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März 2010

Auf dieser Seite finden Sie nach einer Auflistung der besprochenen Titel sämtliche Rezensionen. Nach der letzten Buchbesprechung haben Sie die Möglichkeit, die hier vorgestellten Bücher per E-Mail zu bestellen.

Sachbücher:
Grunden, G.: Wer glaubt, fragt
Dorner, M.: Ich schäme mich
Esser, C.: Schwarzbuch Deutsche Bahn
Glück, A.: Warum wir uns ändern müssen
Korkmaz, A.: "Ich schrie um mein Leben"

Schöne Literatur:
Boyle, T.: Das wilde Kind
Brown, S.: Ewige Treue
Camilleri, A.: Die Farbe der Sonne
Dunne, P.: Die Opferstätte
Etzold, V.: Das große Tier
Gavalda, A.: Ein geschenkter Tag
Geiger, A.: Alles über Sally
Goosen, F.: Radio Heimat
Hay, E.: Nachtradio
Hegemann, H.: Axolotl Roadkill
Hochgatterer, P.: Das Matratzenhaus
Jones, S.: Thaddeus und der Februar
Lehtolainen, L.: Ich war nie bei dir
Meyer, D.: Dreizehn Stunden
Nesbø, J.: Leopard
Rees, M.: Der Tote von Nablus
Reich, A.: Durch den Wind
Riebe, B.: Die Prophetin vom Rhein
Roger, M.: Das Labyrinth der Wörter
Schäfer, A.: Wir vier
Silva, D.: Das Moskau-Komplott
Subercaseaux, E.: Eine fast perfekte Affäre
Veltroni, W.: Die Entdeckung des Sonnenaufgangs
Walls, J.: Ein ungezähmtes Leben

Kinder- und Jugendliteratur:
Gehm, F.: Bissige Gäste im Anflug
Ibbotson, E.: Das Ungeheuer, das nicht Mami sagen konnte, und andere Geschichten
Lambeck, S.: Die wilde Farm
Nicholls, S.: Zeit der Geheimnisse
Pohl, P.: Anton, ich mag dich
Baccalario, P.: Stadt aus Sand
Pfeffer, S.: Die Welt, wie wir sie kannten


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563326

Grunden, Gabriela:
Wer glaubt, fragt / Gabriela Grunden. - Würzburg : Echter, 2010. - 94 S. ; 20 cm (Ignatianische Impulse ; 37)
ISBN 978-3-429-03170-1 fest geb. : 8,90

Die Grundfragen des christlichen Glaubens und ihre bleibende spirituelle Bedeutung.
(Re 3.553 <- Re 3.1)

Nicht nur Suchende und Zweifelnde haben Fragen an das Leben und Fragen an Gott. Fragen gehören ebenso in notwendiger und bleibender Weise zum christlichen Glauben dazu. Wie selbstverständlich das Fragen für die Beziehung zwischen Gott und den Menschen ist, zeigt die Autorin bereits im ersten Kapitel auf, indem sie auf die vielen Fragen in der Heiligen Schrift hinweist. Da fragt Gott von Beginn an den Menschen (Adam, Kain...), und Gott lässt sich auch vom Menschen fragen (z.B. von Mose, Ijob). Auch Jesus fragt immer wieder, die Pharisäer und Schriftgelehrten, aber auch seine Jünger, und er lässt sich ebenso von ihnen fragen. So werden auch in den weiteren Kapiteln vorwiegend Fragen gestellt - grundlegende, jeden Menschen (irgendwann) betreffende Fragen nach Liebe und Gerechtigkeit, die große Frage nach dem Kreuz, Fragen nach Trost und Mitleid, nach Freiheit und dem Geheimnis des Anderen werden aufgenommen und ernst genommen. Die Autorin verzichtet ganz bewusst auf vorschnelle Antworten, bescheidet sich damit, im Rückgriff auf die Bibel und auf die Tradition Ignatianischer Spiritualität Richtungen aufzuzeigen, in denen Antwortversuche vielleicht am ehesten möglich scheinen. Gerade so vermittelt dieses Buch in eindringlicher Weise, dass es manchmal auch eine lange Zeit des beharrlichen Fragens braucht, um von Gott - im Gebet, aber auch in den aufmerksam wahrgenommenen Erfahrungen des eigenen Lebens - Antworten zu erhalten. Mit der Offenheit einer Frage leben zu müssen, braucht allerdings Geduld und Treue, verlangt nicht weniger als die christlichen Grundtugenden: Glaube, Hoffnung, Liebe. Diesen untrennbaren Zusammenhang zwischen fragen und glauben so klar aufgezeigt zu bekommen, bedeutet sicher für viele Christinnen und Christen eine große Ermutigung. Deshalb kann man diesem schönen, überzeugenden Buch nur eine möglichst große Verbreitung wünschen! (Religiöses Buch des Monats März 2010)
Thomas Steinherr

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318387

Dorner, Maximilian:
Ich schäme mich : ein Selbstversuch / Maximilian Dorner. - 1. Aufl. - Reinbek bei Hamburg : Rowohlt, 2010. - 188 S. ; 22 cm
ISBN 978-3-498-01330-1 kt. : 14,95

Trotz der Ernsthaftigkeit der Krankheit erzählt der Autor humorvoll aus seinem Leben.
(Ps 3.2 <- Ps 2.11)

Maximilian Dorner leidet seit 2006 an Multipler Sklerose, einer unheilbaren Nervenkrankheit die in Schüben verläuft. Auch in seinem dritten Buch (zul. "Lahme Ente in New York, MedienNr. 561417, s. BP/mp 09/316) setzt sich der Autor offen und ohne Tabus mit seiner Krankheit auseinander und schildert sein Leben, das mal mehr, mal weniger von seiner Behinderung bestimmt wird. Sehr ehrlich und teilweise mit Witz und Ironie erzählt Dorner von peinlichen oder schamvollen Alltagssituationen, in denen sein Körper nicht so funktioniert hat, wie er und auch seine Umwelt es erwarteten. Er schildert seinen aussichtslosen Kampf gegen die Gefühle des Beschämtseins und gelangt schließlich zu der Einsicht, das es besser ist, "die Scham beim Namen zu nennen" und zu lernen, sie nicht zu verleugnen, sondern sie vielmehr in sein Leben zu integrieren. Empfehlenswert.
Brigitte May

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321747

Esser, Christian:
Schwarzbuch Deutsche Bahn / Christian Esser ; Astrid Randerath. Mit Karikaturen von Klaus Stuttmann. - 1. Aufl. - München : C. Bertelsmann, 2010. - 298 S. : Ill., Kt. ; 22 cm
ISBN 978-3-570-10036-3 fest geb. : 19,95
NE: Randerath, Astrid: Schwarzbuch Deutsche Bahn

Das Unternehmen Deutsche Bahn AG von zwei Journalisten kritisch unter die Lupe genommen.
(So 3.53)

Verspätungen, Probleme mit den Achsen beim ICE, vergammelte Bahnhöfe, ein Datenskandal - um den Ruf der Deutschen Bahn AG ist es derzeit - allen Hochglanzprospekten zum Trotz - nicht gut bestellt. Folgt man der Darstellung der beiden ZDF-Journalisten Astrid Randerath und Christian Esser in diesem Buch ist die Bahn nicht etwa von einer Pechsträhne geplagt, vielmehr sind die jetzt öffentlich gewordenen Probleme Folge einer Strategie, die der ehemalige Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn dem Unternehmen für den Börsengang verordnet hat. Statt in die heimische Infrastruktur, in Service, Sicherheit und Instandhaltung zu investieren, habe er den Konzern lieber zu einem internationalen Logistikspezialisten ausgebaut - und auf Kosten des Profits das Kerngeschäft vernachlässigt. Esser und Randerath haben mit Kunden, Mitarbeitern und Bahnexperten gesprochen, Umfragen und Gutachten ausgewertet - und haarsträubendes zu Tage gefördert. Dass Lokführer eine Thermoskanne mitführen, weil sie keine Zeit haben, auf die Toilette zu gehen, ist nur eines von vielen Details, die sehr nachdenklich stimmen. Die Autoren haben auch das Gespräch mit Mehdorn und anderen Verantwortlichen der Bahn gesucht, doch die zeigten wenig Neigung, sich den unbequemen Fragen zu stellen. Ihre Darstellung haben die beiden Journalisten nach allen Regeln der Kunst belegt. Einzig der manchmal sehr plakative Stil trübt den ansonsten seriösen Gesamteindruck. Dem Buch und der These der beiden Autoren, dass die Bahn den Bürgern als Staatskonzern mehr nützt denn als privatisierter internationaler Logistikkonzern, ist ein breites Echo und vor allem eine intensive Diskussion zu wünschen. - Allen Büchereien sehr empfohlen, die ihren Leser/innen Literatur zu aktuellen gesellschaftlichen Problemen anbieten möchten.
Christoph Holzapfel

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328922

Glück, Alois:
Warum wir uns ändern müssen : Wege zu einer zukunftsfähigen Kultur / Alois Glück. - München : Herbig, 2010. - 222 S. ; 22 cm
ISBN 978-3-7766-2627-8 fest geb. : 19,95

Orientierungshilfen für die Überwindung von Fehlentwicklungen und zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Kultur.
(So 2)

Seit Jahrzehnten hat die Meinung von Alois Glück auch unter seinen politischen Gegnern Gewicht. Als ein die Probleme grundsätzlich und umsichtig aufgreifender Politiker ist er der wichtigste Vordenker in seiner Partei CSU. Dieses Buch ist sozusagen das vorausschauende Resumee seines lebenslangen Einsatzes für Staat und Gesellschaft. Ausgehend von einer schonungslosen Analyse der aktuellen Finanzkrise beschreibt der Autor Fehlentwicklungen wie das Festhalten an dem Fetisch Wachstum, der Aufweichung der Sozialen Marktwirtschaft, der übertriebenen Individualisierung unseres Lebens, der viel zu zaghaften Reaktion auf Klimawandel, demographische Entwicklungen und Missachtung der Nachhaltigkeit bei der Nutzung unserer Ressourcen. Er sieht, wie die Demokratie in Gefahr geraten kann und mahnt den engagierten Bürger und eine Änderung der Medienkultur als Voraussetzung für gute Politik an. Der inzwischen mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden des Zentralkomitees der Katholiken gewählte Politiker bietet keine direkten Lösungen bei einzelnen Problemen an. Er will vielmehr Impulse geben für die dringend nötigen geistigen Auseinandersetzungen und so Wege in eine gelingende Zukunft aufzeigen. Mit Nachdruck stellt er fest, dass die Welt von Menschen lebt, die mehr tun als ihre Pflicht. - Ein Buch, das nachdenklich macht und dem man viele Leser wünscht.
Hans Niedermayer

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326228

Korkmaz, Aylin:
"Ich schrie um mein Leben" : Ehrenmord mitten in Deutschland / Aylin Korkmaz mit Tanja Moser. - Köln : Fackelträger, 2010. - 250, [16] S. : Ill. (überw. farb.) ; 22 cm
ISBN 978-3-7716-4425-3 fest geb. : 19,95
NE: Moser, Tanja: "Ich schrie um mein Leben"

Eine junge Türkin überlebt die Messerattacke ihres Ex-Mannes.
(Bi 2 - Korkmaz, Aylin <- So 1.324)

Die junge Türkin Aylin, Abiturientin, wird von ihrer Mutter in eine Ehe mit einem in Deutschland lebenden Landsmann kurdischer Herkunft gedrängt. Ihr Mann verwöhnt sie einerseits mit unsinnigen Geschenken, andererseits ist er auf ihre Ehre bedacht und engt sie so maßlos ein, weit mehr als selbst in den konservativen Kreisen von Aylins Familie üblich. Bald schon schlägt er sie. Die Lebenssituation eskaliert, bis sich Aylin trotz ihrer drei Kinder zur Scheidung entschließt. Die Trennung wird vor der Familie geheimgehalten. Die Auseinandersetzungen reißen nicht ab, bis der Ehemann Aylin an ihrem Arbeitsplatz stellt und mit einem Messer zigmal attackiert. Wider Erwarten kommt sie mit dem Leben davon, ist aber entsetzlich entstellt. Erst hier greift das soziale Netz und Aylin erhält vielfältige professionelle Hilfe. Dadurch kann sie sich mit ihrem bisherigen Leben auseinandersetzen und ihre Geschichte niederschreiben für "die, die nicht mehr sprechen können". Ihr Bericht erhellt das, was als Ehrenmord gehandelt wird, aufs Genaueste. Man erfährt, dass eine Vielzahl von Faktoren zusammenspielen muss, um diese ausweglose Situation vorzubereiten: der Charakter des Täters, die Isolierung des Opfers, dessen Verhaftetsein in der Tradition und Rücksicht auf die eigene Familie sowie der Schutz der gemeinsamen Kinder. Interessant ist das Ausloten, inwieweit tatsächlich ethnische Traditionen vorhanden sind und solche nicht nur zur Ehrenrettung eines psychisch schwierigen Täters herangezogen werden. - Ein erhellender Beitrag nicht nur zur Diskussion, wie ein Ehrenmord zu ahnden sei, sondern auch dazu, dass die Gewaltspirale in einer Ehe nicht durch Dulden durchbrochen werden kann.
Pauline Lindner

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564828

Boyle, T. Coraghessan:
Das wilde Kind : Erzählung / T. Coraghessan Boyle. - 1. [Aufl.]. - München : Hanser, 2010. - 105 S. ; 21 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-446-23514-4 fest geb. : 12,90

Roman über Victor von Aveyron, dem Kaspar Hauser von Frankreich.
(SL)

1797: Am Rande eines französischen Dorfs taucht ein wilder 8 - 9-jähriger Junge auf, der bislang für sich selbst gesorgt hat. Hilflos, nackt und unterernährt hat er keinerlei Erfahrung im Umgang mit Menschen. In der Natur hat er wie ein Tier gelebt und sprechen kann er auch nicht. Nachdem er sich aus den Stuben der Bauern, in die er eingesperrt wurde, befreien konnte, wird er schließlich zum öffentlichen Interesse, sodass Pariser Ärzte sich darum streiten, sein Verhalten zu erforschen und ihn zu zivilisieren. Doch auch der junge Arzt Itard, der ihn über Jahre zu erziehen versucht, scheitert - und der Junge lebt bis zu seinem 40. Lebensjahr in Lethargie und von allen vergessen bei Itards Haushälterin. - In der Gesellschaft des 18. Jh. erregte Victor im damaligen Frankreich großes Aufsehen. Boyle gelingt es, glaubwürdig darzustellen wie Victor nach und nach sein wildes Leben aufgeben und an der aufgezwungenen Erziehung scheitern muss. Die zeitgemäß gezeichneten Charaktere und die gekonnte Schilderung ihres sozialen Umfelds machen diesen historischen Roman zu einer spannenden Lektüre. (Übers.: Dirk van Gunsteren)
Adelgundis Hovestadt

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323143

Brown, Sandra:
Ewige Treue : Roman / Sandra Brown. - 1. Aufl. - München : Blanvalet, 2010. - 511 S. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-7645-0308-6 fest geb. : 19,95

Durch ein unmoralisches Angebot kommt der in Ungnade gefallene Ex-Football-Star Griff Burkett nicht nur zu viel Geld, sondern gerät direkt in den Focus des skrupellosen Detective Rodarte.
(SL)

Als der Ex-Football-Star Griff Burkett nach einer fünfjährigen Haftstrafe entlassen wird, hat er nichts. Sein Vermögen ist für Rechnungen draufgegangen, und weder Footballclubs noch Fans wollen etwas mit ihm zu tun haben. Mit ihm, dem Spieleschieber, dem Geld wichtiger ist als Ehre! So kommt das Angebot des eigenwilligen Millionärs Foster Speakman, der durch einen Autounfall querschnittgelähmt ist, gerade recht. Er soll mit Laura, Fosters Frau, ein Kind zeugen - und dafür soll er richtig viel Geld bekommen. Aber das alles ist einfacher geplant als getan. Denn das 'Geschäft' soll diskret behandelt werden, was durch die Nachstellungen von Detective Rodarte erschwert wird. Und der hat nur ein Ziel: Das Leben von Griff Burkett zu zerstören. Koste es, was es wolle. - Während die Figur des Griff Burkett genau definiert ist, fehlt den weiteren Charakteren einige Tiefe. So auch der Geschichte - sie ist flott geschrieben, wirkt aber immer wieder konstruiert. Eine Liebesgeschichte mit etwas Thrill, aber kein Thriller! - Für Sandra-Brown-Fans und als Lesefutter geeignet. (Übers.: Christoph Göhler)
Jutta Weber

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318493

Camilleri, Andrea:
Die Farbe der Sonne : ein Caravaggio-Roman / Andrea Camilleri. - 1. Aufl. - Reinbek bei Hamburg : Kindler, 2010. - 125, [16] S. : Ill. (farb.) ; 21 cm – Aus dem Ital. übers.
ISBN 978-3-463-40532-2 fest geb. : 16,90

Roman über die letzten Lebensjahre des berühmten Malers Caravaggio.
(SL)

Camilleri selbst spielt in diesem Kurzroman eine Hauptrolle. Während einer Theateraufführung auf Sizilien steckt ihm ein Unbekannter heimlich eine Telefonnummer zu mit der Bitte um Kontaktaufnahme. Die Neugierde des Schriftstellers ist geweckt und er lässt sich auf eine abenteuerliche Fahrt ins Unbekannte ein, an deren Ziel er von einem geheimnisvollen Mann Tagebuchaufzeichnungen des Malers Caravaggio gezeigt bekommt. Er darf Abschriften machen, die er zu Hause studiert und als geschickter schriftstellerischer Schachzug hier als Binnenerzählung fragmentarisch wiedergibt. Es enthüllen sich dem Leser die letzten Lebensjahre eines leidenschaftlichen Mannes, der nach einer dreijährigen Flucht vor der Justiz ein frühes Ende findet. In dieser Zeit entstehen die für ihre außergewöhnliche Hell-Dunkelmalweise berühmten Gemälde Caravaggios, die Camilleri auf seine Augenkrankheit und die dadurch veränderte Sichtweise zurückführt. - Spannend und interessant geschrieben mit Farbabbildungen der beschriebenen Gemälde und daher auch für Nichtkunstkenner reizvoll. (Übers.: Moshe Kahn)
Christiane Kühr

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323086

Dunne, Patrick:
Die Opferstätte : Roman / Patrick Dunne. - 1. Aufl. - München : Limes, 2010. - 377 S. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-8090-2564-1 fest geb. : 19,95

Eine irische Archäologin kommt an der Küste ihres Landes einem Verbrechen auf die Spur.
(SL)

Die neununddreißigjährige Illaun Bowe ist nach einer gescheiterten Beziehung und einigen aufregenden Ereignissen nach Ennis, einer Kleinstadt an der Küste gereist. Sie interessiert sich für die Geschichte eines frühchristlichen Kreuzes, das nach Meinung der Bevölkerung Unglück bringen soll. Aber weder von der heidnischen Opferstätte noch von dem Kreuz, das doch auf eben dieser Kultstätte errichtet worden war, findet sich noch eine Spur. Von einer Immobiliengesellschaft ist das ganze Gelände zwecks Bebauung platt gemacht worden. Bei einem Spaziergang findet Bowe aber einen Kieferknochen, der, wie sich herausstellt, keineswegs historischen Ursprungs, sondern einer jungen Frau, die vor fünf Jahren spurlos verschwunden war, zuzuordnen ist. Durch diesen Fund wird Bowe nun neugierig und beginnt nachzuforschen. Von alten Leuten erfährt sie Einzelheiten über die uralten Geschichten und auch über die teilweise mehr als dubiosen Tätigkeiten einiger Küstenbewohner und der Baugesellschaft. - Heidnische Symbole und Rituale sowie die allmähliche Wandlung zur christlichen Religion sind wiederkehrende Merkmale dieser Geschichte. Zu erfahren ist eine Menge Interessantes über die Historie Irlands und die Küstenlandschaft. Die einzelnen Protagonisten bleiben aber doch zumeist ohne scharfe Konturen; auch die Handlung ist mäßig spannend. Trotzdem eine handwerklich gut gemachte, gut lesbare Geschichte. Breit einsetzbar. (Übers.: Fred Kinzel)
Erwin Wieser

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564582

Etzold, Veit M.:
Das große Tier : Thriller / Veit M. Etzold. - 1. Aufl. - Köln : Kiepenheuer & Witsch, 2010. - 483 S. ; 19 cm (KiWi ; 1157 : KiWi-Paperback)
ISBN 978-3-462-04214-6 kt. : 9,95

Ein junges Ermittlerduo kommt einem verbrecherischen Geheimbund auf die Spur.
(SL)

Als am Neujahrstag der Chef eines internationalen Konzerns in seinem Berliner Nobelhotel tot aufgefunden wird, ahnt noch niemand, was dahintersteckt. Doch am kommenden Tag stürzen die Aktienkurse im freien Fall, während eine mysteriöse Person an dem Tod des Konzernchefs Unsummen verdient. Die Wirtschaftskriminologin Sarah Jakobs wird auf den Fall angesetzt. Da wird ein weiterer Mord begangen, ebenfalls an einem Top-Manager. Durch Zufall gerät Sarah an Vincent Wagner, einen jungen Doktoranden der Kunstgeschichte. Und macht sich auf die Suche nach der Lösung des Rätsels. Und das führt beide unversehens weit zurück in die Geschichte: bis zu Dante und sogar in die griechische Antike. Und beide erkennen, dass die Drahtzieher der Verbrecher zu einer uralten, weltumspannenden verbrecherischen Vereinigung gehören. - Ein atemberaubend spannender Thriller, für alle Krimi-Fans ein gefundenes Fressen.
Günter Bielemeier

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564830

Gavalda, Anna:
Ein geschenkter Tag / Anna Gavalda. - 1. [Aufl.]. - München : Hanser, 2010. - 138 S. ; 19 cm – Aus dem Franz. übers.
ISBN 978-3-446-23489-5 fest geb. : 12,90

Vier Geschwister stehlen sich von einer Hochzeit heimlich davon, um alte Erinnerungen aufzufrischen und so von alten Kindheitsträumen Abschied zu nehmen.
(SL)

Der bodenständige und gediegene Simon und seine beherrschte Frau Carine, sowie Simons lebenslustige Schwestern Garance und Lola sind auf dem Weg zu einer Hochzeit. Dort erwarten sie auch den letzten aus dem alten Familienquartett zu treffen: ihren Bruder Vincent. Als klar ist, dass der nicht kommt, packen ausgerechnet den sonst so ausgeglichenen Simon der Frust und die Abenteuerlust und er macht sich kurzerhand mit seinen beiden Schwestern klammheimlich aus dem Staub, um Vincent zu besuchen ... Anna Gavalda schenkt mit ihrem Büchlein nicht nur ihren vier Protagonisten einen heiteren Tag, sondern allen Menschen, welche die Sehnsucht nach der Kindheit, nach deren einfachen Regeln, überschaubaren Beziehungen, dem Gefühl unendlicher, verheißungsvoller Zukunft und dem unnachahmlichen Duft der Freiheit kennen. Sie schreibt über Gefühle, Erinnerungen, Momente, Stimmungen - wunderbar festgehalten unter anderem in der Musik-Playlist einer ganzen Generation. Handlung wird angesichts der Fülle an Emotionen zur Nebensache. Doch trotz aller Wehmut, die aufkommt, am Ende bleibt nicht der Schmerz, sondern der Mut, sich auf etwas Neues ein- und das Kind in einem selbst zurückzulassen. Ein Buch, das sich für Lesezirkel hervorragend als Diskussionsgrundlage übers Erwachsenwerden, Kindheitsträume und gescheiterte Lebenspläne eignet. Und für alle Gavalda-Leser/innen sowieso. (Übers.: Ina Kronenberger)
Traudl Baumeister

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564831

Geiger, Arno:
Alles über Sally : Roman / Arno Geiger. - 1. [Aufl.]. - München : Hanser, 2010. - 363 S. ; 21 cm
ISBN 978-3-446-23484-0 fest geb. : 21,50

Eine Ehe, beschrieben aus der Sicht einer selbstbewussten Frau, die es mit der Treue zwar nicht so genau nimmt, aber dennoch ihr Alltagsglück kennen und schätzen lernt.
(SL)

Alfred und Sally, beide über fünfzig, sind schon lange verheiratet. Die Kinder sind fast erwachsen, das Leben plätschert so dahin. Alfred ist so zufrieden, aber Sally fühlt sich noch jung im Herzen, will lebenshungrig noch etwas erleben. Ein Einbruch in ihre Wohnung bringt ihr Leben durcheinander. Alfred ist verstört, es wirft ihn aus der Bahn, er rutscht noch stärker in die Lethargie ab. Sally reagiert völlig anders: Trotzig will sie es sich noch mal beweisen und fängt eine Affäre mit dem Mann ihrer Freundin an. Der größte Teil des Romans wird von der faszinierenden Figur Sallys beherrscht, sie und ihr Gefühlsleben stehen im Mittelpunkt, das Geschehen wird meist aus ihrer Sicht erzählt, ganz selten wechselt die Perspektive zu Alfred. Erst gegen Ende kommt dieser in einem großen inneren Monolog zu Wort, in dem er seine Trägheit abschüttelt und über sein Leben resümiert, das sich immer wieder liebevoll um seine Frau Sally als Angelpunkt dreht. - Sehr fein beobachtet, ein erstaunlicher Blick in die Psyche einer Frau, meisterhaft und mit Leichtigkeit geschrieben, sehr zu empfehlen.
Christiane Kühr

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329211

Goosen, Frank:
Radio Heimat : Geschichten von zuhause / Frank Goosen. - 3. Aufl. - Frankfurt am Main : Eichborn, 2010. - 165 S. ; 22 cm
ISBN 978-3-8218-6072-5 fest geb. : 14,95

Humor im Pott: Frank Goosens Geschichten von zuhause raten zu einem entspannten Umgang mit den altbekannten Ruhrgebietsklischees.
(SL)

Das Ruhrgebiet, das als Kulturhauptstadt Europas 2010 Adolf Muschg zufolge "nicht mehr Kohle, sondern Zukunft" atmet, ist immer schon ein dankbarer Gegenstand für das Kabarett. Frank Goosen gehört zu der zweiten Generation moderner Ruhrgebietskabarettisten, die ihr Publikum mit bodenständigem Witz und Selbstironie zu unterhalten pflegen, wovon auch die eigene Biographie nicht verschont bleibt. "Radio Heimat" ist, nach seinen mäßig angenommenen Romanen und einem gut verkauften Fußballbuch "Weil Samstag ist" (2008), eine Sammlung kurzer Geschichten aus dem Herzen der Region. Hier sind "Selterbude, Frittenschmiede, Schrebergarten" die "Orte, wo wir auf Erlösung warten". Pittoreske Idealisierung und wohlmeinende Malocher-Romantik sind Goosens Sache nicht. Mit Herz und Verstand porträtiert er die direkte Sprache, die Sozialmilieus und die eigenen biographischen Stationen (als Kind, als Schüler, als Student, als Musiker, als Fußballfan) und wirbt dabei für einen entspannten Umgang mit den Klischees des Ruhrgebiets. "Radio Heimat": Wer diesen Sender wählt, muss das Ruhrgebiet nicht kennen, um auf leichte, aber dennoch sinnige Art unterhalten zu werden, aber er ist auf jeden Fall eingeladen, es besser kennenzulernen.
Michael Braun

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326510

Hay, Elizabeth:
Nachtradio : Roman / Elizabeth Hay. - Dt. Erstausg., 1. Aufl. - Frankfurt am Main : Schöffling, 2010. - 423 S. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-89561-505-4 fest geb. : 24,90

Individuelle Lebensläufe im weit abgelegenen Norden Kanadas.
(SL)

Harry verliebt sich in die rauchige Sinnlichkeit einer Stimme des Senders von Yellowknife, in dem er früher erfolgreich tätig war. Als er Dido, eine sehr exaltierte Persönlichkeit kennenlernt, verfällt er ihr. Gleichzeitig taucht die junge Gwen im Sender auf und fragt nach einer Beschäftigung. Sie stammt aus dem fünftausend Kilometer weit entfernten Ontario und will den Norden kennenlernen, von dem sie fasziniert ist. Gwen tut sich schwer in dem ihr fremden Metier, aber dank der Hilfe des Radioteams und ihrer Lernbereitschaft schafft sie es, die Stelle als Nachtsprecherin auszufüllen. Ein allzeit wichtiges Thema beschäftigt die Menschen in dieser Region, denn die Ölgesellschaften wollen eine gigantische Pipeline verlegen, was für die Ureinwohner und die Umwelt mit argen Einbrüchen verbunden wäre. Inzwischen hat sich Dido für Eddy entschieden und eines Tages verlassen sie unangekündigt den Sender, um nach Kalifornien zu gehen. Das ist hart für Harry, der sich immer Hoffnungen machte. Eines Tages beschließt Harry, sich seinen Traum zu erfüllen und auf den Spuren früherer Entdecker die Arktis zu erkunden. Zusammen mit Gwen und zwei Freunden aus dem Sender ziehen sie mit ihrem Paddelboot durch die Wildnis. - Elizabeth Hay versteht es ihren Protagonisten große Authentizität und Lebendigkeit zu verleihen, sodass der Leser in die Ereignisse mit einbezogen wird. Mit ihrer bildhaften Sprache bringt sie die arktischen Schönheiten und Besonderheiten nahe. Allen Büchereien zu empfehlen. (Übers.: Anke Caroline Burger)
Elfriede Bergold

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329630

Hegemann, Helene:
Axolotl Roadkill : Roman / Helene Hegemann. - Berlin : Ullstein, 2010. - 203 S.
ISBN 978-3-550-08792-9 kt. : 14,95

Fast handlungsfreie Auslassungen der 16-jährigen Mifti über ihr Kindheitstrauma und ihre Wohlstandsverwahrlosung samt notorischem Schuleschwänzen, Drogen- und Sexexzessen.
(SL)

Mifti ist 16 Jahre alt und lebt nach einer traumatischen Kindheit bei ihrer alkoholabhängigen Mutter in einer WG in Berlin. Drogen und Sex konsumiert sie so selbstverständlich, wie andere zur Schule gehen - was sie höchst selten tut. Dafür besucht sie lieber Partys und Feten mit Alkohol-, Drogen- und Sexexzessen. Ihre Gedanken dazu muss sie nun einer Leserschaft mitteilen, und zu ihren bevorzugten Wörtern gehören "Scheiße", "kotzen" und "ficken". Außerdem hat sie Gedankenfetzen anderer in ihre eigenen eingebaut, was quer durch die Feuilletons zu einer Diskussion um Originalität und Plagiate führt - und dem Roman erhebliche Aufmerksamkeit verschafft. Doch die angebliche Wortgewalt und Klugheit der Autorin besteht eben v.a. darin, entsprechende Zitate aus Büchern und Blogs zu kolportieren. Die Mifti ihres Romans trägt einige autobiografische Züge, und schreiben als Selbsttherapie ist nichts Neues - aber muss man das unbedingt anderen zum Lesen geben? Vor allem: müssen es andere lesen, wenn man im Dreck wühlt? Hegemann gefällt sich in der Rolle des traumatisierten Kindes, das gar nicht anders kann als sich mit Drogen zu betäuben und ungerührt der Traumatisierung anderer zuzusehen. Will sie damit einen Freibrief ausstellen nach dem Motto: ich hatte ja so eine schlimme Kindheit? Dank der momentanen Medienaufmerksamkeit dürfte das entsprechende Nachahmer finden - wollen wir das? Und dann ist da noch das Axolotl, dieser mexikanische Schwanzlurch, der nie das Larvenstadium verlässt. Hegemann nutzt ihn als Metapher dafür, dass er als ewige Larve viel zu jung ist, um so viel Elend zu erleben. Korrekt wäre, dass er trotz seines Elends nicht erwachsen wird. Aber das ist für Helene Hegemann wahrscheinlich nur kleinbürgerlicher Schnickschnack. Hoffentlich gibt es nicht auch da Nachahmer, die sich dieses vom Aussterben bedrohte Tier ins Aquarium holen wollen. - Für Büchereien absolut verzichtbar.
Lotte Schüler

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564867

Hochgatterer, Paulus:
Das Matratzenhaus : Roman / Paulus Hochgatterer. - 1. [Aufl.]. - Wien : Deuticke, 2010. - 293 S. ; 21 cm
ISBN 978-3-552-06112-5 fest geb. : 19,90

Eine Serie von Kindesmisshandlungen gibt Kommissar Ludwig Kovacs und dem Psychiater Raffael Horn Rätsel auf.
(SL)

Ostern feiern die Christen die Auferstehung Jesu, die Erlösung von der Endgültigkeit des Todes. Von einer anderen Art der Erlösung an einem Ostersonntag erzählt der österreichische Schriftsteller und Kinderpsychiater Paulus Hochgatterer in diesem Roman. In der österreichischen Kleinstadt Furth am See erstattet ein Vater Anzeige, weil ein Unbekannter seinen Sohn geschlagen hat. Weder Kommissar Ludwig Kovacs noch Raffael Horn, der Psychiater, der das Kind untersucht, nehmen das sonderlich ernst. Andere Fälle scheinen ihnen dringlicher, außerdem sind sie durch private Probleme abgelenkt. Doch dann wird ein weiteres Kind auf die gleiche Weise geschlagen - und kurz darauf noch eines. Der öffentliche Druck steigt, doch weder Horn noch Kovacs haben etwas in der Hand. Hochgatterer erzählt diese Geschichte aus vier Perspektiven, neben Horn und Kovacs, die bereits in Hochgatterers Roman "Die Süße des Lebens" (2006) auftraten, kommen noch eine psychisch labile Grundschullehrerin, die ein Verhältnis mit einem Benediktinerpater hat, und ein dreizehnjähriges Mädchen zu Wort. Aus dessen Sicht erfahren die Leser/innen andeutungsweise, was im "Matratzenhaus" vor sich geht. - Hochgatterer beschreibt sehr eindringlich, wie Schweigen, Alltagsblindheit und eine verbreitete Unfähigkeit, sich anderen mitzuteilen, dazu führen, dass alle Beteiligten die ohnehin spärlichen Hinweise auf sexuellen Missbrauch übersehen. Seine Erzählweise, die manchmal nur andeutet, statt ausführlich zu beschreiben, erfordert viel Aufmerksamkeit, entfaltet aber auch einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Erst als sich die Dreizehnjährige am Ostersonntag "Erlösung" verschafft, wird sichtbar, was sich in der Mitte der österreichischen Kleinstadt zugetragen hat. Am Ende bleibt den Leser/innen die erschütternde Erkenntnis, dass Furth am See überall sein kann. Äußerst lesenswert!
Christoph Holzapfel

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328392

Jones, Shane:
Thaddeus und der Februar : Roman / Shane Jones. - 1. Aufl. - Frankfurt am Main : Eichborn, 2010. - 175 S. : Ill. ; 19 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-8218-6107-4 fest geb. : 16,95

Eine märchenhafte Erzählung über die Widrigkeiten und Faszinationen der Natur.
(SL)

Eben feierten die Einwohner eines neuenglischen Dorfes noch mit einem großen Feuer den Abschied vom Herbst und den damit verbundenen bunten Ballonfahrten, als der Winter seinen Einzug hält und das Land einfriert. Alles Leben erstirbt und Thaddeus, seine Frau Selah und seine Tochter Bianca kämpfen gegen den langen Februar, der nun schon mehrere hundert Tage dauert, an. Immer mehr Kinder werden vermisst, bis auch Thaddeus eines Tages Selah und Bianca nicht mehr findet. Er macht sich auf die Suche, um das Haus vom Februar zu finden, leider muss er erkennen, dass der Februar verzogen ist. Thaddeus gibt nicht auf. Er findet den Februar und überwältigt ihn. - Thaddeus (Fürchtegott) und der Februar ist ein surrealistisches Märchen über die Widrigkeiten und Faszinationen der Natur. Zugleich eine Parabel, die in sehr verschiedene Welten führt und mit großer Poesie erzählt wird. Spike Jonze (Regisseur von "Wo die wilden Kerle wohnen" und "Being John Malkovich") hat sich gleich die Filmrechte dieses Buches gesichert, das mit großer Sensibilität von Ria Brodell wunderschön illustriert ist. Allen Lesern, die sich gerne auf etwas Außergewöhnliches einlassen, sehr zu empfehlen. (Übers.: Chris Hirte)
Elfriede Bergold

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318491

Lehtolainen, Leena:
Ich war nie bei dir : Roman / Leena Lehtolainen. - 1. Aufl. - Reinbek bei Hamburg : Kindler, 2010. - 350 S. ; 21 cm – Aus dem Finn. übers.
ISBN 978-3-463-40562-9 fest geb. : 19,90

Kunstvoller Roman über die Ehe- und Lebenskrise eines finnischen Ehepaars.
(SL)

Jaana und Riku, beide Anfang 40, zwei Kinder, sind ein im finnischen Mittelstand verankertes Ehepaar, sie als Lehrerin und er als promovierter Biologe. Erste Risse treten auf, als der in der Pharmaindustrie arbeitende Riku von militanten Tierschützern bedroht wird. Er zweifelt zunehmend am Sinn seines Lebens und verschwindet schließlich spurlos: Selbstmord? - All das erfährt der Leser aus verschiedenen Quellen: den Tagebüchern Jaanas (einem "offiziellen" für den neugierigen Mann und einem privaten), dem Tagebuch Rikus und den Berichten, Kommentaren und Andeutungen der allwissenden Ich-Erzählerin, die fiktiv als Autorin des Romans auftritt. Kunstvoll montiert muss jedes "Ich" zunächst aufgeschlüsselt werden; unvermutete Zeitsprünge aktivieren die Aufmerksamkeit des Lesers zusätzlich. Schließlich wird die "Autorin" gar Teil der Handlung. - Ein spannend zu lesender Roman über Lebenskrisen und die Kunst, ein fesselndes Buch zu schreiben! Breit empfohlen. (Übers.: Gabriele Schrey-Vasara)
Birgit Karnbach

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564788

Meyer, Deon:
Dreizehn Stunden : Thriller / Deon Meyer. - 1. Aufl. - Berlin : Rütten & Loening, 2010. - 470 S. ; 22 cm – Aus dem Afrikaans übers.
ISBN 978-3-352-00779-8 fest geb. : 19,95

Zwei spektakuläre Morde halten Inspektor Benny Griessel - neuerkorener Mentor einer Gruppe junger schwarzer Polizisten in Kapstadt - auf Trab.
(SL)

Die amerikanische Touristin Erin wird tot neben einer Kirche in Kapstadt gefunden - und der populäre Musikproduzent Adam Barnard liegt erschossen in seinem Haus neben seiner sturzbetrunkenen Frau Alexandra. Zwei Fälle, die der zum Mentor berufene Inspekteur Benny Griessel beaufsichtigen soll, denn internationale Verwicklungen scheinen vorprogrammiert. Nachdem er wegen seiner Sauferei von seiner Frau hinausgeworfen wurde und einen wichtigen Fall vermasselte, ist es seine letzte Chance, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Als bekannt wird, dass die Amerikanerin nicht alleine war, sondern eine zweite Frau von einer straff organisierten Gruppe Männern gejagt wird, wird die Zeit für Griessel und seine Leute knapp. - Wie auch in den Romanen zuvor besticht Deon Meyer mit einem genauen Blick auf seine Heimat und die noch immer präsenten Probleme nach Beendigung der Apartheid. So sind die Charaktere und Beziehungen der Protagonisten zueinander in diesem kurzweiligen und spannenden Roman sehr überzeugend dargestellt. Gerne für alle Bestände empfohlen. (Übers.: Stefanie Schäfer)
Jutta Weber

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327099

Nesbø, Jo:
Leopard : Kriminalroman / Jo Nesbø. - Berlin : Ullstein, 2010. - 698 S. ; 22 cm – Aus dem Norweg. übers.
ISBN 978-3-550-08774-5 fest geb. : 21,95

Ein intelligenter Psychopath mit schrecklichen Hintergründen hält die norwegische Polizei in Atem.
(SL)

Nachdem Harry Holes letzter Fall (s. BP 09/126) schrecklich endete, taucht er in Hongkong unter. Dort findet ihn Kaja, seine Kollegin, und es scheint schwierig, den völlig desillusionierten Hole wieder für die Polizeiarbeit zu begeistern. Doch das scheint bitter nötig, denn in Norwegen treibt ein schrecklicher Serienmörder sein Unwesen. Erst familiäre Gründe bewegen Harry dazu zurückzukehren. Als er alle furchtbaren Details des Falles erfährt, kann er sich dem Ganzen doch nicht entziehen und kann als Einziger bald die Zusammenhänge zwischen den Opfern durchschauen. Alles scheint auf eine einsame Skihütte hinzuweisen, wo alle Opfer eine Übernachtung lang zusammengewesen waren. Ein Verdächtiger ist auch relativ schnell gefunden, doch dann geht das Morden plötzlich weiter und Hole muss einsehen, dass er den grausamen Plan des Mörders noch nicht völlig durchschaut hat. - Dieser Krimi fesselt sofort und das bleibt auch so, bis man nach knapp 700 Seiten das Buch erleichtert zur Seite legt. Hole als Ermittler ist unkonventionell, aber sehr vielschichtig. Der zu lösende Fall erfährt ständig neue Wendungen und bleibt dabei aber immer logisch. Für alle Krimifans mit starken Nerven ein absolutes Muss! (Übers.: Günther Frauenlob, Maike Dörries)
Judith Schöpf

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564876

Rees, Matt Beynon:
Der Tote von Nablus : Omar Jussufs dritter Fall / Matt Beynon Rees. - München : Beck, 2010. - 336 S. ; 21 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-406-59839-5 fest geb. : 18,95

Omar Jussuf ist den verschwundenen Millionen des verstorbenen Palästinenser-Präsidenten Arafat auf der Spur.
(SL)

Der palästinensische Geschichtslehrer Omar Jussuf kommt nach Nablus, um an der Hochzeit seines Freundes Sami teilzunehmen. Sami ist Polizist und sieht sich gerade mit dem Mord an Ishak, einem jungen Mann, konfrontiert. Als sich herausstellt, dass Ishak für den früheren Präsidenten Arafat Geldtransaktionen durchgeführt hat, steht der Verdacht im Raum, dass Ishaks Ermordung damit in Zusammenhang steht. Da wird Sami brutal zusammengeschlagen, doch Omar Jussuf lässt sich von weiteren Ermittlungen nicht abhalten. - Der dritte Fall Omar Jussufs (vgl. BP 08/358, 09/383) ist in der politisch instabilen Welt des Westjordanlandes angesiedelt. Wenn es sich bei diesem Buch auch stilistisch um einen typischen Genrekrimi handelt, führt Rees dem Leser doch sehr glaubwürdig die explosive Mischung aus religiösem Fanatismus, politischen Intrigen und großen sozialen Unterschieden vor Augen, die diese Region prägt. Rees hat als Bürochef der "Time" in Jerusalem gearbeitet, wo er heute noch lebt. Für alle Leser/innen der ersten beiden Bände ein Muss, aber auch sonst durchaus breit zu empfehlen. (Übers.: Klaus Modick)
Walter Brunhuber

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564827

Reich, Annika:
Durch den Wind : Roman / Annika Reich. - 1. [Aufl.]. - München : Hanser, 2010. - 329 S. ; 21 cm
ISBN 978-3-446-23513-7 fest geb. : 19,90

Facettenreicher Roman über die Suche junger Frauen nach dem Glück.
(SL)

Vier Frauen, vier Lebensbilder: Alison, Siri, Yoko und Friederike - so eigenwillig wie ihr Namen sind auch ihre mit leichter Feder beschriebenen Charaktere. Sie sind Freundinnen und gemeinsam ist ihnen ihr Wohnort (Berlin), ihr Alter (Mitte dreißig) und ihre Unentschlossenheit. Sie sind nicht mehr jung, aber noch nicht etabliert, immer noch im Aufbruch und noch längst nicht angekommen. Sie wünschen sich Mann und Kind, stecken aber in schwierigen oder unverbindlichen Beziehungen. Sie haben das Gefühl, das Leben habe gerade erst begonnen und doch ahnen sie, dass es Zeit wird, dieses Leben zu gestalten, um ihm nicht länger ausgeliefert zu sein. - Turbulent und witzig, mit Poesie und Sinnlichkeit gelingt es Annika Reich überzeugend, die Zerrissenheit und die unerfüllten Sehnsüchte ihrer Protagonistinnen fühlbar zu machen. Frauen gleichen Alters, in der schwierigen Phase zwischen Karrierestart, Familienwunsch und Traumjob, werden sich oftmals wiederfinden, ältere Leser werden die Heldinnen eher voller Mitgefühl begleiten. - Ein moderner Frauenroman.
Ulrike Braeckevelt

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321757

Riebe, Brigitte:
Die Prophetin vom Rhein : Roman / Brigitte Riebe. - München : Diana-Verl., 2010. - 559 S. : Kt. ; 22 cm
ISBN 978-3-453-29079-2 fest geb. : 21,95

Hildegard von Bingen predigt gegen machthungrigen Klerus und die leibfeindlichen Katharer.
(SL)

Ada von Ortenburg flieht mit ihren Kindern auf den Rupertsberg, der Klostergründung Hildegards, und verstirbt dort. Ihr Sohn Gero findet nach Leiden bei einem Kettenhemdenschmied den Weg als Ritter zum kaiserlichen Heer. Seine Schwester Theresa beginnt eine Lehre als Hebamme. Sie trifft auf Willem von Gent, den Neffen eines Diakons der "guten Christen", wie sich die leibfeindlichen Katharer selbst nennen. Ihm zuliebe willigt sie ein, der Sekte als Engelmacherin zu dienen. Während Hildegard um die Anerkennung ihres Klosters kämpft und weite Predigtreisen unternimmt, werden Theresa und Willem verhaftet, aber doch noch befreit. Allerdings holt sie der Onkel nach dem Versuch eines Neubeginns zur Sekte nach Köln zurück. Eine Predigt Hildegards löst dort ein Pogrom mit etlichen Toten aus, das aber auch den adeligen Geschwistern den Weg in die bayrische Heimat ermöglicht. - Die wortgewaltige Predigerin steht im Vordergrund der Darstellung; wobei sich Riebe deutlich vom Bild der "Diätlehrerin" distanziert. Neben der Maßregelung machthungriger Geistlicher gelten Hildegards inspirierte Angriffe auch den Katharern. Deren dualistische Theologie lässt sie Zeugung und Geburt verdammen. Die Autorin verquickt diese Thematik mit dem Hebammenwesen und den moralischen Konflikten, die besonders in der Person der Theresa von Ortenburg kulminieren. Die Kämpfe zwischen Kaiser und Papst lässt Riebe durch den jungen Ritter erleben. Insgesamt entsteht so ein lebensnahes Bild der Epoche, in der Hildegard predigte und ihre Visionen aufschrieb, mit feinen Detailbeschreibungen und anrührenden Schicksalen.
Pauline Lindner

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328171

Roger, Marie-Sabine:
Das Labyrinth der Wörter : Roman / Marie-Sabine Roger. - 1. Aufl. - Hamburg : Hoffmann und Campe, 2010. - 207 S. ; 21 cm – Aus dem Franz. übers.
ISBN 978-3-455-40254-4 fest geb. : 18,00

Eine kluge, warmherzige und unsentimentale Liebes- und Lebensgeschichte.
(SL)

Der Ich-Erzähler, Germaine Chazes, ist ein ungewolltes Kind, vaterlos, seiner allzu jungen, gefühlsarmen Mutter nur ein "Klotz am Bein". Und so wächst er ohne jede Fürsorge und Liebe heran. Die Schule bricht er ab, kann kaum lesen und schreiben (Bücher sind ihm nur ein Labyrinth aus Wörtern) und lebt schließlich - alles in allem recht zufrieden - in einem Wohnwagen von Arbeitslosenhilfe und Gelegenheitsarbeiten. Die zufällige Park-Bekanntschaft mit einer älteren kultivierten Dame bringt die Wende in seinem Leben. Sie liest ihm aus Büchern vor und weckt sein Interesse für eine ihm völlig fremde Welt. Auch behandelt ihn hier jemand - zu seiner eigenen Verwunderung - zum ersten Mal mit Respekt. Endlich erfährt er, der "Blödmann", der von seinem Kumpeln nie für voll genommen wurde, so etwas wie Zuneigung und Wertschätzung. Die vertraulichen Gespräche mit Margueritte über die Welt der Bücher, dann auch über sich selbst und sein Schicksal eröffnen ihm neue Horizonte und zeigen ihm, der bisher nur in den Tag hinein lebt und sich nur in ziemlich zweifelhafter Gesellschaft wohlfühlt, neue Lebensperspektiven auf. Am Ende beschließt er, selbst richtig lesen zu lernen um der alten Dame, die zunehmend erblindet, aus Büchern vorlesen zu können. - Man kann nur staunen über dieses lebendig-leicht erzählte, wunderbar zarte, warmherzige Buch, das doch nie in sentimentale Gefühligkeit abgleitet, dafür sorgen schon die vielen ausgesprochen witzigen Szenen und Dialoge, in denen Germaine seine banale bis tragikomische Lebenswelt (Kindheit und Jugend, Beziehungen und Kneipenbekanntschaften...) schildert. Wärmstens zu empfehlen für Leser/innen jeden Alters! (Übers.: Claudia Kalscheuer)
Helmer Passon

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325714

Schäfer, Andreas:
Wir vier : Roman / Andreas Schäfer. - 1. Aufl. - Köln : DuMont, 2010. - 187 S. ; 22 cm
ISBN 978-3-8321-9574-8 fest geb. : 18,95

Die verschiedenen Reaktionen einer Familie auf die Ermordung eines Sohnes.
(SL)

Wie schon in seinem ersten Buch ("Auf dem Weg nach Messara": BP 02/1087) beschäftigt sich Andreas Schäfer in diesem seinem zweiten mit Spannungen in einer Familie, diesmal einer deutschen Kleinfamilie. Der ältere der zwei Söhne, Jakob, der Lieblingssohn des Vaters, ist erstochen worden. Der Vater beginnt zu trinken, verliert seine Arbeit als Pilot und setzt alles daran, einen eigenen Segelflugp latz zu erwerben. Seiner Frau, einer "Kummertante" bei der Telefonseelsorge, die Kontakt zum Mörder herstellt, ist er kaum eine Stütze. Merten, der jüngere Sohn, spröde und unsicher, verdrängt wie die Eltern lange die Auseinandersetzung mi t dem grausigen Verlust. - In 24 kürzeren Abschnitten wird jeweils eine meist a lltägliche Begebenheit vorgestellt, sodass sich bis zum Schluss der Erzählun g ein kaleidoskopartiges Gesamtbild ergibt und das Trauma bewältigt werden kan n. Andeutungen, indirekte Querverweise und einfache Momentaufnahmen verleihen dem in klarer, schlichter Sprache erzählten Geschehen einen besonderen Reiz .
Bernhard Grabmeyer

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325300

Silva, Daniel:
Das Moskau-Komplott : Thriller / Daniel Silva. - München [u.a.] : Pendo, 2010. - 473 S. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-86612-248-2 fest geb. : 19,95

Gabriel Allon, Topagent des israelischen Geheimdienstes, ist einmal mehr aufgerufen, ein Terrorkomplott auffliegen zu lassen.
(SL)

Allon und seine junge Frau Chiara sind in den Flitterwochen und halten sich in einer Villa im italienischen Umbrien auf. Der Restaurator Allon ist im Auftrag des Papstes mit der Restaurierung eines Gemäldes aus dem Vatikan beschäftigt, als ihn die graue Eminenz des Mossad, Ari Schamron, wieder einmal um einen Einsatz bittet. Er soll den Chefredakteur einer regimekritischen Moskauer Zeitung in Rom treffen, der brisante Informationen über den russischen Waffenhändler Charkow loswerden möchte. Aber bevor Allon mit dem Zeitungsmann reden kann, wird dieser ermordet. Mit Hilfe der westlichen Geheimdienste versucht Allon in Moskau, Beweise für die verbrecherischen Aktivitäten Charkows zu finden... - Daniel Silva präsentiert hier wieder einen unerhört spannenden Thriller mit dem charismatischen Serienhelden Gabriel Allon. Zahlreiche Hintergrundinformationen in Sachen Vernetzung von Politik und Wirtschaft speziell in Russland werden geboten. Da mag zwar manches dem Bereich der Thrillerfantasie entsprungen sein, ist aber nichtsdestotrotz sicher nicht grundsätzlich von der Hand zu weisen. Fans der Silva-Action-Thriller kommen jedenfalls voll auf ihre Kosten. Breit einsetzbar. (Übers.: Reiner Pfleiderer)
Erwin Wieser

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564733

Subercaseaux, Elizabeth:
Eine fast perfekte Affäre : Roman / Elizabeth Subercaseaux. - München [u.a.] : Pendo, 2010. - 222 S. ; 21 cm – Aus dem Span. übers.
ISBN 978-3-86612-195-9 fest geb. : 17,95

Amalia Griffin wird von ihrem Liebhaber ermordet. War ihre Affäre wirklich so geheim, dass der Mord ungesühnt bleibt?
(SL)

Amalia Griffin ist die junge, unabhängige Ehefrau eines einflussreichen chilenischen Geschäftsmannes. Als sie nach sechs Jahren ihre streng geheime Affäre mit dem Richter des obersten Gerichtshofes in Santiago beenden will, erschießt dieser sie. Der Richter wird beim Verlassen des Tatorts von einem verheirateten Journalisten beobachtet, der gerade ein Stelldichein mit seinem homosexuellen Freund hat. Und Teresa, Amalias beste Freundin, hat einen Brief, in dem die Ermordete den Beginn ihrer Affäre schildert. Wird die Wahrheit ans Licht kommen? - Die chilenische Autorin, Jahrgang 1945, hat einen höchst raffiniert konstruierten Roman über die zerstörerische und zugleich heilsame Macht der Liebe geschrieben. Obwohl der Mörder von Anfang an bekannt ist, fiebert der Leser mit, auf welche Weise der Fall gelöst werden wird. Jeder der Beteiligten hat einen Grund zu schweigen. Immer wieder wechselt Subercaseaux die Erzählperspektive, lässt den Journalisten, Teresa und den Richter ihre Sicht der Dinge schildern, bis zum unausweichlichen Ende. Obwohl ein Mord am Anfang steht, wird man diesem knappen, präzise erzählten Roman mit der Bezeichnung Krimi nicht gerecht, er bietet wesentlich mehr und ist doch genauso spannend. Gehobene Unterhaltung! (Übers.: Maria Hoffmann-Dartevelle)
Beate Mainka

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328733

Veltroni, Walter:
Die Entdeckung des Sonnenaufgangs : Roman / Walter Veltroni. - Stuttgart : Klett-Cotta, 2010. - 155 S. ; 20 cm – Aus dem Ital. übers.
ISBN 978-3-608-93704-6 fest geb. : 17,90

Ein junger Familienvater begibt sich auf die Suche nach seinem unter mysteriösen Umständen verschwunden Vater.
(SL)

Zunächst wird eine junge italienische Familie vorgestellt, in der es nur wenige außergewöhnliche Personen und Ereignisse gibt. Der Vater arbeitet als Archivar, die Mutter ist sehr auf ihre berufliche Karriere fixiert und zeigt kein besonders großes Interesse für ihre Kinder. Der ältere Sohn ist etwas eigenbrötlerisch, liest aber sehr viel, besonders die Romane von Italo Calvino. Die jüngere Tochter ist ein Down-Syndrom-Kind und wird deshalb zunächst von der Familie etwas abgelehnt, aber diese Distanz entwickelt sich später zumindest im Verhältnis Vater-Tochter immer weniger komplikationsvoll. Die zentrale Auseinandersetzung des Romans findet aber zwischen dem Vater und dessen verschwundenem Vater statt. Was war der Grund, dass ein erfolgreicher Architekturprofessor in den 70er Jahren einfach von einem Tag auf den anderen weder an seiner Arbeitsstelle noch in seiner Familie auftauchte? Mit archivarischer Genauigkeit, wie er es in seinem Beruf erlernt hat, nähert sich Giovanni Astegno der Biographie seines Vaters. Dieser hatte in den das Land Italien aufwühlenden Jahren des Terrorismus ein Doppelleben geführt, von dem nur wenige etwas wussten. - Die von Walter Veltroni, einem in Italien sehr bekannten linken Politiker (ehemaliger Bürgermeister von Rom und Wahlkampfgegner von Berlusconi) hier präsentierte Geschichte wirkt zwar ziemlich konstruiert, ist aber einem spannenden Thema gewidmet. (Übers.: Annette Kopetzky)
Carl Wilhelm Macke

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564975

Walls, Jeannette:
Ein ungezähmtes Leben / Jeannette Walls. - 1. Aufl. - Hamburg : Hoffmann und Campe, 2010. - 365 S. : Ill. ; 21 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-455-40250-6 fest geb. : 20,00

Das abenteuerliche Leben einer mutigen, selbstbewussten Frau im Westen der USA in der ersten Hälfte des 20. Jh.
(SL)

Liley Casey ist schon als kleines Mädchen mehr oder minder gezwungen, Verantwortung zu tragen. Das Leben auf einer Farm mit kargem Boden, abwechselnd von Dürren und gewaltigen Stürmen heimgesucht, ist äußerst schwer. Die Schule muss Lily abbrechen, da der Vater das Schulgeld verschwendet. Aber in der Zeit des Ersten Weltkrieges mangelt es an Lehrkräften und Lily wird mit 15 Jahren erstmals als Hilfslehrerin in einem weit entfernten Dorf eingesetzt. Diese Selbständigkeit will sie sich erhalten und hangelt sich von da an von Job zu Job. Eine Ehe mit einem Nichtsnutz von Mann scheitert kläglich, das macht sie aber nur noch härter. Ihre Ausbildung als Lehrerin, die sie nebenbei geschafft hat, bringt ihr eine gewisse Sicherheit. Stabilität bringt dann die Ehe mit einem zuverlässigen Mann. Aber das Leben ist hart, und Lily verdient gelegentlich beim Zureiten von Pferden und während der Prohibitionszeit durch den Verkauf von schwarzgebranntem Schnaps dazu. Ihre Kinder erzieht sie nach dem Motto "Hoffe das Beste und rechne mit dem Schlimmsten". - Die Autorin, die mit ihrem Erstlingsroman "Schloss aus Glas" (BP 05/935) einen ungeahnten Erfolg erzielt hatte, schildert hier das Leben ihrer Großmutter. Sie lässt Lily Casey Smith ihre Lebensgeschichte in der Ichform erzählen. Das ist eine eindrucksvolle, bewegende, aber nie sentimentale Geschichte. Sehr gut, kurzweilig, unterhaltend, ansprechend. Breit einsetzbar und allen Büchereien empfohlen. (Übers.: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann)
Erwin Wieser

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328064

Gehm, Franziska:
Bissige Gäste im Anflug / Franziska Gehm. - 1. Aufl. - Bindlach : Loewe, 2010. - 184 S. : Ill. ; 20 cm (Die Vampirschwestern / Franziska Gehm ; 6)
ISBN 978-3-7855-6845-3 fest geb. : 9,90

Daka und Silvania müssen ihren Freund aus großer Gefahr retten.
(K)

Als Ausgleich dafür, dass er die Ferien nicht mit ihnen in Bistrien verbringen konnte, laden Daka, Silvania und Helene ihren Freund Ludo zu einem Mitternachtspicknick auf den Knochenhügel ein. Sie ahnen jedoch nicht, dass eine Schar widerlicher Riesenfledermäuse Jagd auf Helene macht, die sich im Urlaub unpassend in einen Vampir verliebt hat. Dem vampirjagenden Nachbarn der Zwillinge ist es zu verdanken, dass die Fledermäuse das Picknick stören, sie entführen statt Helene allerdings Ludo. Zusammen mit ihren Eltern und der unfreiwilligen Hilfe des Nachbarn, der das notwendige "schrille Q" hervorstößt, können die Zwillinge während einer Schlacht im Gemüsegroßmarkt die Fledermäuse vertreiben. - Vielleicht ein wenig schwächer als der letzte Band ist auch dieses Abenteuer der Halbvampir-Zwillinge voll guter Einfälle und absolut lesenswert.
Cornila Klöter

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326859

Ibbotson, Eva:
Das Ungeheuer, das nicht Mami sagen konnte, und andere Geschichten / Eva Ibbotson. Mit Ill. von SaBine Büchner. - Hamburg : Dressler, 2010. - 89 S. : zahlr. Ill. (farb.) ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-7915-1013-2 fest geb. : 9,95

Fünf humorvolle Geschichten von originellen "Ungeheuern", wunderschön illustriert.
(K)

Ein Lindwurm, eine Riesenkrake, ein Riesenvogel und andere Ungeheuer tummeln sich in Eva Ibbotsons überaus gelungenem Kinderbuch (englische Originalausgabe 1983). Weil es sich um "Ungeheuer" handelt, sind sie natürlich auch gefährlich, allerdings nur für allzu unvorsichtige, hochnäsige oder böswillige Exemplare ihrer Gattung. Und die, z.B. eine eingebildete Prinzessin, ein zickiger Pudel, ein ekelhafter Junge, bekommen in den fünf märchenhaften Geschichten der berühmten, in England mehrfach ausgezeichneten österreichisch-englischen Kinderbuchautorin allesamt ihre Lehre verpasst. Allzu schlimm wird's freilich auch für die nicht, denn alle Ungeheuer sind nicht wirklich böse, manche kann man richtig liebgewinnen, z.B. den "Brollachan, der nicht Mami sagen konnte". Eva Ibbotsons originelle Geschichten müssen jedem Kind zum Lieblingsbuch werden, weil sie voller witziger Ideen stecken und weil sie dem Bedürfnis nach Gerechtigkeit ebenso Rechnung tragen wie dem Wunsch nach einem guten Ende. SaBine Büchner steuerte die umwerfend komischen Illustrationen bei! Herausragend und unbedingt zu empfehlen! (Übers.: Sabine Ludwig)
Helmer Passon

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314057

Lambeck, Silke:
Die wilde Farm / Silke Lambeck. - Berlin : Bloomsbury, 2010. - 169 S. : Ill. ; 21 cm
ISBN 978-3-8270-5384-8 fest geb. : 12,90

Sehr gut erzähltes Kinderbuch über ein spannendes Ferienabenteuer auf dem Land.
(K)

David ist sauer. Er muss diese Ferien auf dem Bauernhof seiner Tante statt mit Freunden am Meer verbringen und ist gewillt, alles blöd zu finden. Marie lebt auf dem Nachbarhof und hält überhaupt nichts von eingebildeten Stadtkindern. Weil es derzeit aber keine anderen gleichaltrigen Spielkameraden gibt, versuchen es die beiden notgedrungen miteinander. Schneller als gedacht geraten sie dabei in ein Abenteuer, das sie zusammenschweißt: Auf dem Hof des alten Sterzing, der gerade ins Krankenhaus gekommen ist, gilt es, sich um die verlassenen Tier zu kümmern. Außerdem soll dort Diebesgut lagern, hinter dem aber auch eine zwielichtige Gestalt her ist. Das wird brenzlig für David und Marie. - Silke Lambeck ("Herr Röslein") ist ein zauberhaft erzähltes Kinderbuch gelungen, das zusätzliche Spannung und einen besonderen Reiz durch die Perspektivwechsel bekommt. Jedes zweite Kapitel wird nicht aus der Sicht der Kinder, sondern aus der eines der Tiere auf dem Hof erzählt: dem Hund, der Katze, der trächtigen Sau oder auch der Ratte unter den Dielenbalken. Für die ist die Sache mit dem Diebesgut zwar belanglos, dennoch bringen sie mit ihrem Blick auf das Ganze die Geschichte immer wieder voran. Die regelmäßig eingestreuten Illustrationen von Karsten Teichmann geben dem Buch zusätzlich optischen Pep. - Überall gerne empfohlen!
Dagmar Wolf

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326652

Nicholls, Sally:
Zeit der Geheimnisse / Sally Nicholls. - 1. [Aufl.]. - München : Hanser, 2010. - 200 S. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-446-23476-5 kt. : 14,90

Zwei sehr unterschiedliche Schwestern müssen den Tod ihrer Mutter und die Abwesenheit ihres Vaters bewältigen.
(K)

Seit dem Tod der Mutter leben die 10-jährige Molly und ihre anderthalb Jahre ältere Schwester bei den Großeltern, die einen Kramladen in einem kleinen Dorf führen. Ihr Vater, der den Tod seiner Frau nicht verkraftet hat und mit dem Alltag völlig überfordert ist, wusste sich für seine beiden Töchter keinen anderen Rat. Neben der Trauer um die verlorene Mutter fühlen sich die beiden jetzt auch noch vom Vater im Stich gelassen. Vor allem die ältere Hannah reagiert mit Trotz und Ablehnung und würde am liebsten einfach weglaufen. Molly dagegen mag die neue Umgebung und versucht, sich einzugewöhnen. Sie liest gern und viel und flüchtet sich in ihrer Einsamkeit immer wieder in ihre Fantasie. Als sie den anderen von ihrer merkwürdigen Begegnung mit dem abgerissenen Mann erzählt, der vor einer wilden Reiterhorde geflüchtet ist, glaubt ihr natürlich niemand. Doch Molly ist irgendwann fest davon überzeugt, dass es sich bei dem geheimnisvollen Mann um den sagenhaften Eichenkönig handelt, der über den Sommer herrscht und schließlich vom Winter vertrieben wird, nur um im Frühling zu neuem Leben zu erwachen. - Nach ihrem hochgelobten Erstling "Wie man unsterblich wird" (BP 08/655) beweist die junge englische Autorin auch mit ihrem neuen Kinderbuch, wie meisterhaft sie ihr Handwerk beherrscht. Einfühlsam und in bildhafter Sprache erzählt sie in einer gelungenen Mischung aus realistischen und märchenhaften Elementen die Geschichte zweier sehr verschiedener Schwestern, die mit der Zeit den Verlust der Mutter verarbeiten lernen, neue Freunde finden und schließlich auch wieder auf ein gemeinsames Leben mit dem Vater hoffen können. Gerade durch die märchenhafte Personalisierung der Jahreszeiten macht die Autorin schon jüngeren Lesern begreifbar, dass man Trauer und Angst zulassen muss und dennoch darauf hoffen darf, dass das Leben einen Sinn hat und weitergeht. Sehr empfohlen. (Übers.: Birgitt Kollmann)
Angelika Rockenbach

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564832

Pohl, Peter:
Anton, ich mag dich / Peter Pohl. - 1. [Aufl.]. - München : Hanser, [20]10. - 138 S. ; 22 cm – Aus dem Schwed. übers.
ISBN 978-3-446-23472-7 fest geb. : 12,90

Anton ist ein prima Kumpel. Doch was steckt hinter seinem Verhalten?
(K)

Anton ist ein prima Kumpel, super Fußballspieler und überaus großzügiger Freund. Doch Jojo fallen immer häufiger Ungereimtheiten und Unwahrscheinlichkeiten in den Erzählungen und Handlungen Antons auf. Ist es nicht seltsam, dass Anton jede Woche ein neues Handy hat? Dass sein Vater ihn nie vom Training abholt? In Gesprächen mit dem Vater geht Jojo mögliche Gründe durch. Als Anton ein unverhältnismäßig teures Geschenk bringt, beschließen die beiden, der Sache auf den Grund zu gehen und müssen Schlimmes feststellen. - Der Stil, in dem der Autor seine Hauptfigur erzählen lässt, ist etwas gewöhnungsbedürftig. Aber in diesem schmalen Buch werden die Figuren und ihre Gefühle ernst genommen und jede wird gleichsam liebevoll betrachtet. Der Gegensatz zwischen Jojo und seinen Eltern, die sich kümmern (Jedem Jungen ist ein solcher Vater zu wünschen!), und dem einsamen Anton kann dem Leser ziemlich weh tun. - Ein wundervolles Buch über Freundschaft, Vertrauen und Geborgenheit für Jungs in hoffentlich vielen Büchereien!
Astrid Frey

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564605

Baccalario, Pierdomenico:
Stadt aus Sand : nach einer ursprünglichen Filmidee von Enzo d'Alò / Pierdomenico Baccalario ; Enzo d'Alò ; Gaston Kaboré. - Frankfurt am Main : S. Fischer, 2010. - 455 S. ; 22 cm (Fischer-Schatzinsel) – Aus dem Ital. übers.
ISBN 978-3-596-85391-5 fest geb. : 15,95
NE: D'Alò, Enzo: ; Kaboré, Gaston:

Mitreißendes literarisch-fantastisches Märchen, das bilderreich in die Zauberwelt von Afrika entführt.
(J)

Rokia vergöttert ihren Großvater, einen berühmter Geschichtensänger. Nur zu schade, dass sie nur ein Mädchen ist und selbst kein Geschichtensänger werden kann, obwohl sie über eine gute Stimme und jede Menge Fantasie verfügt. Diese Eigenschaften jedoch sind genau das, was der Fürst Sanagò hasst. Aus List veranstaltet er einen Geschichtenwettbewerb, zu dem auch Rokias Großvater aufbricht, jedoch völlig verändert, ja seelenlos zurückkehrt. Was ist nur geschehen? Rokia zögert keine Sekunde und begibt sich sofort auf eine abenteuerliche Reise quer durch die Wüste. Mehr als einmal gerät sie dabei an den Rand ihrer Kräfte und nur einem kleinen Wüstenfuchs verdankt sie ihr Überleben. Aber dennoch verliert sie nicht den Mut. Zusammen mit dem treuen Fuchs und seinem Herrchen, einem schlitzohrigen Händler, macht sie sich auf die Suche nach der Stadt aus Sand, wo Sanagò all die geraubten Seelen festhalten soll. - Dieses aufregende, literarisch-poetische Märchen verzaubert schon mit den ersten Worten und hüllt den Leser ein in die magische Welt von Geschichten und Gedichten, nimmt ihn mit auf den anstrengenden Weg der tapferen Protagonistin und malt in bunten Farben und sinnenfroh die einzelnen Stationen des Weges. Einfallsreich und wortgewandt verbinden sich dabei afrikanische Legenden mit fantastischem Abenteuer und Poesie. Ein zauberhaftes Märchen für Leser jeden Alters und ein Leseerlebnis, das wohltuend erfrischend wirkt und den Leser nach dem Ende verwundert über die Einzigartigkeit der Wörter und der Welt staunen lässt. (Übers.: Barbara Neeb, Katharina Schmidt)
Sonja Schmid

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Cover

564785

Pfeffer, Susan Beth:
Die Welt, wie wir sie kannten / Susan Beth Pfeffer. - 2. [Aufl.]. - Hamburg : Carlsen, 2010. - 409 S. ; 22 cm – Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-551-58218-8 fest geb. : 17,90

Der Überlebenskampf in einer Welt, die durch einen Meteoritenaufprall zu einem lebensfeindlichen Planeten geworden ist.
(J)

Miranda ist ein junges Mädchen voller Träume und Pläne für die Zukunft. Auf einen Schlag verändert ein Ereignis ihr Leben und das Leben von allen anderen Menschen. Beim Zusammenprall mit einem Meteor verschiebt sich der Mond. Fürchterliche Überschwemmungen, Vulkanausbrüche und ein verheerender Klimawandel sind die Folge. Wie alle anderen macht auch Mirandas Familie Hamstereinkäufe. In den folgenden Monaten werden die Lebensmittel immer knapper, Strom gibt es nur noch ganz selten, jeder Tag ist aufs Neue ein Kampf ums bloße Überleben. Miranda hält ihre Erlebnisse in Tagebucheinträgen fest. Dadurch geht die Geschichte besonders nahe. Wenn auch nur Fiktion, stellt die Autorin Existenz- und Weltuntergangsängste realistisch dar. Sie zeigt, wie Familien in Zeiten der Krise zusammenrücken und zusammenhalten. Dieser Zusammenhalt gibt Hoffnung. - Ein Roman, der einen so schnell nicht mehr loslässt. (Übers.: Annette von der Weppen)
Nicole Schuster

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