin : Suhrkamp, 2011 – Aus dem Niederländ. übers.
ISBN 978-3-518-42253-3 fest geb. : 22,90

Während ihres Deutschlandaufenthaltes 1936 fühlt die Niederländerin Janna eine diffuse Bedrohung.
(SL)

Der den Roman der niederländischen Autorin Marente de Moor (Jahrgang 1972) dominierende Konflikt entsteht aus der Konfrontation zweier Lebensphilosophien. "Du studierst, um Wunden zu heilen, ... ich werde sie wieder aufreißen." Während der 1914 in Amsterdam Medizin studierende Jacq sein Wissen dem Roten Kreuz zur Verfügung stellt und bei der Bergung und Behandlung Schwerverletzter hilft, beklagt der von ihm betreute, aus Königsberg stammende Egon von Bötticher das Ende seines Fronteinsatzes. Umso intensiver hofft er auf einen neuen "ordentlichen Krieg", der ihm die Chance gibt, seinen Heldenmut zu beweisen und sein verletztes Ehrgefühl zu rächen. Es ist die Zeit zwischen den Weltkriegen, die Marente de Moor zum einen aus der Sicht des frustrierten Fechtmeisters von Bötticher, zum anderen aus der Perspektive seines Dienstpersonals beschreibt. Wenn im Spätsommer 1936 die 18-jährige Tochter des mit ambivalenten Empfindungen bedachten Jacq auf dem bei Aachen gelegenen Landgut eintrifft, erteilt ihr "der Meister" nicht nur Fecht- sondern auch Liebes- und Lebensunterricht. Von der unprätentiös schreibenden Autorin als rückschauende Ich-Erzählerin eingeführt, erinnert sich Janna der vom Gutshaus, seinen Bewohnern und gelegentlichen Besuchern ausgehenden diffusen Bedrohung. Indem Marente de Moor in ihrem anspruchsvollen, Briefe, philosophische Gespräche mit Erzählpassagen vereinenden Roman auf einen begrenzten historischen Zeitraum Bezug nimmt, regt ihre empfehlenswerte Prosa an, sich der der geschichtlichen Zusammenhänge zu erinnern. (Übers.: Helga van Beuningen)
Kirsten Sturm

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349601

Nesser, Håkan:
Die Einsamen : [ein Fall für Inspektor Barbarotti] ; Roman / Håkan Nesser. - 1. Aufl. - München : btb, 2011. - 604 S. ; 22 cm – Aus dem Schwed. übers.
ISBN 978-3-442-75313-0 fest geb. : 19,99

Zwei Menschen stürzen an der gleichen Stelle von einer Klippe - der vierte Fall für Kommissar Barbotti und Eva Backmann.
(SL)

Vor 35 Jahren stürzte eine junge Frau von einem Steilhang nahe Kymlinge in den Tod. Damals wurde es letztlich als Unfall gedeutet, obwohl einige Zweifel bestanden. Nun kommt an eben dieser Stelle ihr damaliger Partner ums Leben - kann das Zufall sein? Die Recherchen führen Kommissar Barbotti und seine Kollegin Eva Backmann zum alten Freundeskreis der Verunglückten und zu einem traumatischen Erlebnis in der Vergangenheit. - Wie auch schon in den vorangegangenen Büchern setzt der Autor nicht auf atemlose Spannung, sondern vielmehr auf die Vorgeschichte und die psychologischen Konstellationen in der Gruppe, um die sich alles dreht. Langsam wird, u.a. aus den wechselnden Perspektiven der einzelnen Personen, die Gruppe auf hohem Niveau gleichsam seziert. Lesenswert! (Übers.: Christel Hildebrandt)
Thomas Oberholthaus

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349013

Rademacher, Cay:
Der Trümmermörder : Kriminalroman ; [ein packender Krimi nach einem wahren Fall] / Cay Rademacher. - Orig.-Ausg. - Köln : DuMont, 2011. - 333 S. ; 20 cm
ISBN 978-3-8321-6154-5 kt. : 9,99

Oberinspektor Stave sucht in Hamburg im Winter 1947 einen mysteriösen Serienmörder.
(SL)

Hamburg im Winter 1947: Die Stadt, zu großen Teilen durch den Krieg zerstört, leidet unter dem ärgsten Winter seit Jahren. Auch Oberinspektor Staves Wohnung ist halb zerstört, seine Frau im Bombenhagel gestorben, sein Sohn in Russland verschollen. Da entdeckt man in einem Trümmerfeld die Leiche einer nackten Frau. Auf den Täter gibt es zunächst keine Hinweise. Stave bekommt zur Lösung des Falles zwei Helfer: Inspektor Maschke von der Sittenpolizei und den britischen Besatzungsoffizier Lieutenant MacDonald. Mit beiden macht sich Stave auf die aussichtslos wirkende Suche. Dann wird noch eine nackte Leiche gefunden, danach noch zwei. Ist ein wahnsinniger Massenmörder in Hamburg unterwegs? Die Zeit wird knapp. Und fast nebenbei findet Stave heraus, dass die Vergangenheit seines Kollegen Maschke nicht astrein ist ... - Dieses Buch, dessen Geschichte z.T. auf wahren Begebenheiten beruht, ist nicht nur ein zutiefst spannender Krimi. Dem Autor gelingt es auch, die historischen Gegebenheiten, das Ambiente im Nachkriegshamburg ebenso authentisch wie literarisch griffig zu präsentieren. Die Story läuft so vor dem geistigen Auge des Lesers quasi wie ein Dokumentarfilm ab. Dieses Buch verspricht nicht nur einige Stunden absoluter Spannung, sondern ist auch ein Teil literarische Nachkriegsgeschichte. Sicher einer der besten Krimis, die dieses Jahr in Deutschland veröffentlicht wurden. Für alle Büchereien sehr zu empfehlen.

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349523

Reichs, Kathy:
Fahr zur Höllle : Roman / Kathy Reichs. - 1. Aufl. - München : Blessing, 2011. - 349 S. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-89667-325-1 fest geb. : 19,95

Eine in ein Fass einbetonierte Leiche und merkwürdige Ermittlungen des FBI fordern Temperance Brennans ganzes Können.
(SL)

Auf der Mülldeponie neben der berühmten Rennstrecke in Charlotte, der Heimatstadt von Temperance Brennan (und Kathy Reich), wird eine Leiche gefunden - einbetoniert in ein Fass. Nur einen Tag später setzt sich Wayne, ein Mitglied eines Rennteams, mit Tempe in Verbindung, der glaubt, dass diese Leiche eine Erklärung für das Verschwinden seiner Schwester Cindi vor Jahren bietet. Doch nachdem sich das FBI damals in die Ermittlungen eingemischt hatte, wuchs überraschend schnell Gras über die Sache. "Durchgebrannt" lautet seitdem die offizielle, wenn auch unglaubwürdige Erklärung. Als eine weitere Person vermisst gemeldet wird, die mit dem Fall in Zusammenhang gebracht werden kann, Wayne sich verfolgt fühlt und das FBI am Schauplatz des Geschehens auftaucht, wird auch Tempe hellhörig und fängt an, auf eigene Faust zu ermitteln. Ungünstiger könnte der Zeitpunkt nicht sein, gerade jetzt, wo über 200.000 NASCAR-Fans und jede Menge Journalisten in Charlotte sind, um die Rennen zu genießen. - In Kathy Reichs 14. Buch über die Forensikerin Temperance Brennan geht es gewohnt spannend und aufregend zu Sache. Fans der Serie werden ihre Freude haben, alte Bekannte wie "Skinny" Slidell oder Pete und seine Barbie-Verlobte Summer wieder zu treffen - und genau diese Personen bringen, neben Tempes trockenem Humor, eine Menge Witz und Abwechslung in die Geschichte. Aber auch Neueinsteiger werden kaum Schwierigkeiten haben, sich in Tempes Welt rund um das forensische Labor und ihre Männergeschichten zurecht zu finden, denn Reichs versteht es hervorragend, genau die richtigen Informationen an richtiger Stelle zu geben. Schenkt man den bereits erschienen Rezensionen Glauben, ist Kathy Reichs nach einigen schwächeren Büchern endlich wieder ein richtig fesselnder Krimi gelungen, der an ihre anfänglichen Glanzzeiten anknüpft. Ein toller Schmöker, der auf jeden Fall Lust auf mehr Tempe Brennan macht. (Übers.: Klaus Berr)
Nadine Fitzke

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349539

Riesco, Nerea:
Der Turm der Könige : [historischer Roman] / Nerea Riesco. - Frankfurt am Main : Scherz, 2011. - 535 S. : Ill. ; 22 cm – Aus dem Span. übers.
ISBN 978-3-502-10226-7 fest geb. : 19,95

Nach der Rückeroberung Sevillas soll ein Schachturnier über das Schicksal des wunderschönen Minaretts entscheiden.
(SL)

König Ferdinand III. von Kastilien möchte nicht, dass vor der Einnahme Sevillas der Turm Giralba von den Mauren, wie angekündigt, abgerissen wird. Deshalb akzeptiert er den Vorschlag des maurischen Herrschers, der jeweils beste Schachspieler der Mauren und der Christen sollten um den Turm spielen. Wer zuerst drei Partien gewonnen hat, soll über das Schicksal des Turmes bestimmen. In der Kapitulationsurkunde werden alle Details festgelegt. Aber in den Wirren der nachfolgenden Jahre geht das Wissen um die damaligen Vereinbarungen verloren. Der Turm ist nunmehr Teil der Kathedrale von Sevilla. Im 18. Jh. greift der marokkanische König die alte Vereinbarung auf und die Nachforschungen ergeben, dass nur vier Partien gespielt worden waren mit jeweils zwei Siegen auf spanischer und muslimischer Seite. Nun wollen christliche Orden, die seinerzeit die Rückeroberung unterstützt hatten, keinesfalls, dass die alte Vereinbarung eventuell durch eine verlorene fünfte Partie zugunsten der Muslime den Ausschlag gibt. Da es aufseiten der Christen einen geheimnisvollen Auserwählten gibt, der die letzte Partie spielen soll, wird mit Ränke, Gewalt und Mord agiert, um die Vereinbarung zu unterlaufen ... - Hier werden historische Fakten wie die Rückeroberung Sevillas im Jahre 1248 mit dem fiktiven Schachwettstreit verknüpft. Da wirkt manches doch recht willkürlich verwoben. So gut die Historie, vor allem die Geschichte des 18. Jh. in Spanien, dargestellt wird, so unglaubhaft ist die Szenerie um den Schachwettstreit über Jahrhunderte. Allerdings sind die zahlreichen Protagonisten sehr realistisch und nachvollziehbar dargestellt. Stimmig sind auch die Beschreibungen der grandiosen Kathedrale von Sevilla mit der Giralba. Insofern ist es eine über weite Strecken interessante und auch lohnende Lektüre. Das leicht lesbare Buch ist für viele Bestände eine gute Ergänzung. (Übers.: Lisa Grüneisen)
Erwin Wieser

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569395

Rovira, Àlex:
Einsteins Versprechen : Roman / Àlex Rovira ; Francesc Miralles. - 2. Aufl. - Berlin : List, 2011. - 382 S. ; 21 cm – Aus dem Span. übers.
ISBN 978-3-471-35051-5 fest geb. : 18,00
NE: Miralles, Francesc: Einsteins Versprechen

Gefühlvolle, spannend-durchdachte Geschichte über zwei wissbegierige Menschen, die sich auf die Suche nach Einsteins letzter, geheimer Erkenntnis machen.
(SL)

Wieso er jetzt plötzlich durch die halbe Welt reist und sich nun in einer einsamen Höhle mitten in der Wüste wiederfindet ist Javier rückblickend gar nicht so klar. Eigentlich ist er Drehbuchautor, aber plötzlich geriet er in einen merkwürdigen Zirkel von Einstein-Fans, die herausfinden wollen, was Einstein in seinen letzten Lebensjahren getrieben hat. Für einen Forscher hat er in dieser Zeit nämlich reichlich wenig publiziert. Doch die Suche scheint gefährlich, denn bereits zwei Mitglieder dieses Zirkels wurden auf brutale Weise getötet. Zusammen mit der Einsteinbiografin Sarah, eine weitere sehr undurchsichtige Person in diesem Kreis der Verdächtigen, folgt Javier einer komplizierten Spur und steht vor vielen Rätseln: Was hat es mit der Formel e = ac2 auf sich? War es ein Schreibfehler der Relativitätstheorie? Für was steht a? Hatte Einstein tatsächlich eine uneheliche Tochter, die die Antwort auf diese Fragen wissen könnte? Eine spannende Suche in physikalischen und emotionalen Welten beginnt. - Mit poetischen Bildern, gefühlvollen und doch nicht kitschigen Worten gelingt den Autoren Rovira und Miralles eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, in der die Biografie eines Physikgenies und die große Wissenschaft der Liebe aufeinandertreffen. Gespannt verfolgt der Leser die Suche der Protagonisten, erschrickt über manch unerwartete Wendung und kann sich zugleich sinken lassen in eine gefühlvolle Beweisführung für die Liebe. Ein Buch, das verliebt macht. (Übers.: Maria Hoffmann-Dartevelle)
Sonja Schmid

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349663

Schmitt, Eric-Emmanuel:
Die Träumerin von Ostende / Eric-Emmanuel Schmitt. - Frankfurt am Main : S. Fischer, 2011. - 284 S. ; 21 cm – Aus dem Franz. übers.
ISBN 978-3-10-073586-7 fest geb. : 18,95

Erzählungen über Sehnsucht, Liebe und Phantasie.
(SL)

In seinem Buch bringt Schmitt uns mit seinen Protagonisten Menschen nahe, deren amüsante und skurrile Schlüsselerlebnisse ihr Leben von Grund auf verändern: Eine alte Frau, die sonst nur distanziert und teilnahmslos im Rollstuhl vor dem Fenster hockt, erzählt ihrem neuen Mieter von ihrer einstigen Liebe zu einem Königssohn. Die langjährig verheiratete Gabi tötet ihren Ehemann, nachdem sie sich von den Ansichten ihrer Freundin über Männer hat vereinnahmen lassen. Ein Lehrer, der fiktionale Literatur verabscheut, liest erstmals einen Roman, dessen Inhalte er auf sein eigenes Leben projiziert. - Dieser Art sind Schmitts Erzählungen. Seine Figuren und ihre unkonventionellen Entscheidungen, ihr Leben zu verändern, erzeugen ein spannendes Leseerlebnis. Dem Leser bleibt es dabei selbst überlassen, das jeweils offene Ende der Geschichten weiter zu denken. (Übers.: Inés Koebel)
Adelgundis Hovestadt

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350156

Shreve, Anita:
Das erste Jahr ihrer Ehe : Roman / Anita Shreve. - München [u.a.] : Piper, 2011. - 367 S. ; 21 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-492-05404-1 fest geb. : 19,99

Die Journalistin Margaret heiratet den Arzt Patrick, ohne ihn vorher lange gekannt zu haben - mit dramatischen Folgen.
(SL)

Die Liebe zu Afrika führte den Arzt Patrick und die Journalistin Margaret zusammen. Kurz nach ihrer Hochzeit gehen sie nach Kenia, wo sie ein paar Jahre leben und arbeiten wollen. Zufällig lernen sie die Engländer Arthur und Diana kennen. Zusammen beschließen sie, den Mount Kenya zu besteigen, der selbst passionierten Bergsteigern Respekt einflößt. Ein weiteres Ehepaar schließt sich ihnen an. Einer der Teilnehmer überlebt die Tour nicht. Fortan ist in Patricks und Margarets Ehe nichts mehr, wie es war. Beide quälen sich durch tödliches Schweigen, verheerendes Misstrauen und die Frage nach Schuld und Sühne. Die Zuneigung Margarets zu einem Kollegen und der Verlust ihres ungeborenen Kindes scheinen das Aus der Ehe zu besiegeln. Da ergibt sich unvermutet die Chance, ihrem Leben durch einen Kraftakt eine positive Richtung zu geben. - Es sind die wie zufällig eingestreuten Nebenbemerkungen, die die Leserin auf das sich anbahnende Unglück vorbereiten. Aus der Sicht Margarets wird eine Ehe beschrieben, die aus den verschiedensten Gründen zu scheitern droht. Die amerikanische Autorin wählt dafür leise Töne und erzielt so ein ungeheure Wirkung, die bei Liebhaberinnen niveauvoller Frauenliteratur noch lange nachwirkt. (Übers.: Mechtild Sandberg)
Martina Mattes

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351238

Tokarczuk, Olga:
Der Gesang der Fledermäuse : Roman / Olga Tokarczuk. - 1. Aufl. - Frankfurt am Main : Schöffling, 2011. - 345 S. : Ill. ; 22 cm – Aus dem Poln. übers.
ISBN 978-3-89561-466-8 fest geb. : 22,95

In einer abgelegenen Region Polens werden einige Jäger ermordet aufgefunden.
(SL)

Janina führt ein einsames Leben auf einem Hochplateau im Glatzer Kessel: Sie liebt Astronomie, unterrichtet ein wenig Englisch an der Dorfschule, kümmert sich im Winter um die umliegenden Sommerhäuser und hat ganzjährig mit einem mysteriösen Leiden zu kämpfen. Ihre Leidenschaft gilt außerdem dem Kampf gegen Verbrechen an Tieren wie z.B. die Jagd. Als einige wichtige Persönlichkeiten des Ortes ermordet werden, ist Janinas Theorie klar: Die Tiere nehmen Rache. Im Laufe der Handlung, die mit einigen skurril-sympathischen Figuren aufwartet, wird dann jedoch klar, dass Janina es mit ihrem Engagement für die Tiere etwas zu weit getrieben hat. - Ungewöhnlicher Krimi, dessen schrulligen Heldin für einen sorgsamen Umgang mit der Natur plädiert und der besonders mit den gekonnt gezeichneten Charakteren überzeugt. Illustriert mit einigen Scherenschnitte. Ungewöhnlich, aber sehr lesenswert und gerne empfohlen. (Übers.: Doreen Daume)
Cornelia Klöter

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350069

Vargas Llosa, Mario:
Der Traum des Kelten : Roman / Mario Vargas Llosa. - 1. [Aufl.]. - Berlin : Suhrkamp, 2011. - 444 S. ; 22 cm – Aus dem Span. übers.
ISBN 978-3-518-42270-0 fest geb. : 24,90

Roman über das Leben des irischen Freiheitshelden Roger Casement.
(SL)

Der wegen Hochverrates zum Tode verurteilte Roger Casement blickt im August 1916 auf sein Leben zurück. Als Konsul im Kongo hat er vor Jahrzehnten die schrecklichen Auswirkungen der Kolonialpolitik Belgiens miterlebt und für die englische Regierung einen Bericht darüber verfasst. Nicht anders erging es ihm in Peru, wo der Geschäftsmann Julio Arana in Putumayo aus Habgier die grausamsten Verbrechen begehen ließ - ein Fall, den Casement ebenfalls im Auftrag der britischen Regierung zu untersuchen hatte. Es waren diese Erfahrungen, die dem Iren Casement die Unterdrückung seines eigenen Landes durch die Engländer hat bewusst werden lassen. - Am Beispiel der historischen Figur des 1916 hingerichteten Robert Casement setzt sich Mario Vargas Llosa mit den Abgründen menschlicher Habgier und der Kaltblütigkeit politischer Ränkespiele auseinander. Dabei gelingt es dem Autor, den Leser auf eine gut recherchierte Zeitreise zurück in die Hochzeit des Kolonialismus mitzunehmen. Ein historischer Roman, wie er besser nicht geschrieben sein könnte. (Übers.: Angelica Ammar)
Walter Brunhuber

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569560

Williams, Amanda Kyle:
Cut : Thriller / Amanda Kyle Williams. - 1. Aufl. - Reinbek bei Hamburg : Wunderlich, 2011. - 427 S. ; 21 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-8052-5006-1 fest geb. : 19,95

Privatdetektivin Keye Street wird als Profilerin zu dem Fall eines scheinbar wahllos mordenden Serientäters in Atlanta hinzugezogen.
(SL)

Keye Street ist eine ehemalige FBI-Beamtin, die aufgrund ihrer Alkoholsucht aus dem Dienst entlassen wurde. Mittlerweile ist sie trocken und hat sich eine florierende Privatdetektei in Atlanta aufgebaut. Immer wieder hilft sie dabei auch ihrem Freund bei der Mordkommission, Lieutenant Rauser, aus. So auch bei seinem neuesten Fall, einem scheinbar wahllos tötenden Serienmörder. Schnell kann die ehemalige Profilerin Keye Street herausfinden, dass der Täter offenbar einen Groll gegen Leute hegt, die Zivilprozesse anstrengen. Doch dann scheint der Täter es plötzlich auf Streets persönliches Umfeld abgesehen zu haben. Stammt der Täter vielleicht sogar aus ihrem Freundeskreis. Unbewusst kommt sie dem wahren Täter dabei immer näher und gerät selbst in Lebensgefahr. - Überaus spannend und mit gut recherchiertem Fachwissen zum Profiling und zu polizeilichem Vorgehen hält Amanda Kyle Williams die Spannung und Auflösung des Krimis bis zum letzten Kapitel aufrecht. Die sympathische Figur der Keye Street tut ihr Übriges dazu, den Leser an das Buch zu fesseln. Ein dramatischer Krimi, der trotz der vielen Toten nicht blutrünstig daherkommt. Gerne allen Beständen empfohlen. (Übers.: Andree Hesse)
Stefanie Simon

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349528

Freund, Wieland:
Törtel und Nummer 3 / Wieland Freund. - Dt. Orig.-Ausg., 1. [Aufl.]. - Weinheim [u.a.] : Beltz & Gelberg, 2011. - 189 S. : Ill. (farb.) ; 22 cm
ISBN 978-3-407-79994-4 fest geb. : 12,95

Neue lustige Geschichte mit der Schildkröte Törtel und ihren Freunden.
(K ab 9)

Auch im dritten Abenteuer mit den Tieren aus Müggeldorf geht es wieder turbulent zu: in diesem Fall verschwindet die Ente Michelle spurlos und hinterlässt dem Schwan Hokuspokus sieben gerade geschlüpfte Küken. Und dann watschelt Küken Nummer 3 auch noch auf den schicken, leider jedoch fast leer stehenden Müggelpalast am See zu. Also alle Tiere hinterher! Urkomische Begegnungen von Mensch und Tier sind vorprogrammiert. Allein schon die Szenen mit den zum ersten Mal in ihrem Leben Aufzug fahrenden Tiere ist ein großer Spaß! Es kommt zum köstlichen Finale, als der potenzielle Käufer des Palastes, der gestresste, Ruhe suchende Fernsehexperte Kim-Olav Brüggemann auf die Schildkröte Törtel, den Schwan Hokuspokus und die anderen tierischen Freunde, unter anderem das Wildschwein Grrmpf trifft. Die skurrilen tierischen und menschlichen Helden, die flotte Handlung und die witzigen bunten Bilder lassen jedes Leserherz höher schlagen. Zur Fortsetzung weiter unbedingt empfohlen.
Lieselotte Banhardt

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342490

Gleitzman, Morris:
Dann / Morris Gleitzman. - Dt. Erstausg. - Hamburg : Carlsen, 2011. - 221 S. ; 20 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-551-31005-7 kt. : 8,95

Nach ihrer Flucht aus dem Todeszug nach Auschwitz suchen zwei Kinder verzweifelt nach einem Versteck vor den Nazis.
(J)

Seit sie aus dem Todeszug nach Auschwitz fliehen konnten (s.: "Einmal": BP/mp 10/207), sind Felix und Zelda auf der Flucht vor den Nazis. Keines ihrer Verstecke im Wald ist wirklich sicher, Hunger und Durst plagen genauso wie die immerwährende Angst vor Entdeckung. Doch dann scheint sich ihr Schicksal zu wenden. Die Bäuerin Genia ist mutig genug, den beiden verängstigten Kindern ein Dach über dem Kopf zu bieten. Sie gibt sie als Verwandte aus und versucht, die misstrauischen Nachbarn zu täuschen, indem sie den beiden die Haare bleicht und ihnen einimpft, bei Nachfragen die eingeübte Geschichte zu erzählen und immer nur die neuen Namen zu verwenden. Doch Felix hat in seinem kurzen Leben schon zu viel Elend gesehen, um nicht zu ahnen, dass dieser barmherzige Schwindel ganz schnell auffliegen kann. Vor allem er als beschnittener Jude wird seine Identität nie verleugnen können. Schweren Herzens entschließt er sich, Zelda allein bei Genia zu lassen, auch wenn er ihr immer wieder das Gegenteil versprochen hat. Doch dann kommt alles ganz anders, und er macht in der nahen Stadt eine furchtbare Entdeckung. - Ebenso eindringlich wie im ersten Teil lässt der australische Autor Morris Gleitzman die Greuel der Naziherrschaft aus der Perspektive eines jüdischen Kindes lebendig werden. Mit seinen Augen sieht der Leser, was Menschen anderen Menschen in dieser düsteren Zeit angetan haben, erlebt aber auch, wie man sich auch in größter Bedrängnis Mitmenschlichkeit, Freundschaft und Zivilcourage erhalten kann. Ein trauriges und dennoch auch hoffnungsvolles Buch, das bei aller Fiktionalität sehr authentisch vom Holocaust zu erzählen weiß. Als Fortsetzung des ersten Bandes, der 2011 den Kath. Kinder- und Jugendbuchpreis erhielt, unbedingt zu empfehlen. (Übers.: Uwe-Michael Gutzschhahn)
Angelika Rockenbach

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351176

Landy, Derek:
Rebellion der Restanten / Derek Landy. - 1. Aufl. - Bindlach : Loewe, 2011. - 507 S. + Mysotis Terra (14 Bl.) ; 22 cm (Skulduggery Pleasant / Derek Landy ; 5) – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-7855-7130-9 fest geb. : 17,95

Rasante Fortsetzung der Reihe um den knochigen Detektiv und seine Assistentin Walküre im Kampf gegen die Bösen der Schattenwelt.
(J)

Eigentlich hätte Walküre es besser wissen müssen. Sie begibt sich in die Hände zwielichtiger Gestalten, ohne Skulduggery zu informieren und schon geht alles schief. Die Restanten wurden befreit und nur sie, die direkte Nachfahrin der ersten Magier, kann ihnen Einhalt gebieten. Wird sie die Welt retten oder vernichten, wie es ihr prophezeit wurde? Sie will diesen Konflikt alleine lösen, doch sie hat die Rechnung ohne ihren knochigen Freund und Beschützer gemacht. Denn der fürchtet sich vor gar nichts. - Landy schafft es tatsächlich, in Band 5 der inzwischen beliebten und erfolgreichen Reihe sein Tempo noch einmal zu steigern. Heftiges Kampfgetümmel wechselt mit urkomischen Szenen, die Dramaturgie der Handlung ist an Spannung kaum zu überbieten und die konsequente Weiterentwicklung der Charaktere wie immer glaubwürdig und nachvollziehbar. Dennoch, auch hier gilt angesichts der Vielzahl von Personen und Handlungssträngen: Ohne die Kenntnis der Vorgängerbände kommt man in die Geschichte nicht hinein. Daher nur als lückenlose Reihe einsetzbar, aber dann für ältere Jugendliche (angesichts einiger blutrünstiger Details im Finale) sehr empfohlen! (Übers.: Ursula Höfker)
Beate Mainka

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354517

Poznanski, Ursula:
Saeculum : Thriller / Ursula Poznanski. - 1. Aufl. - Bindlach : Loewe, 2011. - 492 S. ; 22 cm
ISBN 978-3-7855-7028-9 kt. : 14,95

Die Teilnahme an einem mittelalterlichen Rollenspiel bringt einen Jugendlichen in große Gefahr.
(J)

Eigentlich ist Bastian kein Fan von Rollenspielen, und auch für das Mittelalter hat er sich noch nie wirklich interessiert. Umso mehr interessiert er sich für die hübsche Sandra, die ihn zu dem geheimnisvollen Event einlädt, der in einem Wald fernab von jeder Zivilisation stattfindet. Fünf Tage lang soll er mit ein paar anderen jungen Leuten ein original mittelalterliches Leben führen, ohne Strom, ohne Handy und andere neuzeitliche Hilfsmittel. Was wie ein eher harmloses Pfadfinderabenteuer beginnt, entwickelt sich schon bald zu einer lebensgefährlichen Herausforderung. Auf dem geheimnisvollen Wald scheint ein Fluch zu liegen, es kommt zu merkwürdigen Ereignissen und zu Unfällen, die immer mehr von Bastians Mitspielern außer Gefecht setzen. Seine Einladung zu "Saeculum" scheint von langer Hand geplant worden zu sein, denn irgendjemand aus der Gruppe hat es ganz offensichtlich auf ihn abgesehen. Was will er von Bastian, und was hat dessen ungeliebter und sehr autoritärer Vater mit der ganzen Sache zu tun? - Wer Poznanskis Computerspiel-Roman Erebos (BP/mp 10/726) gelesen hat, weiß, dass die österreichische Autorin spannend und gut erzählen kann. Das beweist sie auch in ihrem neuen Jugendbuch, das den Leser bis zum Schluss mit seiner verschachtelten und geheimnisvollen Geschichte in Atem hält. Der Roman unterhält seine Leser so gut, dass man der Autorin die ein oder andere Länge, die ab und zu doch sehr klischeehaften Charaktere und manch unglaubwürdige Wendungen ganz gerne verzeiht.
Angelika Rockenbach

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