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August 2011

Auf dieser Seite finden Sie nach einer Auflistung der besprochenen Titel sämtliche Rezensionen. Nach der letzten Buchbesprechung haben Sie die Möglichkeit, die hier vorgestellten Bücher per E-Mail zu bestellen.

Sachbücher:
Page, N.: Die letzten Tage Jesu
Eichhorn, C.: Bei schlechten Noten helfen gute Eltern
ElBaradei, M.: Wächter der Apokalypse
Smith, L.: Die Welt im Jahr 2050
Miller, L.: So war das
Chodorkowski, M.: Briefe aus dem Gefängnis
Elsner, H.: Im Überschwang

Schöne Literatur:
Balzano, M.: Damals, am Meer
Bender, A.: Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen\
Edwards, K.: See der Träume
Genazino, W.: Wenn wir Tiere wären
Leon, D.: Auf Treu und Glauben
Liehr, T.: Sommerhit
MacCarten, A.: Liebe am Ende der Welt
Pancol, K.: Die gelben Augen der Krokodile
Petterson, P.: Ist schon in Ordnung
Sánchez, J.: Die Pforte des Lichts
Steinhauer, O.: Last Exit
Suter, M.: Allmen und der rosa Diamant
Taher, B.: Die Oase
Thor Vilhjálmsson: Morgengebet
Thórarinn Eldjárn: Die glücklichste Nation unter der Sonne
Volo, F.: Noch ein Tag und eine Nacht

Kinder- und Jugendliteratur:
Anderson, R.: Timothy
Bodoc, L.: Der afrikanische Spiegel
Mason, S.: Die Quigleys obenauf
Napp, D.: Achtung, hier kommt Lotta!
Zett, S.: Hugos Masterplan
Chapman, L.: Verwandte Seelen
Slade, A.: Gefahr für das Britische Empire


Cover

567805

Page, Nick:
Die letzten Tage Jesu : Protokoll einer Hinrichtung / Nick Page. - 1. [Aufl.]. - München : Pattloch, 2011. - 399 S. : Ill. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-629-02282-0 fest geb. : 19,99

Eine überzeugende Darstellung des Leidens Christi.
(Re 2.3)

Es ist schwer, altbekannte Texte so zum Vortrag zu bringen, dass man glaubt, man höre sie zum ersten Mal. Nick Page ist ein Erzähler, dem es gelingt, anhand der Evangelientexte die letzten Lebenstage Jesu, seine Hinrichtung und die Ostererfahrung der ersten Auferstehungszeugen in ihrer ganzen Dramatik wieder zu vergegenwärtigen. Dabei ist es nicht alleine seine Erzählkunst, die dies zuwege bringt; obwohl selbst kein Theologe, hat Page sich gut in die exegetische Diskussion eingearbeitet, aus deren Fängen er sich aber auch mit Scharfsinn und gesundem Menschenverstand wieder befreit, wenn der theologische Mainstream Gefahr läuft, die grundlegenden Glaubenswahrheiten von der Auferstehung Jesu im methodischen Skeptizismus zu verdunkeln. So verteidigt er den wahren Tod Jesu und dessen leibhafte Auferstehung und verbindet damit die berechtigte Mahnung, auf die Menschen jener Zeit nicht herablassend zu blicken, sondern das Geschehene aus ihrer Perspektive betrachten zu lernen. Darüber hinaus bringt auch dieses Buch natürlich nicht das Ende theologischen Fragens und Suchens; es ist und bleibt ein mit gedämpften Emotionen aufgeladener erster Zugang zum "Mysterium paschale". Aber es reißt uns durch seine überzeugende Interpretation doch in vielem die Binden von den Augen, die uns gleichgültig und oft genug sogar blind für das größte Ereignis der Menschheitsgeschichte gemacht haben. - Sehr empfohlen! (Religiöses Buch des Monats August)
Richard Niedermeier

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351515

Eichhorn, Christoph:
Bei schlechten Noten helfen gute Eltern : wie Sie ihre Kinder klug fördern und richtig coachen / Christoph Eichhorn. - Stuttgart : Klett-Cotta, 2011. - 186 S. : Ill. ; 21 cm
ISBN 978-3-608-94603-1 fest geb. : 16,95

Eltern haben entscheidenden Einfluss auf den Schulerfolg ihrer Kinder. Der Ratgeber zeigt, wie Eltern ihr Kind beim Lernen unterstützen können.
(Pä 2.12)

Eltern haben einen größeren Einfluss auf den Schulerfolg ihrer Kinder, als sie denken. In einer Studie wurde deutlich, dass sie sich bis zu 50 Prozent des Erfolges, aber eben auch des Misserfolges zuschreiben dürfen. Doch wer hat schon gelernt, Kinder beim Lernen zu begleiten? Der Schul- und Erziehungsberater Christoph Eichhorn erklärt an vielen Beispielen aus dem Familienalltag, wie die Unterstützung eines Schülers - ob bei den Klassenarbeiten oder den Hausaufgaben - aussehen kann. Ein praxisorientiertes Buch, dem man höchstens vorwerfen kann, dass es sehr viele Informationen und Anregungen enthält, die manche Eltern möglicherweise eher erschlagen als motivieren. Da gilt es dann selbst zu beherzigen, was man von den Schülern verlangt. Allen Büchereien empfohlen.
Birgit Ebbert

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568650

ElBaradei, Mohamed:
Wächter der Apokalypse : im Kampf für eine Welt ohne Atomwaffen / Mohamed ElBaradei. - Frankfurt [u.a.] : Campus-Verl., 2011. - 366 S. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-593-39348-3 fest geb. : 24,90

Aufschlussreicher Bericht über die Kontrolle der Atomwaffen.
(So 2.531)

Der autografische Bericht des ehemaligen Generaldirektors der Internationalen Atomenergieorganisation und Friedensnobelpreisträgers vermittelt dem politisch interessierten Leser spannende Details über die machtpolitisch motivierten Maßnahmen von Personen und Staaten. Begleitet von interessanten Einblicken in Gespräche der Beteiligten schildert der erfahrene Diplomat seine Erfahrungen, Erlebnisse und Bemühungen im nuklearen Pokerspiel mit dem Iran, dem Irak, mit Nordkorea, Libyen und anderen Staaten, räumt Missverständnisse über den Atomsperrvertrag, über Urananreicherung und Brennstoffkreislauf aus und informiert über die Vorgänge um den Irakkrieg, über die Aufgaben und die schwierige Arbeit der Inspektoren und deren unzureichende Befugnisse und über den Schwarzmarkt des Khan-Netzwerkes für kerntechnische Materialien und Geräte. Trotz aller Probleme, Schwierigkeiten und Querschüsse von Hardlinern in den USA glaubt der Autor an Diplomatie und Dialog und an eine friedliche Beilegung der atomaren Krisen. - Dieses sehr empfehlenswerte Buch mit dem tiefen Blick hinter die Kulissen der Macht ist allen Büchereien anzuraten.
Helmut Eggl

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344413

Smith, Laurence C.:
Die Welt im Jahr 2050 : die Zukunft unserer Zivilisation / Laurence C. Smith. - 1. Aufl. - München : Dt. Verl.-Anst., 2011. - 479, [8] S. : Ill., Kt. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-421-04401-3 fest geb. : 22,99

Ein realistischer Blick in die Zukunft?
(So 1.4)

Was mag ein Mensch im Jahr 1971 über heute gedacht haben? Wohl kaum hätte er sich z.B. solche Gedanken über die Gefahren der Atomenergie gemacht wie heute. Aussagen über die Zukunft der Welt gestalten sich also schwierig. Die Absicht des Professors für Geografie ist in erster Linie, das zukünftige Weltgeschehen aufgrund der hinterfragenden Beobachtung und Erforschung des aktuellen Geschehens genauer vorhersagen zu können. Seine Prognosen basieren auf dem Zusammenspiel von Demografie, Ressourcenverbrauch, Globalisierung und Klimawandel, die die Zukunft prägen dürften. Sie werden anhand von Klimamodellen und wenigen eindrücklichen Bildern diskutiert. Auf knapp 400 Seiten werden Daten, Fakten und aktuelle Ereignisse leicht verständlich in eine Prognose für die Zukunft eingearbeitet. Am Ende des Buches wird dem Leser, der als Teil der Gesellschaft die Welt maßgeblich beeinflusst, die Frage gestellt: Was für eine Welt wollen wir? Insgesamt wird in diesem hervorragend recherchierten Buch, das nicht als Science-Fiction abgetan werden, sondern zur Wissenschaft zählen sollte, die volle Bandbreite heute realistischer und wahrscheinlicher Zukunftsszenarien mit ihren Problemen dargestellt. Unbedingt empfehlenswert!
Bernhard Elsner

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569325

Miller, Leszek:
So war das : Polens Einzug in die EU / Leszek Miller. - 1. Aufl. - Hamburg : Hoffmann und Campe, 2011. - 351 S. ; 21 cm – Aus dem Poln. übers.
ISBN 978-3-455-50192-6 fest geb. : 23,00

Chronik der polnischen Beitrittsverhandlungen zur EU.
(Ge 4.51 <- So 2.51)

In diesem bisweilen emotional gefärbten Bericht beschreibt der ehemalige Ministerpräsident Polens den komplizierten Prozess der Annäherung Polens an die Europäische Union, in dem er für die Mitgliedschaft die Forderungen und Erwartungen des polnischen Parlaments und der Verbände mit den Kriterien und Vorstellungen der Mitgliedsländer in Einklang bringen musste. Seine Gespräche mit den Repräsentanten der Staaten und der Europäischen Kommission auf den verschiedenen Gipfeltreffen und die Auskünfte über die hitzigen Debatten im Sejm über den Verkauf polnischen Bodens, den Schutz der Landwirtschaft und über den Strukturfonds lassen dabei bemerkenswert tiefe Einblicke in die Schwierigkeiten und Dramatik solcher Beitrittsverhandlungen zu. - Für alle, die sich für die europäische Einigung interessieren, ist dieses Buch als historisches Dokument eine lesenswerte Chronik.
Helmut Eggl

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350793

Chodorkowski, Michail:
Briefe aus dem Gefängnis : mit einem Essay von Erich Follath / Michail Chodorkowski. - 1. Aufl. - München : Knaus, 2011. - 285, [8] S. : Ill. (überw. farb.) ; 21 cm – Aus dem Russ. übers.
ISBN 978-3-8135-0449-1 fest geb. : 19,99

Briefe und Essays des ehemaligen Jukos-Unternehmers, der aus politischen Gründen in Rußland inhaftiert wurde.
(Bi 2 - Chodorkowski, Michail <- Ge 4.53)

Michail Chodorkowski, ehemals Chef des Ölkonzern Jukos, konnte auf verschiedenen inoffiziellen Wegen schriftlichen Kontakt mit russischen Intellektuellen aufnehmen. Diese Briefe stehen im Mittelpunkt des Buchs. Der Essay des "Spiegel"-Korrespondenten Erich Follath über Chodorkowski zeigt, um was für eine schillernde Figur es geht: Im Zuge der gesellschaftlich-politischen Umwälzungen in der Sowjetunion Anfang der 90er Jahre hat Chodorkowski die Gelegenheit genutzt, zum reichsten Mann Russlands aufzusteigen. Auf der anderen Seite engagierte er sich mit seinem Geld in unzähligen sozialen Projekten. Als er mit dem damaligen Präsidenten Putin in Konflikt geriet, wurde Chodorkowski verhaftet. In zwei nach westlichen Maßstäben politisch motivierten Prozessen wurde er zu Straflager und Gefängnis verurteilt. In den exemplarischen Schriftwechseln Chodorkowskis sind sein Lebensweg in der UdSSR, sein wirtschaftlicher Aufstieg zum reichsten Mann Russlands, wie auch die politischen Umstände für seine Inhaftierung Thema. Essays von Chodorkowski zum Rechtsstaat, zu Politik und Wirtschaft schließen den Band ab. Trotz einiger Erläuterungen für den deutschen Leser ist nicht jede Anspielung verständlich. Neben Büchern über die aktuelle politische Situation in Russland geeignet für Leser, die sich über die Tagesnachrichten hinaus informieren möchten.
Helmut Lenz

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342008

Elsner, Hannelore:
Im Überschwang : aus meinem Leben / Hannelore Elsner. - 1. Aufl. - Köln : Kiepenheuer & Witsch, 2011. - 301 S. : Ill. ; 22 cm
ISBN 978-3-462-04230-6 fest geb. : 19,99

Eindringliche Autobiografie einer beeindruckenden Frau, die das Leben und das Altern bejahend annimmt.
(Mu 2.0 - Elsner, Hannelore)

Die 1942 geborene Schauspielerin Hannelore Elsner erfährt früh den Tod lieber Menschen: Als sie zwei Jahre alt ist, stirbt der ältere Bruder Manfred, mit 8 Jahren verliert sie den Vater und den Großvater. Die Tode vermischen sich mit der bayerischen Idylle, in der sie aufwächst, und sorgen für eine melancholische Grundstimmung. Man merkt dem Buch an, dass es langsam und in intensiven Gesprächen mit der Lektorin (Stephanie Kratz) entstanden ist: Zeitlich nicht stringent, vielfach assoziativ, bisweilen bruchstückhaft, erschließt Elsner nach und nach die Facetten ihres Lebens: die gebrochene Schulzeit, das Verhältnis zur Mutter, der zufällige Weg ins Schauspielfach, wichtige Männerbeziehungen, Mutterschaft, wichtige Projekte, Altern. Besonders intensiv geraten die Zeilen über Niederkunft und Mutterschaft - so widmet sie denn auch das Buch ihrem Sohn Dominik. Es ergibt sich das Bild einer eigenwilligen und unangepassten, zugleich sensiblen und verletzbaren, stets sinnlichen Frau, die das Älterwerden bewusst und in "Achtsamkeit" sich selbst und anderen gegenüber zulässt. Umfangreiches Bildmaterial und persönliche Kommentare zu ihren wichtigsten Filmen runden die Autobiografie ab. Einschlägig interessierten gerne empfohlen.
Birgit Karnbach

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348960

Balzano, Marco:
Damals, am Meer : Roman / Marco Balzano. - München : Kunstmann, 2011. - 221 S. ; 20 cm – Aus dem Ital. übers.
ISBN 978-3-88897-726-8 fest geb. : 17,90

Um ihr altes Zuhause in Süditalien zu verkaufen, fährt ein Großvater mit seinem Sohn und dem Enkel ein letztes Mal in seine frühere Heimat.
(SL)

Nicolas Großvater Leonardo stammt aus Barletta, einem kleinen Städtchen in Apulien, von wo er in den 50er Jahren nach Mailand zog, um der Armut als mittelloser Landarbeiter zu entfliehen. Die Wohnung im Süden wollte er nicht aufgeben, um sich die Möglichkeit einer Rückkehr offen zu lassen. Jetzt aber ist er alt, das Haus am Meer verfällt und wird deshalb von der Familie nicht einmal mehr als Feriendomizil genützt. Nun soll alles verkauft werden und Nicola, sein Vater Riccardo und der Großvater machen sich auf den Weg Richtung Süden. Nicht nur die Hitze heizt die Atmosphäre im Wagen während der langen Fahrtauf, vor allem auch die schon bestehenden Spannungen zwischen den Generationen tragen dazu bei. Schonungslos wird Bilanz gezogen und alte Wunden brechen erneut auf. In Barletta versuchen die drei, die verwahrloste Wohnung wenigstens so weit herzurichten, dass sie wieder bewohnbar ist. Vor allem dem Großvater wird hier schmerzlich bewusst, dass sie in ihrer Heimat zu Fremden geworden sind. Freunde von früher sind gestorben, viele lehnen die "Auswanderer" ab, wenige geben ihnen noch das Gefühl der Zugehörigkeit. Letztendlich müssen sie die Wohnung weit unter Wert verkaufen. - Ist Heimat dort, wo man wohnt, oder dort, wo man herkommt, oder ist Heimat nur ein Zuhause in Erinnerungen und Träumen? Neben dem allgemeinen Generationenkonflikt wird in diesem Roman das Thema Entwurzelung und Entfremdung auf beachtenswerte Weise in den Blick genommen. - Für alle Bestände sehr zu empfehlen! (Übers.: Maja Pflug)
Josef Schnurrer

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568013

Bender, Aimee:
Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen : Roman / Aimee Bender. - Berlin : Berlin-Verl., 2011. - 299 S. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-8270-0986-9 fest geb. : 19,90

Skurrile Geschichte eines Mädchens, das Gefühle aus dem Essen schmeckt.
(SL)

Als ihre Mutter für Rose zum neunten Geburtstag einen Zitronenkuchen backt, schmeckt dieser plötzlich nach Traurigkeit. Fortan drängt sich Rose bei jedem Essen das Gefühl auf, mit dem es zubereitet wurde. Das ist manchmal kaum zu ertragen, z.B. als sie die Verliebtheit ihrer Mutter in einen fremden Mann spürt. Doch nach und nach lernt Rose mithilfe von George, dem Freund ihres Bruders, den Umgang mit dieser besonderen Fähigkeit. Auch ihren Bruder Joseph umgibt ein Geheimnis: Er verschmilzt mit Möbelstücken. Doch das zehrt ihn langsam auf. - Aimee Benders Buch liegt eine sehr originelle Idee zugrunde. Es erzählt die Geschichte einer Familie, deren Mitglieder wenige Gemeinsamkeiten haben, bis auf diese abnormen Besonderheiten, die die Charaktere prägen. So wird Roses Erwachsenwerden von ihrem Gefühlsschmecken bestimmt. Joseph dagegen ist schweigsam und in sich gekehrt. Viele schöne Sätze lassen beim Lesen innehalten. Ein schräges, sehr empfehlenswertes Buch. (Übers.: Christiane Buchner u. Martina Tichy)
Tina Schröder

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348563

Edwards, Kim:
See der Träume : Roman / Kim Edwards. - 1. Aufl. - Berlin : Rütten & Loening, 2011. - 477 S. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-352-00809-2 fest geb. : 19,99

Spannende, gefühlvolle Geschichte über eine junge Frau, die auf der Suche nach sich selbst auch ein unbekanntes Familienmitglied findet.
(SL)

Eigentlich sollte sie glücklich sein: Mann, Wohnung, einen Beruf, den sie dank des Mannes nicht auszuüben braucht, und jede Menge Freiraum für sich. Doch Lucy fühlt sich eigentlich nur leer und unsicher. Daher reist sie zu ihrer Mutter nach Upstate New York, vorgeblich, um ihr nach einer OP beizustehen, doch eigentlich sehnt sie sich nach Halt. Den findet sie aber zunächst auch in der Heimat nicht: Sie begegnet ihrem langjährigen Exfreund und verliert deswegen fast den Boden unter den Füßen, sie entdeckt ein geheimnisvolles Papier, das Hinweise auf ein lang verschüttetes Familiengeheimnis birgt, und sie gerät immer mehr ins Zweifeln, was mit ihrem Vater tatsächlich geschehen ist - war es wirklich ein Angelunfall, durch den er gestorben ist? Als schließlich auch noch ihr Freund anreist, der gerade aus ethischen Gründen gekündigt hat, fühlt sie sich wirklich verloren - und schafft es doch, ein Familiengeheimnis zu lüften und einen längst vergessenen Teil ihrer Familie - und sich selbst - wieder nach Hause zu führen. - Emotional, spannend und in zartfarbenen Worten führt Kim Edwards ihren Leser in eine konfliktreiche Innenwelt der unsicheren Protagonistin. Obwohl bisweilen gängige Klischees des Familien-Frauen-Romans bedient werden, zeichnen den Roman doch die malerische Stimmung und die satten Farben aus, mit denen die rätselhaften Enthüllungen der eigenen Familiengeschichte gezeichnet werden. Ein zarter Roman zum darin Versinken. (Übers.: Gesine Schröder)
Sonja Schmid

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349833

Genazino, Wilhelm:
Wenn wir Tiere wären : Roman / Wilhelm Genazino. - 1. [Aufl.]. - München : Hanser, 2011. - 158 S. ; 21 cm
ISBN 978-3-446-23738-4 fest geb. : 17,90

Vom Makel des "Gebrauchtlebens" und der Glückssuche in "glücksfernen Zeiten": Wilhelm Genazinos neuer Roman "Wenn wir Tiere wären".
(SL)

Nietzsche bezeichnete den Menschen als "nicht festgestelltes Tier": Herausgefallen aus der Naturordnung, sei sein Leben eine offene Frage, sein Dasein ein Labyrinth. Wenn wir heute Tiere wären, wie würden wir dann mit diesem Urteil der Unfertigkeit umgehen? Das ist die Experimentalsituation im Roman von Wilhelm Genazino, dem Spezialisten für die "kleinen zärtlichen" und die bösen Lebenslügen der Angestelltenwelt. Nun: Die Hauptfigur ist ein genretypischer Genazino-Erzähler, ein "Liebesangstflüchtling", von Gott zum "Problemkomplikateur" stigmatisiert, wie er meint. Im wirklichen Leben ist er ein geschiedener und halbglücklich liierter Architekt, der sich auf dem Weg zum Glück in glücksfernen Zeiten in lauter Nebensachen verliert, der lieber die älteren Kleidungsstücke anzieht als die neuen, nichts mehr als Attacken auf sein Freiheitsgefühl fürchtet und keinerlei Scheu hat, mit einem gefundenen Personalausweis in fremdem Namen Versandwaren zu bestellen. Das entfremdet ihn der Partnerin Maria und führt ihn der Witwe eines verstorbenen Arbeitskollegen zu. Das bringt ihn aber auch, wegen des Betrugs, zeitweise ins Gefängnis. In einem solchen Leben gibt es nichts zu lernen, nur die Tricks, mit denen der tagtägliche Ekel an der "Gebrauchtheit der Welt" überwunden wird. Davon erzählt der Büchnerpreisträger Genazino mit einer Mischung aus munterer Satire und bitterer Melancholie, die ihm so leicht keiner nachmacht. Ein Lebensleidensbuch über die Macht der Gegenwart und die Ohnmacht des Menschen und über die Sehnsucht, dieses Verhältnis umzukehren. Für größere Bestände eine Bereicherung.
Michael Braun

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567965

Leon, Donna:
Auf Treu und Glauben : Commissario Brunettis neunzehnter Fall ; Roman / Donna Leon. - 1. [Aufl.]. - Zürich : Diogenes, 2011. - 315 S. ; 19 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-257-06776-7 fest geb. : 22,90

In der brütenden Hitze Venedigs muss Brunetti in einem Mordfall ermitteln, der schließlich eine tragische Wende nimmt.
(SL)

Wie in vielen vorhergehenden Jahren muss sich Commissario Brunetti auch 2011 mit einem neuen Fall (dem neunzehnten) in seiner Heimatstadt Venedig befassen und natürlich kommen darin ebenfalls alle sympathischen und weniger angenehmen Bekannten aus der Questura vor. Während seine Familie in den kühlen Bergen Südtirols ihren Urlaub genießt, muss Brunetti in der brütenden Hitze Venedigs in einem Mordfall ermitteln. Alles deutet bei dem Toten auf eine Verwicklung im typisch venezianischen Sumpf der Bürokratie und Korruption hin, doch zum Schluss erfährt der Fall eine tragische Wende. Venedig arrangiert sich zum Leidwesen des Commissarios ein weiteres Mal mit seinem Filz und die tatsächlichen Bösewichte kommen, wie so häufig, ungeschoren davon. - Zwar ist dieser Krimi bei weitem nicht so spannend, wie die früheren Romane Donna Leons, da sich die Handlung ziemlich dahinschleppt, aber er ist dennoch einigermaßen kurzweilig zu lesen und als Lektüre am Strand oder an einem verregneten Urlaubstag in der Hotellobby geeignet. Für Büchereien bei anhaltender Nachfrage nach den Brunetti-Krimis. (Übers.: Werner Schmitz).
Edith Schipper

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569598

Liehr, Tom:
Sommerhit : Roman / Tom Liehr. - 1. Aufl. - Berlin : Rütten & Loening, 2011. - 330 S. ; 22 cm
ISBN 978-3-352-00814-6 kt. : 16,99

Ein DDR-Republikflüchtling wird zum Star, findet aber erst nach Jahren seine Familie wieder.
(SL)

Falks Eltern beschließen 1980, die DDR über Ungarn illegal zu verlassen. Am Plattensee lernt Falk Karen aus Ingolstadt kennen, verliert sie aber aus den Augen, als er und seine Mutter in einem Wohnmobil über die Grenze nach Österreich geschmuggelt werden. Ihn trifft ein Kulturschock. Als Gymnasiast in Westberlin ist der junge Mann der Willkür seiner Klassenkameraden ausgeliefert, wird von Mitschülern überfallen und misshandelt. Dank seines Musiklehrers wird aus dem Außenseiter ein begabter und erfolgreicher Gitarrist und Sänger unter dem Namen Martin Gold. "Cool sein" heißt sein so erfolgreicher Sommerhit. Immer wieder tritt Karen in sein Leben ein, ohne dass sie beiden eine Beziehung eingehen. 1989, Falk ist auf Tournee, erlebt er den Fall der Mauer nur im Fernsehen mit. Sein Vater sucht sofort die Familie zu finden. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere kommt Falk unerkannt zu einem Klassentreffen und entlarvt die seinerzeit so grausamen Mitschüler. - Ohne falsche Sentimentalität erzählt der Autor die Geschichte des "Ostlers". Fein gezeichnet sind die Szenen, als Falk zum ersten Mal mit dem Lebensgefühl, der Sprachwelt Westdeutschlands und den Peer Groups der neuen Schule in Berührung kommt, ebenso das Treiben im Showbiz. Das schnörkellose Buch verdient es, mehr als ein Sommerhit zu werden.
Pauline Lindner

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Cover

349741

MacCarten, Anthony:
Liebe am Ende der Welt : Roman / Anthony McCarten. - 1. Aufl. - Zürich : Diogenes, 2011. - 359 S. ; 19 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-257-06764-4 fest geb. : 22,90

Zwischen Weltall, Bibliothek und Garage - das merkwürdige Schicksal einer 16-Jährigen.
(SL)

In einem abgelegenen Provinznest in Neuseeland behauptet die 16-jährige Delia Chapman, von Außerirdischen entführt und geschwängert worden zu sein. Kurz darauf berichten zwei weitere Mädchen von ähnlichen Erlebnissen. Unerklärliche Ereignisse scheinen diese zu bestätigen. Sowohl Phillip, der neue Bibliothekar im Ort, als auch der Journalist Vic Young versuchen Licht ins Dunkel des merkwürdigen, unheimlichen Geschehens zu bringen. Beide entwickeln ihre jeweils persönlich gefärbte Beziehung zu Delia. Nach und nach enthüllen sie die wahren Hintergründe und wer statt der Außerirdischen die Verantwortung trägt, wobei auch der Mechaniker Gilbert, der sich vergeblich um Delias Liebe bemüht, eine entscheidende Rolle spielt. - McCarten, der Autor von "Englischer Harem" (BP 08/354), erzählt mit feinem Humor und einfühlsam von den elenden gesellschaftlichen Verhältnissen, den vergeblichen Hoffnungen und Sehnsüchten der Einwohner, dabei geschickt die Genres des Kriminal-, Gesellschafts- und Liebesromans bedienend. Für alle Büchereien unbedingt zu empfehlen! (Übers.: Manfred Allié)
Wilfried Funke

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348927

Pancol, Katherine:
Die gelben Augen der Krokodile : Roman / Katherine Pancol. - München : C. Bertelsmann, 2011. - 607 S. ; 23 cm – Aus dem Franz. übers.
ISBN 978-3-570-10086-8 fest geb. : 22,99

Zwei unterschiedliche Schwestern vermarkten einen Bestseller und haben jede Menge privater Probleme.
(SL)

Joséphine und Antoine: Er ist seit einem Jahr arbeitslos, tut nichts, außer sich selbst zu bemitleiden; sie hat eine Stelle in einem Forschungsinstitut, Spezialgebiet 12. Jh., und ernährt die Familie mit den beiden Töchtern. Als sie entdeckt, dass Antoine eine Geliebte hat, setzt sie ihn vor die Tür. Um seine Tüchtigkeit zu beweisen, wird er Manager einer dubiosen Krokodilfarm in Kenia, kann der Familie aber kein Geld schicken. Joséphine schlägt sich mühsam durch und ist unglücklich. Ihre Schwester Iris, steinreich, selbstsicher und unbeschäftigt, sucht nach Sinn in ihrem Leben. Sie verbreitet das Gerücht, an einem historischen Roman zu schreiben. Das Schreiben überlässt sie ihrer Schwester, auch das Honorar, für sie bleibt der Ruhm und der Erfolg, denn das Buch wird ein Bestseller. Natürlich kann das nicht gut gehen. Die Freundin Shirley, Tochter Hortense, der reiche Ex-Stiefvater und ein paar schräge Typen als Nebenfiguren komplettieren den amüsanten, lebensklugen Roman. Gute Unterhaltung auf hohem Niveau - die beiden Fortsetzungsbände warten nur noch auf die Übersetzung! Diese in Frankreich sehr erfolgreiche Trilogie dürfte in den Büchereien ein Renner werden! (Übers.: Nathalie Lemmens)
Ileana Beckmann

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349830

Petterson, Per:
Ist schon in Ordnung : Roman / Per Petterson. - 1. [Aufl.]. - München : Hanser, 2011. - 217 S. ; 21 cm – Aus dem Norweg. übers.
ISBN 978-3-446-23640-0 fest geb. : 19,90

Beeindruckender, fesselnder Roman über eine proletarische Jugend im Oslo der 70er Jahre.
(SL)

Der 18-jährige Audun Sletten erzählt in dem von Ina Kronenberger glänzend übersetzten Roman des mehrfach preisgekrönten norwegischen Autors von seiner Kindheit und Jugend im Oslo der 60er und 70er Jahre. Sein Aufwachsen ist geprägt von Vernachlässigung und Lieblosigkeit seitens der Mutter und durch brutale Härte seitens des alkoholabhängigen Vaters, mit dessen Tod der Roman konsequenterweise endet. Der Verlust seines kleinen Bruders trifft ihn tief, er reißt von zu Hause aus, prügelt sich immer wieder mit anderen, scheitert im Gymnasium und findet schließlich eine Arbeit in einer Druckerei. Annäherungsversuche von Frauen weist er voll Misstrauen zurück. Hinter einer dunklen Sonnenbrille verbirgt Audun seine Unsicherheit und Einsamkeit, und wenn er mehrfach betont, es sei "alles in Ordnung", so offenbart der Satz nur die Resignation und Hilflosigkeit des Jungen, denn freilich ist das Gegenteil der Fall. Einen gewissen Halt gibt ihm allein die Freundschaft zu Arvid, einem Außenseiter wie er selbst. - Was der Autor und desgleichen sein Held auf alle Fälle vermeiden wollen: jede Anwandlung von Sentimentalität und Selbstmitleid. Ein richtiges "Männerbuch", auch in Stil und Erzählweise: karg, sachlich und schnörkellos und trotzdem ergreifend und fesselnd. Ein jugendlicher Protagonist aus der Unterschicht wird ins Zentrum gestellt und dessen Lebensgefühl und seine Kapitulation vor den Anforderungen eines gutbürgerlichen Lebens zum Thema gemacht. Ein Glanzpunkt auch die eindringliche Schilderung der brutalen Arbeitswelt gegen Ende des Romans. Unbedingt zu empfehlen!
Helmer Passon

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345165

Sánchez, Julián:
Die Pforte des Lichts : Roman / Julián Sánchez. - 1. Aufl. - München : Limes, 2011. - 508 S. ; 22 cm – Aus dem Span. übers.
ISBN 978-3-8090-2588-7 fest geb. : 19,99

Die Ermordung eines Antiquitätenhändlers in Barcelona ist der Auftakt zu einer mörderischen Suche nach einem mystischen "Stein Gottes".
(SL)

Der Schriftsteller Enrique Alonso ist von der Nachricht, dass sein Adoptivvater ermordet wurde, tief betroffen. Ein Brief des Toten, mit dem er seinem Adoptivsohn eine geheimnisvolle Nachricht über ein altes Manuskript zukommen ließ, stachelt den Ehrgeiz Alonsos an, selbst den Mörder zu finden. Alonso ist bei der Übersetzung und Entschlüsselung der alten Dokumente auf Hilfe angewiesen, die er von seiner Exfrau Bety und von der etwas geheimnisumwitterten Tochter eines alten Freundes seines Vaters, Mariola, erhält. Die gemeinsame Suche nach dem in der alten Handschrift erwähnten Stein Gottes mit magischen Kräften wird für Alonso zunehmend wichtiger als die Suche nach dem Mörder seines Adoptivvaters. Er kommt in Kontakt mit Gelehrten, die sich mit dem Judentum, der Mystik der Kabbala und der Geschichte Barcelonas befassen. Speziell der Bau der Kathedrale, bei dem ein jüdischer Baumeister namens Casadevall eine wesentliche Rolle spielte, rückt in den Mittelpunkt der Nachforschungen. - Dieser Romanerstling des Autors ist eine Liebeserklärung an Barcelona. Die Geschichte der Stadt und der Bau der Kathedrale spielen eine wesentliche Rolle. Immer wieder geht es auch um die großen Mysterien der Kabbala; damit tut sich der darin eher unbedarfte Leser sicher schwer. Gepflegte Unterhaltung ist in dem Historienroman mit thrillerhaften Zügen, ohne große Spannung, geboten; interessant ist die Geschichte vor allem wegen der geschichtlichen Hintergründe. (Übers.: K. Schatzhauser)
Erwin Wieser

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568378

Steinhauer, Olen:
Last Exit : Roman / Olen Steinhauer. - München : Heyne, 2011. - 543 S. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-453-26702-2 fest geb. : 19,99

Der Agent Milo Weaver muss seine Loyalität gegenüber dem CIA beweisen und ein junges Mädchen töten.
(SL)

Der zweite Band der Trilogie um den CIA-Agenten Milo Weaver knüpft in Stil und Spannung an den ersten Roman "Der Tourist" an. Weaver will sich eigentlich von der CIA trennen, auch, um endlich mit seiner Frau und Tochter zusammen leben zu können. Die CIA dagegenn lässt ihn nicht aus ihren Fängen und ersinnt mehrere Aufträge, mit denen Weaver - unter Beobachtung - seine Loyalität beweisen soll. Ein 15-jähriges Mädchen zu töten, gehört laut Weavers Moral nicht dazu und er bringt sie mit der Unterstützung seines Vaters an einem sicheren Ort unter. Adriana wird dennoch ermordet und bringt den Agenten in eine gefährliche Situation, in der er sich gleichzeitig mit seinem Arbeitgeber auseinandersetzen muss und den Mörder jagt. - Spannend, ein typischer Agententhriller mit allen Elementen, der die meisten aktuellen politischen Krisenherde streift. (Übers.: Friedrich Mader)
Susanne Körber

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349519

Suter, Martin:
Allmen und der rosa Diamant : Roman / Martin Suter. - 1. [Aufl.]. - Zürich : Diogenes, 2011. - 218 S. ; 19 cm
ISBN 978-3-257-06799-6 fest geb. : 18,90

Ein neuer Fall für Allmen und seinen Assistenten Carlos.
(SL)

Der stilvoll verarmte Johann Friedrich von Allmen und sein in allen Lebenslagen unverzichtbares Faktotum Carlos haben einen neuen Auftrag, der hoffentlich ihre wirtschaftliche Lage nachhaltig bessert. Allmen International Inquiries soll einen wertvollen rosafarbenen Diamanten wieder beschaffen. Dazu heftet sich Allmen an die Fersen des verdächtigen Russen Artjom Sokolov und der Weg führt ihn in das luxuriöse Seebad Heiligendamm an der Ostsee, ein Ort ganz nach seinem exquisiten Geschmack. Aber zu diesem Zeitpunkt weiß er noch nicht, dass der Fall ihm auch die Bekanntschaft mit der bitteren Armut und der beengten Existenz illegaler Einwanderer verschaffen wird. - Die Kenntnis des vorausgehenden Bandes der Serie "Allmen und die Libellen" (BP/mp 11/391) ist nicht nötig, um dem schmalen, in vielen Szenen nur hingetupften Roman zu folgen. Das ist überhaupt die einzige Kritik, die man gegen das, wie bei Suter nicht anders zu erwarten, eloquent geschriebene, unterhaltsame Buch einwenden kann: Es ist leider einfach viel zu kurz! Empfehlenswert für alle Büchereien, mit Nachfrage ist zu rechnen.
Marion Sedelmayer

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350898

Taher, Baha:
Die Oase : Roman / Baha Taher. - Dt. Erstausg. - Zürich : Unionsverl., 2011. - 333 S. ; 21 cm – Aus dem Arab. übers.
ISBN 978-3-293-00433-7 fest geb. : 19,90

Die Versetzung in die Oase Siwa wird für einen ägyptischen Offizier Ende des 19. Jh. zum persönlichen Desaster.
(SL)

Ende des 19. Jh. wird Ägypten in mehrere politische Parteien gespalten. Machmud Abdel Sahir wird, weil er aufs falsche Pferd gesetzt hat, als Gouverneur in die berberische Oase nahe der Grenze zu Libyen versetzt, in einen abgeschiedenen Mikrokosmos, der nach eigenen Gesetzen lebt. Mit ihm reist seine Frau Catherine, die Tochter eines schottischen Gelehrten. Sie reizen die Überreste von Tempeln, die auf Alexander den Großen zurückgehen sollen. Machmud kämpft an gegen die lokalen Machthaber, die in zwei Lager gespalten sind, um die geforderten Steuern einzutreiben. Seine Frau erregt Anstoß, weil sie bei ihrer Suche die Landessitten missachtet. Die Situation eskaliert in mehreren Gewalttaten. Dem spannungsgeladenen Umfeld fallen schließlich auch die enge Beziehung zwischen Machmud und seiner Frau zum Opfer und der Tempel, in dem Alexander sich einst aufgehalten haben soll. - Taher verknüpft in diesem Roman die Alexander-Geschichte, besonders dessen Aufenthalt in der libyschen Wüste samt Weissagung, mit dem Gegensatz des schon relativ europäisierten Lebens in Kairo und den archaischen Sitten in der abgelegenen Oase. Plastisch treten die kontroversen Denk- und Handlungsstrukturen hervor. Der Autor erzählt die Geschehnisse mal aus Sicht der Frau, mal des Mannes. Dadurch wird der schon in ihnen liegende Konflikt offenbar, aber auch ihr Verhältnis zum Aufenthaltsort. Eine interessante Lektüre für die, die von Orient, Wüste, Altertum und fremde Kulturen fasziniert sind. (Übers.: Regina Karachouli)
Pauline Lindner

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350491

Thor Vilhjálmsson:
Morgengebet : Roman / Thor Vilhjálmsson. - Berlin : Osburg, 2011. - 334 S. ; 21 cm – Aus dem Isländ. übers.
ISBN 978-3-940731-65-4 fest geb. : 19,95

Ein sprachgewaltiger Roman von einem der bedeutendsten Vertreter der modernen isländischen Literatur.
(SL)

(Übers.: Gert Kreutzer) Historische Tatsachen, Legenden und die freie Phantasie seines Autors verbindet dieser Roman des im März 2011 verstorbenen Thor Vilhjálmsson, der, in Deutschland nur wenigen bekannt, zu den großen Erneuerern der isländischen Literatur gehört. Es ist die nur sehr kurze Lebensgeschichte des Sturla Sighvatsson, der als Angehöriger der Sippe der Sturlungen in der ersten Hälfte des 13. Jh. zu den Vornehmsten und Mächtigsten Islands gehörte, die Freiheit seines Landes gegenüber den Norwegern aber nicht verteidigen konnte, mit seinem Drang nach Rom aber - er begibt sich auf Pilgerfahrt zum Papst, um die Lossprechung von seinen Sünden zu erhalten - alles Irdische und Zeitliche hinter sich lässt und nach dem Ewigen ausgreift. Es ist aber nicht so sehr der Inhalt dieser in einzelne Episoden gegliederten Erzählung und auch nicht einmal die treffenden Schilderungen einer Kultur im Übergang vom alten Heidentum zum Christentum, das seit dem Jahr 1000 auf der Insel heimisch zu werden begann, die die Größe dieses Romans ausmachen; sondern die fast schon an Homer erinnernde Sprachgewalt, die sich mit modernen Formen des Erzählens verbindet. So gelingt es dem Autor, ein Gewebe aus Realitäten, Träumen und Visionen wie auch alten Mythen zu spinnen, auf dem sich die Seele Sturlas abzubilden beginnt, dessen Reise ihn auch zu sich selbst führt. So hebt sich "Morgengebet" wohltuend von der großen Masse gegenwärtiger Historienromane ab.
Richard Niedermeier

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569455

Thórarinn Eldjárn:
Die glücklichste Nation unter der Sonne : Geschichten aus Island / Thórarinn Eldjárn. - Saarbrücken : Conte, 2011. - 155 S. ; 20 cm (Conte Belletristik) – Aus dem Isländ. übers.
ISBN 978-3-941657-33-5 fest geb. : 4,90

13 Geschichte beschäftigen sich auf humorvolle Weise mit dem Nationalcharakter Islands.
(SL)

Man muss kein Island-Kenner sein, um sich mit den Geschichten Thorarinn Eldjarns, dem Sohn eines früheren isländischen Präsidenten, köstlich zu amüsieren, wiewohl ein Insider sicherlich noch herzhafter lachen könnte. Manchmal spöttisch, manchmal liebevoll, manchmal tiefsinnig - der Autor spielt mit der Landschaft, der Mentalität, dem Nationalcharakter, den Traditionen und der sagenhaften Vergangenheit Islands. 13 skurrile, kuriose, absurde, in jedem Falle aber höchst unterhaltende Geschichten machen neugierig auf das kleine Land, das in diesem Jahr Ehrengast der Frankfurter Buchmesse ist und "gemessen an der Bevölkerung" (einer in der 2. Geschichte sehr launig beschriebenen isländischen Zauberformel schlechthin) eine außerordentlich produktive und erfolgreiche Literatur aufzuweisen hat. Breit empfohlen! (Übers.: Coletta Bürling)
Birgit Karnbach

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349738

Volo, Fabio:
Noch ein Tag und eine Nacht : Roman / Fabio Volo. - 1. Aufl. - Zürich : Diogenes, 2011. - 298 S. ; 18 cm (detebe ; 24090) – Aus dem Ital. übers.
ISBN 978-3-257-24090-0 kt. : 9,90

Eine italienische Liebesgeschichte in New York.
(SL)

Giacomo ist Mitinhaber einer Druckerei, sein Leben verläuft in geordneten Bahnen und er hat es sich zur Gewohnheit gemacht, morgens mit der Straßenbahn zur Arbeit zu fahren. Er beobachtet Michela, die täglich die gleiche Strecke fährt wie er. Die junge Frau erweckt sein Interesse, er versucht Kontakt mit ihr aufzunehmen, immer stärker wird die Faszination, die von ihr ausgeht. Aber Michela verlässt Italien und zieht nach New York. Für Giacomo ist Michela längst zur fixen Idee geworden, er beschließt hinterherzufliegen. Er will Michela wiedersehen. In New York, in der Fremde, finden die beiden zueinander. Sie wollen ihre Liebe auf die Probe stellen und vereinbaren ein Treffen in Paris ... - Wie schon beim Vorgängerroman "Einfach Losfahren" (BP/mp 09/635) geht es Volo darum zu beschreiben, wie seine Protagonisten ihren Weg finden, in dem sie sich einfach dem Leben öffnen. Er erzählt sanft und ruhig, mit leichter Hand. Auch der vierte Roman des italienischen Multitalents Fabio Volo wurde inzwischen verfilmt, er selbst spielt die Rolle des Giacomo. (Übers.: Peter Klöss)
Marion Sedelmayer

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349935

Anderson, R. J.:
Timothy : Weggefährte der Feen / R. J. Anderson. - 1. [Aufl.]. - München : Hanser, 2011. - 251 S. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-446-23780-3 fest geb. : 14,90

Zweiter Teil der Saga rund um die vom Aussterben bedrohten Eichenfeen.
(K ab 12)

Das Leben der schon seit Langem ihrer magischen Kräfte beraubten Eichenfeen wird immer schwieriger. Als Königin Amaryllis stirbt, ruht die Hoffnung des ganzen Volkes auf Linde, der jüngsten unter ihnen. Sie soll andere Feenvölker finden, die den Bewohnern der Eiche vielleicht helfen können. Linde versteckt sich im Rucksack von Timothy, der gerade bei seinen Verwandten im Menschenhaus neben der Eiche wohnt und nach einem Streit nach London will. Hier geraten die beiden ungleichen Reisegenossen in ein gefährliches Abenteuer. Linde trifft zwar andere Feen, doch die leben unter der Schreckensherrschaft einer tyrannischen Kaiserin, die alles daransetzt, auch das Eichenvolk in ihre Gewalt zu bekommen. Timothy mit seinem großen musikalischen Talent wird ebenfalls zur Zielscheibe der bösen Fee, die die kreativen Kräfte von Menschen für ihre Zwecke nutzen möchte. - Spannende Abenteuer und finstere Geheimnisse, das Aufeinandertreffen höchst unterschiedlicher Lebens- und Denkweisen und eine schwierige Freundschaft zwischen zwei jungen Protagonisten, die beide ihre ganz eigenen Probleme mit sich herumschleppen: all das sind die absolut lesenswerten Zutaten dieser Feengeschichte, die Mädchen mit Sicherheit begeistern wird. Auch Andersons zweiter Feenroman (nach "Bryony") behandelt wieder ganz reale Themen, die junge Leute interessieren. Der gut erdachte phantastische Erzählhintergrund erhöht den Reiz der so ernsthaften wie unterhaltsamen Geschichte, die in keinem Regal verstauben wird.
Angelika Rockenbach

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350960

Bodoc, Liliana:
Der afrikanische Spiegel / Liliana Bodoc. - 1. [Aufl.]. - Ravensburg : Ravensburger Buchverl., 2011. - 123 S. : Ill. ; 22 cm – Aus dem Span. übers.
ISBN 978-3-473-36815-0 fest geb. : 12,99

Das Schicksal eines afrikanischen Mädchens, das in die Sklaverei verkauft wird.
(K ab 11)

Atima Imaoma ist drei Jahre alt, als sie von Menschenhändlern entführt und an eine reiche südafrikanische Familie verkauft wird. Die einzige Erinnerung an ihr Zuhause ist ein kleiner Ebenholzspiegel, den ihr Vater einst für die Mutter als Brautgeschenk schnitzte. Raquel, die freundliche Tochter der Grundbesitzer, wird fast zu einer Freundin. Doch auch sie kann nicht verhindern, dass Atima schließlich weiterverkauft wird. Die beiden Frauen werden sich nie wiedersehen. Atimas Schicksal ist hart, sie stirbt früh an der Pest. Doch der Ebenholzspiegel, den Atimas Tochter irgendwann aus Dankbarkeit an einen Soldaten verschenkte, gerät auf merkwürdigen Umwegen in den Besitz eines jungen Geigers. Raquel, die inzwischen eine alte Dame ist, besucht dessen Konzert und entdeckt durch Zufall den Spiegel. Der Kreis schließt sich, als Raquel die Tochter ihrer Freundin findet und sie bei sich aufnimmt. - In ganz einfachem, betont zurückgenommenem und gerade dadurch sehr eindringlichem Erzählton berichtet die argentinische Autorin in knappen, vieles nur andeutenden Episoden vom Schicksal eines afrikanischen Mädchens Anfang des 19. Jh. Geschickt verwebt sie deren Geschichte mit der ungewöhnlichen Odyssee eines kleinen Spiegels, der die Schicksale verschiedener Menschen aus verschiedenen Zeiten verbindet und der auf seine Art widerspiegelt, was an Gutem und Bösem in diesen Zeiten passiert. Eine ernsthafte, nachdenklich machende Lektüre für Leser ab 11 Jahren. (Übers.: Renate Weitbrecht)
Angelika Rockenbach

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342313

Mason, Simon:
Die Quigleys obenauf / Simon Mason. - 1. [Aufl.]. - Hamburg : Carlsen, 2011. - 110 S. : zahlr. Ill. ; 21 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-551-55567-0 fest geb. : 7,95

Neue lustige Episoden aus dem ereignisreichen Alltag der unverwechselbaren Familie.
(K ab 8)

Auch im dritten Band über den abwechslungsreichen Familienalltag der so sympathischen wie chaotischen Quigleys erzählt der englische Autor wieder vier vergnügliche Episoden, in denen er jeweils eines der vier Familienmitglieder in den Mittelpunkt stellt: Trotz der von den Eltern deutlich formulierten Verhaltensregeln hat Will im feinen Ferienhotel einige Mühen mit dem richtigen Benehmen; die einfallsreiche Lucy hat mehr als eine kuriose Idee, wie sie dem Vater bei seinen Geldsorgen helfen könnte; ein wilder Stier macht den von der Mutter zum Missfallen der Kinder durchgesetzten Muttertags-Spaziergang doch noch zu einem Abenteuer; Vaters schreckliche Umzugsideen werden von Will und Lucy schon am ersten Besichtigungstag erfolgreich torpediert. - Auch in dieser zweiten Fortsetzung über die liebenswerte und ziemlich verrückte Familie gibt es keinerlei Abnutzungserscheinungen. So kurzweilig und urkomisch wie gewohnt erzählt der Autor mit wunderbar trockenem Humor von den unverwechselbaren Quigleys, die immer dann, wenn es wirklich wichtig wird, zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Ein munter illustriertes und rundum empfehlenswertes Lese- und Vorlesevergnügen.
Angelika Rockenbach

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349526

Napp, Daniel:
Achtung, hier kommt Lotta! / Daniel Napp. - 1. [Aufl.]. - Weinheim [u.a.] : Beltz & Gelberg, 2011. - 156 S. : zahlr. Ill. ; 22 cm
ISBN 978-3-407-79992-0 fest geb. : 12,95

Neun fröhliche Geschwistergeschichten.
(K ab 8)

Für den kleinen Theo ist Lotta fast immer genau die richtige große Schwester. Sie nimmt ihn überall hin mit und ist um Einfälle nie verlegen. Geschwisterstreit gibt's natürlich auch, und längst nicht immer hat die ältere Lotta dabei die Nase vorn. Die beiden haben auf jeden Fall schon so manches Abenteuer gemeinsam überstanden. Dass die Schwester bei ihren Unternehmungen so manches Mal in ziemliche Schwierigkeiten gerät, macht die ganze Sache umso aufregender. So gerät der Dreikäsehochtag im Tierheim fast zum Desaster. Lotta will endlich mal keinen winzig kleinen Hund zum Ausführen. Doch der riesige Wolfshund Murphy hat seine eigenen Vorstellungen vom Spaziergang und bestimmt ganz allein den Ablauf des Geschehens. Beim Schreibwettbewerb in der Schule schummelt Lotta ein wenig und hat auf einmal ziemliche Angst vor dem möglichen Gewinn. Und Theos Räuberspiel mit der aufregenden Verbrecherjagd wird für alle Beteiligten ein großes Abenteuer. - Mit viel guter Laune erzählt Daniel Napp in neun Kapiteln aus dem abwechslungsreichen Alltag der beiden Geschwister. Und auch wenn nicht alle Episoden gleich gut gelungen sind und der ein oder andere Einfall manchmal ein wenig bemüht erscheint, macht die Lektüre der fröhlichen und kurzweiligen Geschichten mit den vielen lustigen Illustrationen dennoch jede Menge Spaß.
Angelika Rockenbach

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569172

Zett, Sabine:
Hugos Masterplan / Sabine Zett. Mit Ill. von Ute Krause. - 1. Aufl. - Bindlach : Loewe, 2011. - 189 S. : zahlr. Ill. ; 22 cm (Hugo / Sabine Zett ; 2)
ISBN 978-3-7855-7145-3 fest geb. : 12,95

Hugo weiter auf seinem Weg zum Mann-Werden.
(K ab 10)

Jungen wollen können - nicht lernen. So geht es auch Hugo, 12 Jahre, in der 6. Klasse eines Gymnasiums, der ohne große Anstrengungsbereitschaft gerne gut in der Schule wäre, beliebt bei den Mitschülern und dazu noch supercool. Nur leider hat er die Rechnung ohne die Lehrer und seine Eltern gemacht, denn nach einigen schlechten Zensuren muss dann wohl doch ein Masterplan her, um nicht die Klasse wiederholen zu müssen. Dafür haben seine Eltern ausgerechnet die verhasste Streberin Laura aus der Parallelklasse als Nachhilfelehrerin engagiert - da ist der Stress ja vorprogrammiert. - 2. Band um den "Superhelden" Hugo, der wie viele Jungen in der Vorpubertät seinen Weg und sich selbst erst finden muss. Absolut empfehlenswert für alle Jungen, die gerne ohne große Anstrengungsbereitschaft lustig unterhalten werden wollen. Witzig und überzeugend aus der Ich-Perspektive erzählte Jungenalltagswelt - gerne empfohlen. Und aus Nachhilfe wird bei Hugo Fächerassistenz oder Unterrichtsmanagement - hört sich doch gleich viel cooler an.
Karin Steinfeld-Bartelt

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351759

Chapman, Linda:
Verwandte Seelen / Linda Chapman. - 1. Aufl. - Stuttgart : Kosmos, 2011. - 409 S. ; 23 cm (Loving Spirit / Linda Chapman) – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-440-12423-9 fest geb. : 14,95

Mithilfe eines Pferdes überwindet die Ich-Erzählerin den Tod ihrer Eltern.
(J)

Ellie hat das Gefühl, alles verloren zu haben, denn nach dem Unfalltod ihrer Eltern muss sie die Heimat Neuseeland verlassen, um auf dem Reiterhof ihres Onkels im kalten England zu leben. Dort fällt ihr der Start in ein neues Leben nicht eben leicht, der Onkel ist streng und launisch, das Wetter oft schlecht und auf dem Hof wird viel Mithilfe erwartet. Doch durch die Anteilnahme ihres einfühlsamen Cousins und durch die Liebe zu den Tieren macht sie die ersten Schritte, ihre Trauer zu überwinden. Als sie auf einer Auktion ein altes Pferd kauft, mit dem sie sich von Anfang an stark verbunden fühlt, spürt sie wieder so etwas wie Glück. Sie lernt die Sprache der Pferde und entwickelt einen ganz besonderen Umgang mit ihnen. - Einfühlsames Pferdebuch für alle Mädchen, in dem die Leserin viel über englischen Turniersport, Pferdehaltung und Pflege lernen kann. Eine etwas weniger kitschige Covergestaltung hätte dem Buch gut getan. (Folgeband im Januar 2012)
Karin Steinfeld-Bartelt

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349816

Slade, Arthur:
Gefahr für das Britische Empire / Arthur Slade. - 1. [Aufl.]. - Stuttgart [u.a.] : Thienemann, 2011. - 350 S. ; 22 cm (Mission Clockwork / Arthur Slade) – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-522-20131-5 fest geb. : 14,95

Eine geheime Organisation droht mit einer grausamen Erfindung das britische Weltreich in seinen Grundfesten zu erschüttern.
(J)

Als der einjährige, äußerlich entstellte Modo von Mr. Socrates aus den Händen eines Schaustellers gerettet wird, handelt dieser keineswegs nur aus selbstlosen Gründen: Der clevere Junge besitzt die einmalige Fähigkeit, für eine begrenzte Zeit seine Gesichtszüge und Gestalt zu verändern. Als einer der Köpfe der "Ewigen Allianz", einer geheimen Gruppe zum Schutz des britischen Königreichs, bildet Mr. Socrates Modo zu einem geschickten Agenten aus, der Nachforschungen in einer vermeintlich wissenschaftlichen Gesellschaft junger Männer anstellen soll. Diese dient tatsächlich lediglich als Tarnung für die grässlichen Experimente der Untergrundorganisation "Clockwork Guild", für die der wahnsinnige Wissenschaftler Dr. Hyde zum Ziel des Sturzes des britischen Reiches eine Tinktur entwickelt hat, die Menschen zugleich aggressiver und manipulierbar macht. Zeitgleich verschwinden unzählige Kinder von den Straßen Londons und werden grausamen Operationen unterzogen. Schließlich liegt es in der Verantwortung von Modo und seiner Agentenkollegin Octavia, die Kinder zu retten und den schrecklichen Plan von Clockwork Guild zu verhindern. - Dieser erste Band einer vierteiligen "Mission Clockwork"-Reihe, der sich stellenweise an das berühmte Motiv von Dr. Jekyll und Mr. Hyde anlehnt, wirkt stellenweise etwas obskur, entwickelt sich aber zu einer spannenden und actionreichen Agentengeschichte im viktorianischen London. Zu empfehlen. (Übers.: Eva Plorin)
Marlene Knörr

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